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Umspannwerk soll statt Kita in Horn entstehen

Das ehemalige Ortsamt Horn an der Berckstraße. Das Grundstück weckt Begehrlichkeiten von verschiedenen Seiten.

Das ehemalige Ortsamt Horn an der Berckstraße. Das Grundstück weckt Begehrlichkeiten von verschiedenen Seiten. (Petra Stubbe)

Die SWB will ihr Umspannwerk in Horn vergrößern. Zu diesem Zweck möchte sie einen Teil ihres Nachbargrundstücks kaufen, das zurzeit noch der Stadt Bremen gehört. Bekannt gegeben wurde dieses Vorhaben jetzt zur allgemeinen Überraschung im Horner Beiratsausschuss für Kinder und Bildung. Der Grund: Dort, wo die SWB ihr neues Umspannwerk bauen will, ist eigentlich ein Kita-Neubau geplant – auf dem Grundstück des früheren Ortsamtes, das seit nunmehr sechs Jahren eine Interims-Kita beherbergt.

Eigentlich hatten sich die Ausschussmitglieder von den Behördenvertreterinnen einen aktuellen Stand zum Planungsfortschritt des Kita-Neubaus erhofft. Stattdessen berichtete ihnen Fatmanur Sakarya-Demirci vom Referat Kitaplanung, dass angesichts eines möglichen Verkaufs des Teilgrundstücks an die SWB völlig neue Überlegungen zum Kita-Neubau angestellt werden müssten. Denn im Falle dessen würde der Platz auf dem verbleibenden Grundstück des früheren Ortsamtes möglicherweise nicht mehr für sechs bis sieben Kita-Gruppen ausreichen, so wie ursprünglich geplant.

Kita-Leitung überrascht

Nicht nur Ausschuss und Ortsamt waren von der neuen Entwicklung überrascht, auch die Leiterin der Kita Berckstraße, Nicole Prevot, hörte am Sitzungsabend zum ersten Mal von den veränderten Plänen der Behörde. Es sei zwar zu ihr durchgedrungen, dass die SWB Interesse bekundet habe, seitens des Ressorts habe sie aber bisher nichts zu den neuen Planungen erfahren. Sakarya-Demirci begründete die bislang ausgebliebene Kommunikation in Richtung Kita damit, dass die entsprechenden Gespräche innerhalb der Behörde gerade erst im August geführt worden seien.

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Als Ausgleich für das möglicherweise zu kleine Restgrundstück an der Berckstraße prüft Immobilien Bremen (IB) derzeit, ob die Kita – vollständig oder in Teilen – auf dem Gelände der Oberschule Ronzelenstraße gebaut werden könnte. Immer vorausgesetzt, dass dies die dortige Schulneubauplanung nicht beeinträchtigt, teilte Planerin Anastasia Edelberg mit. Wie berichtet, soll an der Ronzelenstraße in einem ersten Bauabschnitt die dringend benötigte neue Dreifeldsporthalle entstehen. Im zweiten Schritt ist der Bau einer Mensa geplant, die von der Grundschule an der Horner Heerstraße mitgenutzt werden soll.

Zweifel an Größe

Ebenso wie die Leiterin der Kita Berckstraße hat auch Peter Lüttmann auf der Ausschusssitzung zum ersten Mal davon gehört, dass sich IB auf dem Gelände der sportbetonten Oberschule Ronzelenstraße nach Optionen für einen festen Kita-Standort umsieht. Der stellvertretende Schulleiter sagte, er nehme es erst einmal gelassen, wenngleich er sich angesichts des erheblichen Platzmangels an der Schule nur schwerlich vorstellen könne, auch noch Platz für eine Kita auf dem Grundstück zu finden. Birgit Bäuerlein (SPD) zeigte sich über dieses Ansinnen von IB ebenfalls erstaunt. „Wenn sich tatsächlich noch ungeahnte Platzkapazitäten auf dem Gelände ergeben sollten, dann würde ich erwarten, dass dieser Platz für die Oberschule genutzt wird“, betonte sie. Denn die sei bekanntlich im Begriff, noch weiter zu wachsen.

Verzögerungen inakzeptabel

Was für die Schule laut Lüttmann in jedem Fall inakzeptabel sei, wären Verzögerungen beim Neubau der Sporthalle. Da es bekanntlich bei der Unihalle Belegungsprobleme gebe, sei der Sportunterricht derzeit auf das äußerste Minimum heruntergefahren. Mehr sei nicht tragbar, „sonst können wir irgendwann dicht machen“.

Dass Schule und Kita um Fläche konkurrierten, sei keinesfalls beabsichtigt, betonte Edelberg. Auch eine Verzögerung der Neubauplanungen sei durch die veränderte Ausgangslage nicht zu befürchten. „Die haben wir doch bereits“, widersprach Kita-Leiterin Prevot. „Eigentlich hätten wir schon im Sommer umziehen sollen.“

Was bei den Prüfungen am Ende herausgekommen ist, will IB dem Bildungsausschuss auf seiner Dezember-Sitzung berichten. Ausschusssprecherin Heike Menz (CDU) appellierte, die Sporthallensituation an der Ronzelenschule unbedingt im Auge zu behalten und im Falle einer Neubauverzögerung eine Notfalllösung – etwa eine mobile Halle – auf den Weg zu bringen. Edelberg erklärte in diesem Zusammenhang, dass derzeit geprüft werde, ob sich die Verfahrensschritte für das Bauvorhaben verkürzen ließen.

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Zur Anregung von Bäuerlein, die SWB möge sich doch anstelle der Kita nach einem alternativen Standort umsehen, erklärte Edelberg, dass zurzeit ohnehin noch andere Flächen für die SWB geprüft würden. Es sei allerdings ungleich schwieriger, ein passendes Grundstück für ein Umspannwerk zu finden als für eine Kita. Da die SWB ihr jetziges Grundstück nicht mehr benötige, sobald das neue Umspannwerk fertig sei, könnte diese Fläche theoretisch dann für die Kita zur Verfügung gestellt werden, erklärte Edelbergs Kollegin Karen Heermann. Fraglich sei allerdings, ob das Grundstück für diesen Zweck angesichts seiner unmittelbaren Nähe zur Bahn sonderlich geeignet sei.

Warten auf Angebote

Selbst wenn es das wäre: zur Verfügung stünde es erst in zehn bis 15 Jahren, wie sich auf Nachfrage bei der SWB herausgestellt hat. Das nämlich sei das Zeitfenster, in dem der Neubau eines leistungsstärkeren Umspannwerks geplant sei, um die Versorgungssicherheit der Stadt perspektivisch gewährleisten zu können, sagte Sprecher Friedhelm Behrens. Aktuell gebe es noch Hoffnung auf einen alternativen Standort zur Berckstraße. „Wir prüfen noch – gerne auch private Flächen, wenn sie uns angeboten werden.“

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