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Unternehmen und Behörden informierten beim Ausbildungstag in Bebra

Jahrgangsstufenweise und mit Beobachtungsaufgaben bestückt zogen Schüler, Eltern und Interessierte an knapp 50 Ständen von in der Region ausbildenden Firmen, Dienstleistern und Behörden vorbei. „Cheforganisator“ Thorsten Fuchs und seine Schüler-AG hatten alles bestens vorbereitet, sodass Bebras Erste Stadträtin Ilse Koch und Landtagsabgeordneter Dieter Franz viel Lob fanden für die gute Organisation.

Aber auch diejenigen, die für Informationen und praktische Übungen zur Verfügung standen – angefangen bei den Ausbildern von ACO Haustechnik bis hin zu den Vertretern des Zolls, äußerten sich positiv. So sagte Gunter Degenhardt von der Firma Willich: „Man merkt schon, dass die ganze Schule dahinter steht.“ 

Ähnlich erlebte es Erich Hofmann von der Firma Reifen-Hofmann: „Es ist eine tolle Plattform, man kommt unkompliziert ins Gespräch, und die Schüler lernen schnell, dass ein Reifen nicht nur rund und schwarz ist, sondern ein technologisch hochwertiges Produkt.“ Bei Jannis Deubener aus Niederellenbach zeigt das Wirkung, er erkundigte sich direkt nach einem Praktikumsplatz.

Lügendetektoren löten und Bretzeln backen

An den Ausstellungsständen von Continental und Guter Gerlach konnten sich die Besucher an harten und weichen Firmenprodukten erproben: beim Bebraer Automobilzulieferer beim Löten von „Lügendetektoren“ und beim Unterhauner Bäckereibetrieb beim Formen von Brezeln.

Basteln an einem Lügendetektor bei Continental: Luca Heinz, angehender Mechatroniker im zweiten Ausbildungsjahr, mit Besucher Alhasan Jawad.

Ausbildungsleiterin Tanja Albrecht-Baumert gab ehrlicherweise zu, dass so mancher einen Schreck bekommen habe, als er erfuhr, dass es in der Backstube früh losgeht. Julia Groß aus Rotenburg schreckte das nicht ab: „Eine Bäcker- und Konditorlehre wäre schon eine Variante für mich. Ich habe meiner Mutter schon oft beim Backen geholfen“, sagte sie.

Nicht ganz so lecker ging es bei Finanzamt, Zoll, Bundeswehr, Polizei und Amtsgericht zu. Bernd Wetzel, der Geschäftsstellenleiter des Bad Hersfelder Amtsgerichts, stellte fest, dass Interessierte oft nicht die rechte Vorstellung davon haben, welche Aufgaben ein Rechtspfleger hat. Angesichts dessen schlägt er vor, die Veranstaltung noch besser vorzubereiten, mit Projektarbeit zum Beispiel. 

Bei McDonalds sah das anders aus. Da berichtete Restaurantmanagerin Bengül Ölcek, dass sich eher mal jemand wundert, dass man beim Fast-Food-Pionier nicht nur Fachkraft für Systemgastronomie werden, sondern sich auch kaufmännisch ausbilden lassen kann. 

Bei Bosch in Eisenach sind die Ausbildungsmöglichkeiten noch umfassender. Dort, wie anderenorts auch, wünscht sich die kleine Beratertruppe aber, dass sich noch mehr Mädchen für „technische“ Berufe interessieren.

Trend geht nach wie vor in Richtung Schule und Studium

Das Fazit von Schulleiter Manfred Brill: Der Trend ginge nach wie vor zu sehr in Richtung Schule und Studium, „obwohl die Entwicklungschancen im Handwerk glänzend sind“, sagte er. 

Ein leuchtendes Vorbild stand ihm direkt gegenüber: Der ehemalige BGGS-Schüler Jan Holstein hat es mit Hauptschulabschluss bei der Firma Stahlbau Frank mit 22 Jahren zum Meister gebracht.

Junger Meister: Vater Cengiz Yurdakul (von links) und Sohn Tugay Yurdakul informieren sich am Stand der Firma Stahlbau Frank bei Victor Kliewer und Jan Holstein, der mit 22 Jahren seinen Handwerksmeister im Metallbau gemacht hat.

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