USA und Südkorea – Mega-Manöver gegen Kim

Warn-Signal für Raketen-Diktator Kim Jong-un: Inmitten der Spannungen mit Nordkorea haben die USA und Südkorea ein gemeinsames Militärmanöver vom 19. bis 26. Oktober angekündigt.

★ Der Flugzeugträger „USS Ronald Reagan“ und zwei Zerstörer sollen daran teilnehmen, um mit der südkoreanischen Marine „Informationsaustausch, Kompatibilität und Partnerschaft“ zu trainieren.

★ Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete am Freitag außerdem die Ankunft des US-Atom-U-Boots „USS Michigan“ in Südkorea.

★ Bereits in der Nacht zu Mittwoch hatten die USA, Südkorea und Japan ein Flugmanöver abgehalten. Beteiligt waren zwei US-Langstreckenbomber (Typ B-1B) sowie südkoreanische Kampfjets. Die Übungen fanden vor der Ostküste Südkoreas und später über dem Seegebiet zwischen Südkorea und China statt. Danach flogen die vom US-Stützpunkt Guam gestarteten Bomber noch Übungseinsätze gemeinsam mit japanischen Kampfflugzeugen. 

Nordkorea hatte Anfang September seinen sechsten und bisher gewaltigsten Atomwaffentest vorgenommen. Nach eigenen Angaben testete das Land eine Wasserstoffbombe. Zudem hatte Pjöngjang in den vergangenen Wochen mehrmals Mittelstreckenraketen getestet. In zwei Fällen feuerte Pjöngjang Raketen über Japan hinweg in den Pazifik. Seit Monaten verschärften sich deshalb die Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang. 

Kommt als zweiter Riese die „USS Theodore Roosevelt“?

US-Präsident Donald Trump (71) setzt im drohenden Nuklearkonflikt mit Nordkorea auf die Demonstration militärischer Stärke!

Aus seinem Heimathafen San Diego ist am 6. Oktober der von Nuklearmotoren betriebene Flugzeugträger „USS Theodore Roosevelt“ (333 Meter lang, 77 Meter bereit, 7500 Mann Besatzung) ausgelaufen.

Zwar ist seine offizielle Mission weit gefasst: die Verstärkung sowohl der 5. US-Flotte (Persischer Golf, Rotes Meer, Arabisches Meer und Teile des Indischen Ozeans) als auch der 7. US-Flotte (West-Pazifik und Indischer Ozean).

► Südkoreanische Medien sind jedoch sicher: Das „Big stick“ genannte Kriegsschiff (4,5 Milliarden US-Dollar) ist auf dem Weg in Richtung koreanische Halbinsel – wird also vermutlich ebenfalls am Manöver teilnehmen.

Spektakulärer Test: Auf der Roosevelt fanden Ende 2013 Übungen der US-Navy mit unbemannten Fluggeräten statt (im Bild das Modell X-47B)
Spektakulärer Test: Auf der „Roosevelt“ fanden Ende 2013 Übungen der US-Navy mit unbemannten Fluggeräten statt (im Foto das Modell X-47B)Foto: AP/dpa

Erster Flugzeugträger bereits vor Ort

Die Theorie: Dort könnte die „Roosevelt“ den bereits dort kreuzenden Flugzeugträger „USS Ronald Reagan“ verstärken und zumindest kurzzeitig für doppelte Schlagkraft sorgen. Beide Kriegsschiffe gehören zur Nimitz-Klasse, sie haben die gleichen Mega-Ausmaße.

Laut offiziellem Statement, das u. a. über Twitter verbreitet wurde, hat sich die Crew aus Seeleuten und Marines ein Jahr lang auf den Einsatz vorbereitet und ist nun bereit zu „Kriegsgefechten“.

Der Flugzeugträger USS Ronald Reagan, fotografiert am 9. Oktober in Gewässern südwestlich der koreanischen Halbinsel
Der Flugzeugträger „USS Ronald Reagan“ (mit Begleitschiff USNS John Ericsson), fotografiert am 9. Oktober südwestlich der koreanischen HalbinselFoto: HANDOUT / Reuters

Der Kommandeur der US-Pazifik-Flotte, Admiral Scott Swift, hatte bei einem Besuch in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul ausdrücklich von der Option einer „Doppel-Carrier“-Operation gesprochen.

Südkoreanische Militärexperten weisen jedoch darauf hin, dass die USA „nur“ über elf aktive „Supercarrier“ (große Flugzeugträger) verfügen, die für die Krisenherde in aller Welt zuständig seien.

Nordkoreas Diktator Kim Jong-un salutuiert vor jubelnden Seeleuten nach einer Inspektion (Archivfoto, 2016)
Nordkoreas Diktator Kim Jong-un salutiert vor jubelnden Seeleuten nach einer Militär-Übung (Archivfoto, 2016)Foto: dpa

Pjöngjang droht USA mit „Feuerhagel“

Nordkoreas Außenminister Ri Yong-ho sieht die USA einem Agenturbericht zufolge auf Kriegskurs. „Man kann sagen, mit seiner kriegerischen und wahnwitzigen Erklärung vor den Vereinten Nationen hat Trump den Docht des Krieges gegen uns angezündet“, zitierte die russische Nachrichtenagentur Tass Ri.

Die Drohung von Kims Minister: „Wir müssen die finale Rechnung begleichen – nur mit einem Feuerhagel, nicht mit Worten.“

Der Begriff „Feuerhagel“ gehört allerdings seit Jahren zum festen Vokabular von Nordkoreas Kriegsrhetorik im Streit um dessen Raketen- und Atomprogramm.

Hoffnungen auf eine diplomatische Lösung dämpfte Ri: Nordkorea werde niemals Gesprächen zustimmen, bei denen die Atomwaffen des Landes ein Verhandlungspunkt wären.

Nordkorea habe fast sein Ziel erreicht, „eine echte Machtbalance mit den Vereinigten Staaten zu schaffen“.

Trump: „Am Ende entscheide nur ich“

Unterdessen hat US-Präsident Donald Trump mit Top-Beratern über Optionen im Nordkorea-Konflikt gesprochen.

Er höre zwar allen zu, am Ende sei er aber derjenige, der entscheide, sagte Trump im Anschluss im Weißen Haus. Es könne sein, dass er in dieser Sache „härter und stärker“ sei als die anderen, sagte Trump. Er werde am Ende entscheiden, was für die USA am besten sei.

Trump wird im November nach Asien reisen. Die Koreakrise wird diese Reise wesentlich bestimmen. Die Spannungen in der Region schaukeln sich seit Monaten hoch.

China forderte erneut beide Seiten auf, jegliche Provokation zu unterlassen.

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News source: http://www.bild.de/politik/ausland/donald-trump/usa-und-suedkorea-starten-manoever-53519834.bild.html