Germany

Uwe Janssens bei Anne Will: „Wir müssen den Menschen ein positives Ziel geben“.

Uwe Janssens bei Anne Will : „Wir müssen den Menschen ein positives Ziel geben“.

Sollte „No Covid“ Deutschlands neue Strategie zur Coronabekämfpung sein? Anne Will diskutiert mit ihren Gästen wieviel Zumutung angesichts neuer Virus-Mutanten nötig ist.

Anne Will beginnt ihren Sonntagabend-Talk zur Abwechslung mit einer guten Nachricht: Die Zahl der täglichen Neuinfektionen sinkt. Dann allerdings geht es auch in Sachen Optimismus eine Stunde lang bergab. “Wie viel Zumutung braucht es jetzt?” ist das Thema ihrer Sendung, in der vor allem über die richtige Strategie im Umfang mit den neuen Corona-Mutanten gehen soll.

Kanzleramtschef Helge Braun geht davon aus, dass die ansteckendere Mutationen des Virus bald auch in Deutschland die dominante Form wird. „Sie ist bei uns im Land angekommen und deshalb wird sie irgendwann so wie in anderen Ländern auch dann die Führung übernehmen und wird Probleme machen“, sagte der CDU-Politiker und ergänzt: „Da bin ich sehr sicher!“Wichtig sei deshalb jetzt, dass wir “den Kurs halten” und die “Zahlen sehr stark senken.“ Nur mit niedrigeren Infektionszahlen lasse sich die Mutante - vor allem der in Großbritannien bekannte  Virustyp B.1.1.7 – aber auch das Stammvirus in Schach halten.

Dieses Element enthält Daten von Twitter. Sie können die Einbettung solcher Inhalte auf unserer Datenschutzseite blockieren

An dieser Stelle befinden sich externe Inhalte von Twitter, die ohne JavaScript nicht funktionieren.

So richtig einig, wie das laufen soll, sind sich die Gäste in der ARD-Sendung allerdings nicht. Journalistin Vanessa Vu wünscht sich verbindlichere Homeoffice-Regelungen. Eine Zeit-Online Umfrage habe gezeigt, dass viele Arbeitnehmer, die zu Hause arbeiten könnten, sich gedrängt  fühlten doch ins Büro zu gehen. Im Übrigen hält sie eine “No Covid”-Strategie für vielversprechend: die Zahlen ganz in Richtung Null zu bringen, ähnlich wie es in einigen asiatischen Ländern, in Neuseeland und Australien versucht werde, wo menschlicher Kontakt für eine begrenzte Zeit komplett reduziert wurde.


Von den im Zweiwochen-Rhythmus wechselnden Ansagen hält sie hingegen nichts.“Die Leute sind völlig zermürbt.” Eine No-Covid-Strategie hingegen biete eine positive Zukunftsperspektive, “weil es sich lohnt, die niedrigen Zahlen zu erreichen”. Es sei ja nicht so, “dass wir damit unsere Demokratie oder Freiheiten aufgeben.” Im Gegenteil: durch Anstrengungen auf lokaler Ebene ließen sich Freiheiten zurückzugewinnen.

Michael Hüthers und Malu Dreyer glauben nicht daran, dass ein vollständiges Eindämmen durch derart strenge Restriktionen in Deutschland erreichbar ist. “Europa ist kulturell und sozial so verflochten”, begründet Dreyer warum sie die Strategie für nicht realisierbar hält. Die Rheinland-Pfälzerin hofft stattdessen auf “bessere Zahlen” bis Mitte Februar, denn “die Menschen brauchen wieder Perspektiven”.

Auch Hüther hält das australische Modell für abwegig: Wirtschaftlich wie auch menschlich sei das nicht zumutbar. Im übrigen ärgert er sich darüber “dass der Wechselunterricht politisiert wurde” und klagt, vor allem müsse der Bildungsauftrag aufrecht erhalten werde. Der Ausfall von Bildungszeiten müsse ausgeglichen werden, allen jungen Leuten müsse durch praktische Maßnahmen faire Bildungschancen gegeben werden.

Anne Will zitiert eine ARD-Umfrage derzufolge 54 Prozent der Bevölkerung mit dem Krisenmanagement derzeit nicht oder wenig zufrieden sind. Der Kanzleramtschef sieht das anders und versucht gute Laune zu verbreiten. Er lobt die Reduzierung der Infektionsfälle innerhalb einer Woche um 28 Prozent. Die “Die Menschen haben die Botschaft verstanden”, meint er. Natürlich seien Eltern und Kinder genervt, das sei verständlich, aber immerhin befinde man sich in einer “Jahrhundertenaturkatastrophe”. Es müsse alles getan werden, um die vulnerablen Gruppen im Land zu schützen.

Intensivmediziner Janssen ist allerdings der Ansicht, die Politiker müssten den Menschen noch klarer beibringen, wie dringend eine “furchtbare dritte Welle” vermieden werden müsse. Die Infektionen müssten deutlich unter die magische Zahl von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner gebracht werden und davon sei man derzeit weit entfernt. „50 war mal ein Schreckgespenst“, sagt er jetzt sei man deutlich darüber. „Wir müssen das Ziel aber deutlich weiter unten ansiedeln“, sagt Jansssen, „Wir müssen den Menschen ein positives Ziel geben und  nicht dauernd Angst“.

Er kann auch dem harten Lockdown, wie er im australischen Melbourne umgesetzt wurde, durchaus etwas abgewinnen, denn dort seien “die Menschen positiv mitgenommen worden.”  In Deutschland ist ihm die Situation dagegen zu verzettelt. Er empfiehlt die Methode “Hit hard and hit early!” (hart und früh zuschlagen), etwa wie Ärzte es bei einem septischen Patienten tun würden. Er vergleicht das Land mit diesem Patienten im Intensivbett, über den sich 16 Ärzte und die Chefärztin beugen und jeder schlage eine andere Therapie vor. Auf die Art werde der Patient aber nicht gesund.

Football news:

Cavani ist wieder im Training und wird wahrscheinlich mit Crystal Palace spielen
Fabio Capello: Juve spielte Rugby gegen Porto. Nur Ronaldo und Chiesa können einen Unterschied in dieser Zusammensetzung machen
Neymar: Ich habe geschrieben, wie ich mich von der Verletzung erholt habe, und habe keine Nachrichten mit den Worten bekommen: Wow, was für ein Profi. Kein einziger PSG-Stürmer Neymar äußerte sich unzufrieden mit der Aufmerksamkeit, die ihm bei seiner Arbeit an der Genesung zukommt
Ole-Gunnar Sulscher: Die Arbeit der Schiedsrichter ist sehr komplex und ohne zusätzlichen Druck. Wir müssen ihre Entscheidungen treffen
Er gibt dem Klub 30% des Einkommens
Trent vergöttert Gerrard von Kindheit an und kam in ein Märchen: Er erhielt von Steven Pflege und Kapitänsbinde. Die Geschichte der schönen Beziehungen
Hazards Genesung nach der Verletzung verzögert sich. Wahrscheinlich wird er am 7.März nicht mit Atlético spielen