logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo logo
star Bookmark: Tag Tag Tag Tag Tag
Germany

Verblüffung auf Militärparade – Frankreich präsentiert „Fliegenden Mann“

Ein einzelner Mensch auf einer fliegenden Mini-Plattform ist die Attraktion bei der traditionellen Militärparade zum 14. Juli in Paris geworden. Der französische Jetski-Rennfahrer Franky Zapata flog mit dem sogenannten Flyboard Air am Sonntag über die Champs-Elysées.

Dem Spektakel wohnten auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere EU-Staats- und Regierungschefs bei, die der französische Präsident Emmanuel Macron zu der Parade eingeladen hatte.

Das Flyboard weckt schon seit längerem das Interesse des Militärs: Angetrieben wird es durch fünf Miniatur-Düsentriebwerke, mit denen es navigiert werden kann. Auch das reglose Verharren in der Luft ist möglich. Das Flyboard Air fliegt derzeit nach Angaben des Herstellers bis zu 140 Stundenkilometer schnell, erreicht eine Höhe von 150 Metern und kann eine Nutzlast von 100 Kilogramm tragen.

Zapata mit dem Eiffelturm im Hintergrund

Zapata mit dem Eiffelturm im Hintergrund

Quelle: REUTERS

Dabei kann das Gerät bis zu zehn Minuten in der Luft bleiben und hat eine maximale Reichweite von vier Kilometern, bevor der Kerosinvorrat an Bord verbraucht ist. Es befindet sich aber noch in der Entwicklung. Die Firma strebt unter anderem ein Tempo von 200 Stundenkilometern, eine Flugzeit von 30 Minuten sowie Flughöhen von 3000 Metern an.

Macron wollte mit der Parade in diesem Jahr die militärische Schlagkraft Europas demonstrieren. Insgesamt marschierten rund 4300 Soldaten auf, ferner waren fast 200 Fahrzeuge, 237 Pferde, 69 Flugzeuge und 39 Hubschrauber zu sehen. Auch die deutsch-französische Brigade beteiligte sich.

An der Flugschau nahmen neben Zapata unter anderen Bundeswehr-Hubschrauber teil, auch britische Hubschrauber, ein spanisches Flugzeug und ein deutsches A400M-Transportflugzeug waren dabei. Abordnungen zahlreicher europäischer Streitkräfte marschierten mit, gezeigt wurden auch Drohnen und Roboterautos.

Merkel lobt Einladung von Macron als „große Geste“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte die Einladung von Macron als wichtiges Signal. Sie sehe das „als eine große Geste in Richtung der europäischen Verteidigungspolitik“, sagte sie.

Sie sei auch geehrt, dass Deutsche an der Parade teilgenommen hätten.Bei der traditionellen Militärparade zum französischen Nationalfeiertag wurde die verteidigungspolitische Kooperation in Europa unterstrichen. „Ich sehe das als eine große Geste in Richtung der europäischen Verteidigungspolitik“, sagte Kanzlerin Merkel nach der Parade.

Merkel und Macron bei den Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag in Frankreich

Merkel und Macron bei den Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag in Frankreich

Quelle: REUTERS

Vor der Parade hatte Macron mit Generalstabschef François Lecointre die Truppen in einem offenen Militärjeep fahrend inspiziert. Beim Eintreffen des Staatschefs waren Pfiffe von Vertretern der Protestbewegung der „Gelbwesten“ zu hören. Rund 40 „Gelbwesten“ wollten sich gewaltsam Zugang zu den Champs-Elysées verschaffen, wurden aber von Sicherheitskräften abgedrängt, wie eine AFP-Reporterin berichtete. Zwei prominente Vertreter wurden nach AFP-Informationen in Gewahrsam genommen.

Alle Blicken waren auf den "fliegenden Mann" gerichtet

Alle Blicken waren auf den "fliegenden Mann" gerichtet

Quelle: AFP/LUDOVIC MARIN

Mit der traditionellen Militärparade wird an den Jahrestag des Sturms auf die Bastille erinnert. Er gilt als Auftakt zur Französischen Revolution von 1789. Im Jahr 1880 wurde der 14. Juli offiziell zum Nationalfeiertag.

Vor zwei Jahren hatte Macron US-Präsident Donald Trump in Paris zu Gast gehabt. Inzwischen sind die Beziehungen zwischen Paris und Washington allerdings angespannt. Nach der diesjährigen Parade war ein Mittagessen der Staats- und Regierungschefs im Elysée-Palast geplant.

Am Vorabend des Nationalfeiertags hatte Macron den Aufbau eines französischen militärischen Raumfahrtkommandos angekündigt. Das Kommando werde ab September bei der Luftwaffe angesiedelt, diese werde später zu „Luft- und Weltraumstreitkräften“ ausgeweitet, sagte Macron während eines traditionellen Militärempfangs.

Macron hatte bereits im vergangenen Jahr von der Notwendigkeit einer neuen Strategie zur Verteidigung im Weltraum gesprochen. Nun habe er die neue „Weltraum- und Weltraumdoktrin“ genehmigt, sagte der Präsident. Sie gebe seinem Land die Fähigkeit, sich „im Weltraum und vom Weltraum aus zu verteidigen“. Die Strategie diene auch dem besseren Schutz der französischen Satelliten.

Macron reagiert mit seinem Vorstoß auf den wachsenden Wettlauf Chinas, Russlands und der USA um die Vormacht im All. Auf Wunsch von US-Präsident Trump arbeitet das US-Verteidigungsministerium bereits an Plänen für den Aufbau einer „Space Force“ als Teil der US-Streitkräfte. Das Projekt muss allerdings noch vom US-Kongress gebilligt werden.

All rights and copyright belongs to author:
Themes
ICO