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Verkäufer attackiert Kind (2), weil Mutter mit Münzen zahlt

Eine junge Frau wollte am Münchner Kiosk mit Münzen zahlen - für den Verkäufer zuviel: Er verletzte das 2-jährige Kind der Frau.

München - Weil Paola J. (32, Name geändert) am Kiosk mit Kleingeld zahlen wollte, drehte der Verkäufer durch – und bewarf sie mit den Münzen. Dabei traf er deren Tochter Mia (2) im Gesicht und verletzte sie schwer. Deswegen stand der Verkäufer nun vor Gericht. Tatvorwurf: Körperverletzung!

„Sie hat sofort angefangen, an der Lippe zu bluten und weinte. Ich hatte panische Angst, dass der Mann auf uns losgeht. Er hat geschaut wie ein Stier“, sagt Mutter Paola. Wie jeden Montag wollte sie am 8. Dezember ihre Mutter besuchen und am U-Bahnhof Schwanthalerhöhe ein Ticket kaufen. „Das Geld hatte ich abgezählt dabei“, sagt sie. Darunter auch einige Ein- und Zwei-Cent-Münzen. „Das passte dem Verkäufer nicht. Er schrie mich an und wurde aggressiv. Ich hatte Angst um mein Kind.“ Nach der Attacke rief sie die Polizei und zeigte Habibullah R. (58) an. „Mein Mandant bestreitet die Tat. Er hat die Münzen nur auf dem Tresen zurückgeschoben“, sagte sein Verteidiger Andreas Fischer.

„Jemand hat mir geholfen, die ganzen Münzen aufzuheben“

Was der Verkäufer nicht wusste: Selbst 50 einzelne Münzen hätte er annehmen müssen, wenn ein Kunde damit bezahlen will – so besagt es eine EU-Verordnung. „Jemand hat mir noch geholfen, die ganzen Münzen aufzuheben“, sagte Paola J. „Der Verkäufer hatte sie mit voller Wucht geworfen.“

Habibullah R. (58) hält sich einen Ordner vors Gesicht.

Laut Staatsanwaltschaft war es „reines Glück“, dass nicht noch schlimmere Verletzungen bei der kleinen Mia aufgetreten sind: „Diese Tat hätte ins Auge gehen können.“ Noch in der Verhandlung beantragte sie deshalb eine Verurteilung wegen gefährlicher Körperverletzung und rügte: „Der Angeklagte hat eine deutliche Aggressions-Neigung.“ Habibullah R. sei sogar dann noch auf Paola J. losgegangen, als die Polizei schon eingetroffen war.

Der Kiosk im U-Bahnhof Schwanthalerhöhe: Hier warf Habibullah R. (58) die Münzen auf die kleine Mia (2).

Fünf Vorstrafen auf dem Kerbholz

Im Prozess machte er kaum Angaben, hat aber fünf Vorstrafen auf dem Kerbholz. Auch deshalb glaubte Amtsrichterin Ines Tauscher am Ende der Mutter. Den Kiosk-Rüpel verurteilte sie zu zehn Monaten auf Bewährung. Zusätzlich muss Habibullah R. 1800 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen. „Das war mehr Gnade als Recht“, sagte die Richterin zu ihrem Urteil. Den Verkäufer interessierte das wenig. Nach dem Urteil ging er direkt wieder in seinen Kiosk…

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