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Vip, Vip, Hurra!: Wenn das Reality-TV nichts dazulernt

Schöne Frauen in weiten Pullis, der zensierte "Milf-Modus" der "Katze" und frohe Kunde aus dem Hause Bushido: Vip, Vip, Hurra - hier kommt der Wochenrückblick auf die Welt der Promis! So manche, heißt es, wollen nun in einer neuen Show endlich Buße tun.

Haben Sie schon mal etwas von Teyana Taylor gehört? Die Sängerin wurde kürzlich von der Zeitschrift Maxim zur "Sexiest Woman Alive" gekürt und setzt damit tatsächlich einen Meilenstein, denn es ist das erste Mal, dass dieser Titel an eine Frau mit dunkler Hautfarbe vergeben wird. Unfassbar, dass bis zum Jahre 2021 "sexy Women" fast ausnahmslos hellhäutige Frauen waren. Die 30-Jährige sagt über sich selbst, gar "nicht viel Zeit zu haben, um sexy zu sein". Als Mutter verstecke sie sich meist unter weiten Pullis - und damit herzlich willkommen zu "Vip, Vip, Hurra!", unserem Promi-Wochenrückblick.

Einen weiten Pulli - zumindest als Fotocollage - trägt jetzt auch Daniela Katzenberger. Die Blondine hatte kurz zuvor in den sozialen Medien ein Foto von sich gepostet, das sie "oben ohne" zeigte. In ihrer ganz eigenen humorvollen Art präsentiert die Wahl-Mallorquinerin ihre neuen Brüste. Stolz sei die "Katze" auf ihre "Berge". Das zumindest sollte die Botschaft hinter dem Oben-ohne-Bild sein. Bei ihrer Community kam die Zeigefreudigkeit so schlecht an, dass sie das Foto kurzerhand löschte und neu postete - dieses Mal "zensiert" mit der Collage eines Mickey-Maus-Pullovers. Schluss mit "Milf-Modus". Die "Hupen" sind jetzt wieder gut verpackt.

"Das große Promi-Büßen" steht in den Startlöchern

Apropos "Berge", diesmal aber welche im schönen Österreich: Immer wieder gab und gibt es Forderungen - nicht nur von Zuschauern -, dass sich das Unterhaltungsfernsehen ändern müsse. Denn Mobbing, Sexismus, Homophobie und Frauenfeindlichkeit sind nun mal keine Unterhaltung.

Noch frisch in den Köpfen der Zuschauer sind die jüngsten TV-Skandale: die Aufdeckung Ikke Hüftgolds, dass für ein Sat.1-Format psychisch kranke Kinder vor der Kamera agieren sollten sowie das inzwischen ebenfalls eingestampfte Reality-Format "Promis unter Palmen". Der Sender versuchte sich in Schadensbegrenzung und äußerte in einer öffentlichen Stellungnahme, "sich verändern" zu wollen. Das klingt in Anbetracht der Folgeshow, für die bereits die Dreharbeiten in den österreichischen Bergen laufen, nahezu hanebüchen. Deren aktueller Arbeitstitel: "Das große Promi-Büßen".

Mit dabei unter anderem wieder die ewig selbigen Format-Hopser wie Elena Miras und Calvin Kleinen, die man inzwischen in nahezu allen gängigen Shows mehr als zu Genüge gesehen hat. Auch mit von der Partie ist Matthias Mangiapane, der zuletzt äußerst negativ als Claudia-Obert-Mobber auffiel sowie "Network-Marketer" Tim Sandt, der Mann, der seiner Freundin Annemarie Eilfeld im "Sommerhaus der Stars" schon mal ganz gern vor laufenden Kameras über den Mund gefahren ist.

Wie soll man sich als Zuschauer dieses Konzept bitte vorstellen? Sitzen die ganzen Krawall-Schachteln gemeinsam in einer Stuhlkreisgruppe und bekennen ihre Sünden? Kaum ein Trash-TV-Fan nimmt doch Désirée-Nick-Lakai "Marzipane" die Reue ab, einst verbal so massiv gegen Claudia Obert geschossen zu haben. So fehlen beim freudigen "Promi-Büßen" nur noch die netten Menschen aus "Berlin am Rhein" sowie - last, but not least - der Mann, der im "Sommerhaus" nur "falsch geschnitten" wurde.

Aber nicht nur die Unterhaltungsbranche steht vor Veränderungen. Was ist da bloß los bei den Öffentlich-Rechtlichen, fragen sich viele TV-Zuschauer dieser Tage? Laufen der ARD etwa die Moderatorinnen weg? Nachdem schon Linda Zervakis dem Sender den Rücken kehrte, wechselt nun auch ihre "Tagesschau"-Kollegin Pinar Atalay ins Privatfernsehen. RTL verrät, eines der ersten Projekte der Nachrichtenjournalistin wird das große Wahl-Triell am 29. August sein, das sie gemeinsam mit Peter Kloeppel moderieren wird.

Und was war sonst so los die Woche?

Frohe Kunde aus dem Hause Bushido: Der Rapper und seine Gattin Anna-Maria Ferchichi erwarten nach zwei Töchtern und zwei Söhnen nun noch einmal Nachwuchs, und zwar eineiige Drillinge. "Bei all den Strapazen hat uns das Schicksal einfach so unglaublich beschenkt. Respekt an dich, mein Schatz, bleib gesund und stark", kommentierte der erneut werdende Vater die Schwangerschaft seiner Frau in den sozialen Medien.

Wie nah Freud und Leid aber beieinanderliegen, zeigt der viel zu frühe Tod des 23 Jahre alten YouTubers Philipp Mickenbecker in dieser Woche. Als tüftelnde Abenteurer wurden er und sein Zwillingsbruder zu gefeierten Internetstars, deren Youtube-Beiträge Millionen Menschen begeistern.

Mickenbecker litt seit Jahren an Lymphdrüsenkrebs. Schonungslos dokumentierte er die Etappen der Erkrankung, seine Ängste, aber auch, wie sein Glauben ihm Hoffnung gab. Das Ziel der Brüder sei immer gewesen, vor allem junge Menschen dazu zu bewegen, Abenteuer zu erleben, hieß es. Philipp Mickenbeckers große Reise endete am 9. Juni. "Das Leben ist viel zu kostbar, als dass wir es entwerten dürften, indem wir es leer und hohl, ohne Sinn, ohne Liebe und letztlich ohne Hoffnung verstreichen lassen", sagte Václav Havel einst. In diesem Sinne: Bis nächste Woche!

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