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Virologie und Corona: Das Gefährliche noch gefährlicher machen

Eigentlich sollte es um das „China-Virus“ gehen, genauer gesagt, um das, was im Wuhan Institute for Virology geschieht. Doch weil aus chinesischen Behörden und Wissenschaftlern nichts mehr herauszukriegen ist, liegt der Ball im „Lab-Leak“-Skandal um den Ursprung des SARS-CoV-2-Virus plötzlich im eigenen Feld. Die amerikanische Opposition wie die Regierung müssen erleben, wie die größten nationalen Gesundheitsforschungsinstitute und damit einige der weltweit führenden virologischen Labore der Welt bei Populisten und in der Fernseh- und Twitter-Öffentlichkeit in Ungnade fallen.

Joachim Müller-Jung

Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

Der Furor macht sich an dem Begriff „Gain-of-function“ fest. Er beschreibt eine in der Virologie geprägte, ethisch umstrittene Forschungsrichtung, bei der es darum geht, die genetische Zusammensetzung von Erregern gezielt zu verändern und damit mehr über deren Gefährlichkeit im Hinblick auf Übertragbarkeit und die krankmachenden Eigenschaften sowie deren möglicher Bekämpfung herauszufinden. Nach den Bioterrorangriffen der Nuller Jahre und der Schweinegrippen-Pandemie stand sie speziell in den Vereinigten Staaten hoch im Kurs.

Was damals als Präventionsexperimente mit gefährlichen Krankheitserregern in Washington salonfähig gemacht wurde, steht nun plötzlich da wie ein wissenschaftlicher Geheimbund, der von angeblich rücksichtslosen amerikanischen Forschergruppen lanciert worden war. An ihrer Spitze: Anthony Fauci, der langjährige Chef des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), der zuerst für Präsident Donald Trump und nun für dessen Nachfolger Joe Biden die Pandemiepolitik maßgeblich mitverantwortet.

Experimente in Hochsicherheitslabors

Schon bevor vergangene Woche die E-Mails von Fauci aus der Frühphase der Pandemie im Frühjahr vergangenen Jahres bekannt wurden, konnte jeder wissen: Es gibt viele Jahre zurückreichende Verbindungen der amerikanischen Infektionsforschung zum Wuhan-Institut – und zwar durch staatliche Finanzierung der auf mögliche neue Erreger spezialisierten amerikanischen Forschungsagentur „Eco-Health Alliance“. Die Rede ist von insgesamt 600.000 Dollar bis Juni 2020.

Berichtet wird auch von direkten Kooperationen etwa mit dem Coronavirus-Spezialisten und Mikrobiologen Ralph Baric von der University of North Carolina in Chapel Hill. Baric gilt als energischer Verfechter der Gain-of-function-Forschung – und als ausgezeichneter Kenner der chinesischen Virenlabore.

Denn auch dort hat man solche Experimente in Hochsicherheitslabors forciert, nicht zuletzt dank der Unterstützung Barics und des Mitglieds der amerikanischen Nationalakademie Peter Daszak, des Präsidenten der „Eco-Health Alliance“, die vehement das Pandemiepotential insbesondere von Fledermaus-Viren in Südchina erforschen wollten. Was die Gain-of-function-Forschung im Wuhan-Institut angeht, haben sich Baric und Daszak bisher nicht konkret geäußert.

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