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Weg mit den Sicherheitsgedanken

Nach dem Fehlstart gegen Hertha steht Werder schon wieder im Tabellenkeller. Trainer Florian Kohfeldt hofft, dass sich das durch einen Sieg gegen Schalke schnell ändert.

Nach dem Fehlstart gegen Hertha steht Werder schon wieder im Tabellenkeller. Trainer Florian Kohfeldt hofft, dass sich das durch einen Sieg gegen Schalke schnell ändert. (nordphoto)

Es war eine kurze Eröffnungsfrage bei der Pressekonferenz zum Schalke-Spiel, doch Florian Kohfeldt antwortete mit einem dreiminütigen Monolog. Der Werder-Trainer musste ganz offenbar einiges loswerden. Im ersten Teil seiner Antwort blickte er kritisch zurück auf die 1:4-Pleite gegen Hertha: „Den Start haben wir ganz klar verbockt. Wie wir Fußball gespielt haben, hat mich sauer gemacht. Das war nichts von dem, was wir uns vorgenommen hatten.“ Im zweiten Teil schaute Kohfeldt mit einem gewissen Trotz voraus auf die Partie gegen Schalke am Sonnabend (18.30 Uhr): „Wir gehen in den zweiten Spieltag. Fatalismus wäre so früh in der Saison nicht der richtige Weg. Ich gehe davon aus, dass wir am Samstag eine andere Leistung zeigen werden.“

Nach dem schwachen Auftritt gegen Hertha ist die Angst vor einer weiteren Saison ganz tief im Tabellenkeller in Bremen sofort wieder greifbar. Geht das ganze Dilemma einfach so weiter? Kohfeldt mag diese Sichtweise überhaupt nicht: „Es war gegen Hertha nicht alles so wie vorher. Das stimmt nicht. Es war wie vor der Corona-Pause, und da will ich nie wieder hin.“ Nach dem Re-Start der Bundesliga habe seine Mannschaft durchaus ein anderes Gesicht gezeigt, betonte Kohfeldt. Daraus zieht er jetzt Mut. Nach der Zwangspause kassierte Werder eine 1:4-Heimniederlage gegen Leverkusen, ehe sieben Punkte aus drei Partien folgten. „Gegen Leverkusen hatten wir nach dem Re-Start ein ähnliches Spiel wie jetzt gegen Hertha. Danach haben wir in den Alles-oder-Nichts-Modus gefunden, der unabdingbar für uns ist. Nur so können wir Bundesliga spielen“, betonte Kohfeldt. „Spielerische Dinge kommen im zweiten Schritt. Zuerst müssen wir gallig sein.“

Der Weg soll erkennbar sein

Gegen Schalke geht es für Werder als erst einmal um die Grundtugenden. Kohfeldt: „Wir hatten gegen Hertha nicht den Mut, nicht die Aggressivität, nicht das Tempo. Wir haben lieber hintenrum gespielt. Ich kann jeden verstehen, der das langweilig fand. Aber wir wollen keinen langweiligen Fußball spielen.“ Das Bremer Saisonziel lautet vielmehr, mutigen, attraktiven Ballbesitzfußball zu zeigen. Das gehe nicht von heute auf morgen, räumte Kohfeldt ein. „Aber wir müssen diesen Weg beschreiten, und das muss zu sehen sein. Wir können auch mal ein Spiel verlieren, aber man muss erkennen, dass wir leidenschaftlich, aggressiv und nach vorne spielen. Wir hatten gegen Hertha den einen oder anderen Sicherheitsgedanken zu viel im Kopf.“

Gegen Schalke soll das anders werden. „Wir müssen mit einer Leidenschaft ins Spiel gehen, die sichtbar ist“, forderte Sportchef Frank Baumann. Dafür braucht eine Mannschaft die geeigneten Spielertypen. Niclas Füllkrug tritt auf dem Platz so aggressiv auf wie kein anderer Werder-Spieler. Gegen Jena und Hertha wurde der Stürmer aber nur eingewechselt. Nachdem er den Großteil der vergangenen Spielzeit wegen eines Kreuzbandrisses verpasst hatte, war Füllkrug im Saisonfinale schon wieder zum Einsatz gekommen. Trotzdem müsse er jetzt langsam an die Startelf herangeführt werden, betonte Kohfeldt zuletzt.

Wie er mit der Personalie Füllkrug gegen Schalke umgeht, wollte der Werder-Coach noch nicht verraten: „Niclas und ich hatten viele Gespräche, die auch mal kontrovers waren. Spieler und Trainer haben eben nicht immer dieselbe Ansicht. Wir kennen uns aber lange und wissen genau, was wir aneinander haben. Die Ungeduld von ihm muss da sein. Die Fürsorge von mir muss genauso da sein.“ Jede Trainingswoche bringe Füllkrug weiter. Vor jedem Spiel gelte es abzuwägen, erklärte Kohfeldt: „Wann hilft er dem Team dauerhaft so, dass er sein Potenzial voll ausschöpfen kann? Nur das ist wichtig. Ich sehne es herbei, dass ich über einen längeren Zeitraum den absoluten Wunschstürmer der vergangenen Saison komplett dabei habe.“

Kein Freifahrtschein für Osako

Füllkrug könnte gegen Schalke die geforderte Leidenschaft auf den Platz bringen, Yuya Osako konnte das zuletzt nicht. Gegen Hertha spielte der Offensivmann derart schwach, dass seine Auswechslung von vielen Werder-Fans beklatscht wurde. „Das hat mir nicht gefallen. Yuya ist ein Spieler mit großen Qualitäten, der wahrnimmt, was um ihn herum passiert“, sagte Kohfeldt. „Er hatte vom ersten Tag an kein Standing hier. Ich weiß nicht, warum das so ist, aber er muss etwas dafür tun, dass es besser wird. Er hat auch schon was getan, hat wichtige Tore geschossen und Tore vorbereitet.“ Werders Trainer gab jedoch zu, dass Osakos Leistungen gegen Jena und Hertha schwach gewesen seien. „Er hat keinen Freifahrtschein, aber meine Grundüberzeugung ist, dass er ein sehr guter, kreativer Spieler für uns sein kann.“

Viele Fans werden genau beobachten, wie Kohfeldt nun mit seinen vermeintlichen Lieblingsschülern wie Osako oder auch Maximilian Eggestein verfährt. Gegen Hertha kam mit Tahith Chong nur ein neuer Spieler zum Einsatz. Setzt der Trainer gegen Schalke weiter auf bewährte Kräfte oder wagt er etwas Neues? Klar ist nur, dass bei einem erneuten Misserfolg auch die Kritik an Kohfeldt und seinen Personalentscheidungen schon wieder ähnliche Dimensionen wie in der Vorsaison erreichen könnte, zumindest im Umfeld. Intern gebe es derartige Diskussionen über den Trainer nicht, betonte Baumann. „Bei uns liegt der Fokus darauf, dass wir die Leistung der Mannschaft verbessern müssen. Alles andere ist kein Thema.“

Schalkes Coach David Wagner soll dagegen im Falle einer Niederlage gegen Werder die Entlassung drohen. 17 Bundesliga-Spiele in Serie hat seine Mannschaft nicht mehr gewonnen. Die Saison begann mit einer 0:8-Klatsche in München, doch ein Vorteil für die Bremer sei das keineswegs, sagte Kohfeldt. „Schalke wird mit Schaum vorm Mund gegen uns antreten. Das ist ein Gegner mit immenser individueller Qualität.“

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