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Germany

Weite Wege für Grünabfälle wegen Schließung einer Recyclingstation

Viele ältere Mahndorfer haben ihre Gartenabfälle bislang auf kurzen Wegen mit dem Fahrrad entsorgen können. Das ist mit der Schließung der Station am Weserpark vorbei.

Viele ältere Mahndorfer haben ihre Gartenabfälle bislang auf kurzen Wegen mit dem Fahrrad entsorgen können. Das ist mit der Schließung der Station am Weserpark vorbei. (Christian Kosak)

Große Wellen schlägt nach wie vor das endgültige Aus der Recyclingstation am Weserpark. Das Ortsamt Osterholz hat in der Zwischenzeit Wurfsendungen an die Bewohner der Kuhkampsiedlung verteilt und das Thema steht außerdem auf der Tagesordnung der kommenden Beiratssitzung am 9. Dezember. Unterdessen sammeln Bürger in den betroffenen Quartieren Unterschriften, eine Online-Petition steht kurz vor dem Start.

Beschwerden kommen aber auch aus Hemelingen, denn auch viele Mahndorfer und einige Arberger haben das Angebot im Weserpark genutzt. Wolfgang Schäfer wohnt in der Kuhkamp­siedlung in Osterholz und ist einer der Initiatoren der Unterschriftensammlung im Stadtteil. „Ich schätze bis Montag haben wir 500 bis 700 Unterschriften zusammen“, sagt er. Eine kleine Gruppe sei sehr aktiv dabei. „Wir sind vor vollendete Tatsachen gestellt worden“, fasst er das Empfinden der Betroffenen zusammen.

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Nach seiner Beobachtung ist die Anlage in Oberneuland, die als Ersatz genutzt wird, in einem noch schlechteren Zustand, als die Recyclingstation am Weserpark. „Sicherlich gab es dort gewisse Mängel“, räumt er ein. „Aber dann hätte man im Vorfeld einen Runden Tisch machen müssen mit dem Ortsamt, mit der Ortspolitik und dem Weserpark“, meint er.

„Aber die Anlage jetzt einfach dichtmachen nach zwei Monaten der Unklarheit – so kann man nicht mit Bürgern umgehen.“ Er frage sich, warum nur für die Anlage in Weserpark ein Gutachten in Auftrag gegeben wurde. Die Bremer Stadtreinigung hatte für die Anlage am Weserpark ein externes Gutachten beauftragt. Das Ergebnis der Prüfung war, dass teils erhebliche Mängel bei der Erfüllung der Arbeitsstättenverordnung und der Arbeitssicherheit vorhanden sind

Sicherheitsmängel

Gleichzeitig möchte die Bremer Stadtreinigung alle Anlagen an die allgemeinen Bundesstandards anpassen. Dafür müssten einige Anlagen ausgebaut werden. Eine Erweiterung, um alle gesetzlichen Standards und Vorgaben zu erfüllen, sei aber am Standort Weserpark nicht möglich, hieß es in der vergangenen Woche seitens der Bremer Stadtreinigung. Von der Ausweichmöglichkeit zur Recyclingstation Oberneuland in der Rockwinkeler Landstraße hält Wolfgang Schäfer wenig. „Wenn dort ein Container abgeholt wird, dann muss die Anlage geschlossen werden und dann bricht dort alles zusammen, gerade am Wochenende.“ Der Verkehr staue sich dann auf der Rockwinkeler Landstraße. Eine Beobachtung, die auch andere Kunden der Stadtreinigung zumindest am Wochenende gemacht haben.

Gerade für ältere Menschen, die vorher ihre Gartenabfälle in den Weserpark gebracht haben, ist der Weg lang. „Und wir müssen als Anwohner ja auch das Laub der Straßenbäume entsorgen“, sagt Wolfgang Schäfer. Und noch etwas kritisiert er: „Ich bin der Meinung, wenn jetzt alle große Umwege fahren und nicht mit dem Fahrrad ihre Gartenabfälle wegbringen können, dann kann das nicht im Sinne einer grünen Politik sein.“ Auch in Mahndorf ist der Ärger groß. „Wir sind erbost“, sagt Jochen Hübner. „Ich habe zwar die Gelegenheit, mein Auto zu nutzen, aber ich denke auch an meine Nachbarn.“ Viele seien zuvor mit dem Rad zur Recyclingstation am Weserpark gefahren. „Aber wie sollen die jetzt mit einem Laubsack und Fahrrad nach Oberneuland kommen?“, fragt der Mahndorfer. Auch ihn ärgert, dass die Stadt die Menschen mit dem Laub nun alleine lasse. „Wir haben mehrere Kubikmeter Laub der Straßenbäume, für das sich die Stadt nicht zuständig fühlt.“

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Die nun geschlossene Recyclingstation trifft offenbar auf einen wunden Punkt in Mahndorf. Aus der Sicht von Jochen Hübner wird Mahndorf vernachlässigt. „Die Maßnahmen kommen hier nicht an. Es fehlen Fußwege, es fehlen Bordsteine, ich habe noch nie erlebt, dass hier die Straße gefegt wurde.“ Dazu komme die Abwanderung von Geschäften. „Wir haben hier eine leere Einkaufszeile an der Mahndorfer Heerstraße.“ Es gebe nicht mehr viel in Mahndorf.

„Dafür belastet man uns mit immer mehr Verkehr, aber tut nichts für uns“, ärgert sich Jochen Hübner. Die Online-Petition sei inzwischen eingereicht, sagt der Osterholzer Bürgerschaftsabgeordnete Claas Rohmeyer (CDU). Die Recyclingstation sei außerdem Thema in der Sitzung des Ortsverbandes seiner Partei gewesen. „Wir erwarten, dass es eine neue Station in Osterholz gibt“, sagt er. Die jetzige Situation sei nicht akzeptabel. „Es gibt genügend Platz im Gewerbegebiet“, meint Rohmeyer.

Zur Sache

Eine Frage des Laubes

Knapp 5500 Tonnen Herbstlaub fallen jedes Jahr in Bremen an. Die Entsorgung ist für viele lästig, aber auf Gehwegen auch Pflicht. In Bremen gilt in der Regel, dass Grundstückseigentümer, manchmal auch Mieter, für das abgeworfene Blattwerk der Straßenbäume auf Gehwegen verantwortlich sind. Ähnlich sieh es bei Schnee und Eis aus. Eigentümer können für Schäden, die durch rutschiges Laub entstehen, zum Beispiel Stürze, in Haftung genommen werden. Es gilt weiterhin, dass ein Grundstückseigentümer mit Baumbestand nicht die Gärten der Nachbarn vom Laub befreien muss, das von seinen Bäumen hinüber geweht wird.

Eine definierte Frequenz, wie oft Gehwege vom Laub gereinigt werden müssen, gibt es allerdings nicht. Es gilt aber, dass viel benutzte Wege häufiger gereinigt werden müssen, als weniger genutzte. Obacht gilt auch für Passanten. Bei Rutschgefahr durch nasses Laub sind Fußgänger und Jogger verpflichtet, vorsichtig zu sein. Das bunte Blätterkleid kann beispielsweise Stufen und Schlaglöcher verdecken. Wer im Herbst in der Nacht oder bei schlechter Sicht unterwegs ist, sollte besonders umsichtig laufen, sonst könnte ihn ein Mitverschulden treffen - darauf weist die Verbraucherzentrale Bremen hin.

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