Erneut ist in Potsdam eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Zuerst war geplant, sie kommenden Mittwoch zu entschärfen. Doch weil die Bombe beschädigt ist, soll sie nun gesprengt werden, wie die Stadt Potsdam am Montag mitteilte.

Die Weltkriegsbombe war bei einer Suche in etwa drei Metern Tiefe und unter einem Meter Schlamm im Aradosee gefunden worden. Da die Bombe am Heck stark verkrustet sei, der Zünder nicht identifiziert werden kann und ein großer Baum samt Krone auf dem Blindgänger liegt, müsse die Bombe gesprengt werden. Um den Splitterflug zu begrenzen, werde erneut ein 7 x 7 Meter großes Strohfloß zum Einsatz kommen. 

Am Freitag wurde die Fünf-Zentner-Bombe kontrolliert gesprengt (Foto: dpa)
Erst Ende Juni war in Potsdam eine Fünf-Zentner-Bombe kontrolliert gesprengt worden (Foto: dpa)

Laut Mitteilung wird ein Sperrkreis mit einem Radius von 800 Metern eingerichtet. Etwa 7500 Menschen in Babelsberg, Zentrum Ost und der Teltower Vorstadt, die innerhalb des Sperrkreises leben, müssen diesen bis 8 Uhr verlassen haben. Im Sperrkreis befinden sich drei Senioreneinrichtungen, vier Kitas, zwei Schulen sowie das Bundespolizeipräsidium, die evakuiert werden müssen.

Die Sperrungen

Während des Einsatzes wird es Sperrungen in der Teltower Vorstadt, Babelsberg und Zentrum Ost geben. Der Sperrbereich wird begrenzt durch den Horstweg, die Heinrich-Mann-Allee, den Humboldtring sowie die Rudolf-Breitscheid-Straße. Die Nuthestraße wird an der Abfahrt Horstweg gesperrt, bis zur Abfahrt Wetzlarer Straße bleibt sie offen, im Norden ist die Berliner Straße frei, eine Auffahrt auf die Nuthestraße ist dort auf Grund der Sperrung nicht möglich.

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Der Potsdamer Hauptbahnhof und der S-Bahnhof Babelsberg seien nicht betroffen und blieben während der gesamten Maßnahmen offen.  

Mehr als 300 Helferinnen und Helfer, unter anderem von der Landeshauptstadt Potsdam, der Berufsfeuerwehr, freiwilligen Feuerwehren, Bundespolizei und Polizei sollen den Einsatz begleiten und absichern. 

Angaben zum genauen Fundort und zu einem möglichen Sperrkreis sollen am Montag bekanntgegeben werden. Die Bombe ist der 204. Blindgänger, der seit der Wende in Potsdam gefunden wurde. In der Statistik werden Fliegerbomben ab 50 Kilogramm erfasst.

Erst vor rund zwei Wochen war eine Bombe am Grund der Havel in der Potsdamer Innenstadt gesprengt worden. Insgesamt 13.000 Menschen im Sperrkreis mit einem Radius von 800 Metern mussten ihre Wohnungen verlassen.