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Wenn der Innenverteidiger den „Scorpion Kick“ auspackt – Bremer Spektakel

Was für ein Einstand, welch ein Ausrufezeichen. Mit dem höchsten Saisonsieg hat Werder Bremen nach turbulenten zwei Wochen das Debüt von Trainer Ole Werner gefeiert. Im ersten Spiel unter der Regie des 33-Jährigen gewann der Bundesliga-Absteiger am Freitagabend gegen Erzgebirge Aue mit 4:0 (2:0) und bescherte dem neuen Hoffnungsträger an der Weser damit einen perfekten Start. Werner hatte die Nachfolge des wegen der Impfpass-Affäre zurückgetretenen Markus Anfang erst zu Beginn der Woche angetreten.

Vor 15.024 Zuschauern im nasskalten Weserstadion brachten Romano Schmid (7. Minute) und Milos Veljkovic (19.) die Norddeutschen vor der Pause mit zwei sehenswerten Treffern in Führung. Marvin Ducksch (53.) und Niclas Füllkrug (57.) erhöhten nach dem Seitenwechsel.

Nach dem Chaos seit dem Rücktritt von Anfang wirkte die Bremer Mannschaft unter dem vierten Trainer im vierten Spiel wie befreit. Der neue Coach hatte in Schmid und Veljkovic zwei neue Spieler in die Startelf berufen – und beide dankten es mit ihren jeweils ersten Saisontoren. Schmidt schlenzte den Ball bereits in der siebten Minute wunderbar in den rechten oberen Winkel des Aue-Tores. Zwölf Minuten später erhöhte Veljkovic mit einem spektakulären Hacken-Tor auf 2:0 – ein Innenverteidiger, der per Scorpion Kick trifft – das hatte das Weserstadion auch noch nicht erlebt

SV Werder Bremen v FC Erzgebirge Aue - Second Bundesliga

Ole Werners erstes Spiel als Trainer von Werder Bremen

Quelle: Getty Images/Martin Rose

Die Bremer hatten die Partie von Beginn an im Griff und überzeugten phasenweise mit schönem und flüssigem Kombinationsspiel. „Ich habe erst einmal auf viel zurückgegriffen, was bei der Mannschaft schon vorhanden war und zusätzlich nur an der einen oder anderen Stellschraube gedreht“, hatte Werner vor der Partie im TV-Sender Sky bescheiden gesagt.

Doch nach den misslungenen Umstellungen von Interimscoach Christian Brand beim 1:2 in Kiel vor einer Woche schien Werner in den wenigen Tagen bis zum Spiel die richtigen Worte und Ideen gefunden zu haben. Schon im Sommer war der 33-Jährige, der Holstein Kiel fast in die Erste Liga geführt hatte, ein Kandidat in Bremen gewesen. Mit etwas Verspätung feierte er nun sein Debüt an der Weser – und was für eines.

Denn schon vor der Pause hätte Leonardo Bittencourt die Führung der Gastgeber weiter ausbauen können, traf aber nur den Pfosten. Besser machte es da Ducksch nach dem Seitenwechsel, als er nach schönem Zuspiel seines Sturmpartners Füllkrug auf 3:0 erhöhte.

Von den Gästen, bei denen Trainer Marc Hensel wegen seiner vierten Gelben Karte nur von der Tribüne aus zuschauen durfte und von Pavel Dotchev vertreten wurde, war dagegen nichts zu sehen. Werder hatte so leichtes Spiel und kam durch den starken Füllkrug zum vierten Treffer. Aue wurde lediglich bei einem Lattentreffer von Dmitri Nazarov gefährlich (75.).

Hennings macht Fortuna froh

Auch Darmstadt 98 kassierte zum Auftakt des Spieltags eine überraschende Niederlage. Die Hessen verpassten beim 1:3 (0:2) gegen Fortuna Düsseldorf den möglichen Sprung an die Tabellenspitze. Rouwen Hennings (16.), ein Eigentor von Klaus Gjasula (41.) und Khaled Narey (76.) besiegelten vor 12.450 Zuschauern im Stadion am Böllenfalltor die erste Pleite für die Darmstädter seit sieben Spielen. Das Tor von Phillip Tietz (85./Foulelfmeter) hatte nur noch statistischen Wert.

Zwar setzten die Hausherren durch einen Kopfball von Gjasula (2.) an den Außenpfosten das erste Offensivzeichen. Danach kontrollierte aber die Fortuna das Spiel und wurde von Minute zu Minute sicherer. Die zweite Chance führte zur Führung der Rheinländer durch Hennings, der den Ball von der Strafraumgrenze ins rechte untere Eck schlenzte. Auch am zweiten Treffer war Hennings beteiligt: seinen Distanzschuss fälschte Gjasula unhaltbar für Lilien-Torwart Marcel Schuhen ab.

Darmstadt 98 - Fortuna Düsseldorf

Nicht zu stoppen: Oldie Rouwen Hennings bleibt für Düsseldorf auch in dieser Saison wichtig

Quelle: dpa/Uwe Anspach

Nach dem Wechsel wurden die Darmstädter stärker, konnten jedoch ihre Möglichkeiten nicht nutzen. Die beste Chance hatte Tietz, der nur den Pfosten traf. Düsseldorf wurde in der Schlussphase wieder sicherer. Erst traf Christoph Klarer (70.) per Kopf nur die Latte, dann sorgte Narey aus 17 Metern für die Entscheidung.