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Germany

Werden Traumata wirklich an die Enkel weitergegeben?

Eltern vererben nicht nur ihre Gene an die Kinder, sondern auch das, was ihnen im Leben widerfährt: Seit einigen Jahren gilt diese Erkenntnis als revolutionär in der Biologie und Medizin. Forscher gehen davon aus, dass alles, was Menschen oder Tiere erleben, Einfluss hat auf das sogenannte Epigenom – auf die molekularen Strukturen also, die sich um und auf den DNA-Strängen in jeder einzelnen Zelle befinden. So verändere etwa die Art, wie wir essen, wie viel Stress wir haben, welchen Umweltgiften wir ausgesetzt sind, dieses Epigenom.

Das, so die Forscher, hat nicht nur Einfluss auf unser eigenes Leben. Denn zumindest einige dieser epigenetischen Marker vererben Organismen auch an ihre Nachkommen. Das hieße: Mit dem, was wir tun und erleben, beeinflussen wir das Leben unserer Kinder – noch bevor diese überhaupt gezeugt werden.

Ein Gespräch mit der Epigenetikerin Isabelle Mansuy.

WELT: Als 2015 die Studie mit Holocaust-Opfern veröffentlicht wurde, klang es in der Berichterstattung so, als sei das jetzt der Beweis: Menschliche Traumata vererben sich über Generationen.

Isabelle Mansuy: Das ist absolut nicht richtig.

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