Berlin – Es geht um das größte Bordell Deutschlands, um Sex-Zimmer statt Wohnzimmer nahe dem Salzufer – aber beim Nachbarn regt sich Widerstand...

Am Donnerstag ist Gerichtstermin vor Ort. Englische Straße in Charlottenburg, Hausnummer 29, Baujahr 1888, vier Etagen, knapp 30 Wohnungen, alle inzwischen leer. Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hatte der damaligen Haus-Eigentümerin am 17. Juni 2015 einen Bauvorbescheid erteilt.

Konkret: „Für den Abriss eines mehrstöckigen Wohngebäudes und den Neubau eines Bordells mit 93 Gastzimmern auf einer Geschossfläche von rund 3880 Quadratmetern und einer zweigeschossigen Tiefgarage mit rund 40 Stellplätzen“, erklärt Dr. Remzi Karaalp, im Bezirksamt zuständig für Rechtsangelegenheiten.

Ein Mega-Puff also. Und den will der Grundstücksnachbar – die TLG Immobilen AG – mit allen Mitteln verhindern.

Aber davon will man im Rathaus nichts hören: „Nach Auffassung des Bezirksamts fügt sich das Vorhaben planungsrechtlich in die nähere Umgebung ein und verursacht – bei einem strikten Ausschluss von Außenwerbung und auffälliger Fassadengestaltung – keine unzumutbaren Belästigungen für die Nachbarschaft“, betont Karaalp. „Der Vorbescheid war daher zu erteilen.“ Diese Auffassung sei auch im Rahmen des Widerspruchsverfahrens durch die zuständige Senatsverwaltung bestätigt worden.

Und wie argumentiert die TLG Immobilien AG? Trotz mehrfacher Rückfrage gab es bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme. Laut Karaalp werte die TLG die Umgebung dort als „einen hochwertigen Büro- und Gewerbestandort“, welcher eine Bordellnutzung ausschließe.

Ob das Verwaltungsgericht das genauso sieht, wird die mündliche Verhandlung am Donnerstag zeigen...