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Wiege der beruflichen Karriere

Jobmesse in der Stadthalle spricht nicht nur Schüler an – Alle Branchen auf der Suche

Wie geht es weiter nach der Schule? Antworten darauf liefert die Jobmesse in der Stadthalle Erding. An diesem Samstag ist sie noch bis 17 Uhr geöffnet.

Erding - Wie geht es weiter nach der Schule? Fast zwei Jahre lang waren Schüler und ihre Familien mit dieser Frage weitgehend auf sich allein gestellt. Denn Messen waren während Corona nicht erlaubt. Nun gehen sie wieder an den Start. Den Auftakt bildete am Freitag die Jobmesse des Hallo-Verlags in der Stadthalle, die noch bis Samstag dauert.

28 Aussteller konnte Hallo-Geschäftsführer Franz Becker gewinnen. Das sind zwar einige weniger als in den Jahren zuvor, dennoch ergibt sich ein vielfältiges Bild über die beruflichen Möglichkeiten in der Region.

Am Freitagvormittag bevölkerten vor allem Schulklassen die Stände, am Nachmittag schauten dann zahlreiche Eltern mit ihren Kindern vorbei. Unter ihnen war auch Colleen Behr. Die 14-Jährige aus Erding besucht die achte Klasse der Mädchenrealschule Heilig Blut. „Eigentlich will ich etwas mit Chemie oder mit Geld machen. Da bin ich hier leider nicht fündig geworden.“ Nun wolle sie die Gunst der Stunde nutzen und andere Berufe kennen lernen.

Marie Hauzenberger weiß noch gar nicht, was sie beruflich machen will. Etwas Zeit hat die Achtklässlerin ebenfalls von der Mädchenrealschule auch noch, sie besucht die achte Klasse. Die Hoffnung der Wörtherin: „Vielleicht finde ich hier einen Praktikumsplatz.“

Damit ist Marie nicht allein. „Das Gros erkundigt sich nach Praktika“, berichtet Silke Kerschl am Stand des Klinikums. „Es sind auch noch ganz junge Schüler dabei“, pflichtet ihr Alina Reuther, Teamleiterin der Zentralen Praxisanleiter, bei – zum Teil Zwölfjährige. Das Klinikum wirbt vor allem für die Pflegeschule, wo man ein- bis dreijährige Ausbildungen zum Pflegefachhelfer beziehungsweise zur Pflegefachfrau oder Pflegefachmann absolvieren kann. Gezielte Nachfragen, so Reuther und Kerschl, gebe es weniger, „viele wissen gar nicht, was alles hinter diesem Beruf steckt“, erzählen sie.

Wer die Jobmesse besucht, kann sich den Weg zur Agentur für Arbeit sparen. Die ist nicht nur mit Berufsberatern vor Ort, sondern auch mit ihren eigenen Jobangeboten, etwa die Ausbildung zum Fachangestellten für Arbeitsmarktdienstleistungen. „Wir helfen den Schülern, die richtige Lehrstelle zu finden“, erklärt Ellinor Scheigenpflug-Rauscher. Ihre Kollegin Svetlana Kulesa berät zudem Erwachsene, die sich nach einem neuen Job umsehen oder noch einmal etwas Neues lernen wollen.

Wie die Ausbildung etwa am Landratsamt zum Verwaltungswirt oder zum Verwaltungsfachangestellten aussieht, darüber informierten die Azubis aus der Kreisverwaltung aus der Praxis. Bewerben kann man sich hier noch für den Start im Herbst 2023, einige Gemeinden stellen aber auch noch im kommenden Jahr Azubis ein. Was viele nicht wissen: Beim Landkreis kann man auch den Beruf des Straßenwärters erlernen. Für den öffentlichen Dienst war auch die Bundespolizei vertreten.

Einen schweren Stand hatte Kreishandwerksmeister Rudolf Waxenberger, auch wenn er mit den Innungen gleich am Eingang platziert ist. „Das Interesse an Handwerksberufen ist auf Messen leider nach wie vor nicht sehr groß“, berichtet der Bauunternehmer. Dabei bestehe hier die Gelegenheit, „sehr früh ein gutes Gehalt zu verdienen“. Waxenberger ist überzeugt: „Handwerker werden künftig die Besserverdiener sein, denn ihr Können ist gefragt und kann nicht von Künstlicher Intelligenz ersetzt werden.“ Schreiner und Zimmerer hätten noch einen guten Zulauf. Metzger und Bäcker täten sich deutlich schwerer.

Veranstalter Becker berichtet aus Gesprächen mit den Ausstellern: „Alle Branchen suchen derzeit.“ Umso wichtiger seien Messen. „Weil es etwas anderes ist, sich aus erster Hand informieren zu können.“

Die Jobmesse

findet noch an diesem Samstag von 9 bis 17 Uhr bei freiem Eintritt in der Stadthalle Erding statt. Besucher müssen geimpft, genesen oder PCR-getestet sein (G3 plus-Regel). Dafür entfällt die Maskenpflicht.

ham