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Zeremonie fällt kleiner aus: Nationalfeiertag in Frankreich: Spahn und Laschet zu Gast

Zeremonie fällt kleiner aus : Nationalfeiertag in Frankreich: Spahn und Laschet zu Gast

Frankreichs Präsident Macron will sich am Nationalfeiertag bei Partnern bedanken, die in der Corona-Krise halfen. Darunter ist auch Deutschland. Das Militärspektakel fällt deutlich kleiner aus als sonst.

Bei einer Zeremonie zum französischen Nationalfeiertag will Staatspräsident Emmanuel Macron heute seinen Landsleuten für den Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie danken. Dabei sollen insbesondere Krankenhaus- und Pflegekräfte geehrt werden.

Eingeladen zu der Feier in Paris sind auch Vertreter aus Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz - diese Länder hatten im Frühjahr Patienten aus Ostfrankreich übernommen, das von der Pandemie besonders betroffen war.

Aus Deutschland werden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (beide CDU) erwartet. Laschet ist auch deutsch-französischer Kulturbevollmächtigter.

Wegen der Corona-Krise verzichtet Frankreich erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs auf die traditionelle Militärparade. Stattdessen werden sich Macron, Soldaten und Gäste auf der Place de la Concorde im Herzen der Hauptstadt versammeln. Eine Teilnahme ohne besondere Einladung ist nicht möglich. Die Armee ist nach eigenen Angaben mit gut 2000 Teilnehmern dabei.

Geplant ist unter anderem eine Hommage an den Weltkriegshelden und früheren Präsidenten Charles de Gaulle, der vor 50 Jahren starb. Über dem riesigen Platz werden mehr als 50 Militärflugzeuge unterwegs sein. Am Abend wird es in der Hauptstadt ein Feuerwerk in der Nähe des Eiffelturms geben - der Bereich wird jedoch weiträumig abgesperrt werden, um Menschenansammlungen zu verhindern.

Frankreich gehört in Europa zu den Ländern, die von der Coronavirus-Pandemie hart getroffen wurden, rund 30.000 Menschen starben. Wie in anderen Staaten auch wird eine „zweite Welle“ der Pandemie befürchtet. Nach Angaben der Industriestaatenorganisation OECD könnte die französische Wirtschaft 2020 im schlimmsten Fall um mehr als 14 Prozent schrumpfen. Große Industrieunternehmen wie Airbus oder Renault kündigten bereits den Abbau Tausender Stellen an.

Nach der Feier will der 42 Jahre alte Macron in einem TV-Interview seinen Landsleuten erklären, wie er sich den Weg aus der schweren, coronabedingten Krise vorstellt. Erst zu Monatsbeginn hatte der seit gut drei Jahren amtierende Staatschef den Krisenmanager Jean Castex zum neuen Premierminister ernannt und mehrere wichtige Ressorts der Mitte-Regierung neu besetzt. Nach den Sommerferien soll es einen Wiederaufbauplan der Regierung geben, um die Beschäftigung im Land abzusichern.

Noch vor einem Jahr hatte Macron den 14. Juli unter ganz anderen Vorzeichen zelebriert. Mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und anderen hochrangigen Gästen hatte er den Willen für mehr Europa bei der Verteidigung signalisiert. Aufsehen erregte damals „Raketenmann“ Franky Zapata, der mit seinem sogenannten Flyboard eine Runde vor der Ehrentribüne drehte.

Frankreich erinnert mit dem 14. Juli an den Sturm auf die Bastille im Jahr 1789, der als symbolischer Beginn der Französischen Revolution angesehen wird.

© dpa-infocom, dpa:200714-99-780554/2

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