Die Berliner Polleritis wird immer mehr zum Ärgernis. Jetzt macht die rigorose Sperr-Methode sogar in kleinen Anliegerstraßen nicht Halt.

Seit mehr als drei Jahren sind die hübschen Reihenhäuser an der Kasperstraße in Altglienicke fertig. Doch der Bezirk Treptow-Köpenick hat die Straße immer noch nicht abgenommen.

Der Grund: Für die zweiten Parkplätze vor den Häusern fehlen die Einfahrten. Die Eigentümer mussten ein Stück über den Gehweg fahren. Doch statt sie zu bauen, hat Investor Bonava sie jetzt zugepollert! Die Anwohner sind empört.

Auch Alexander Delvenne (36) hätte sich eine breitere Auffahrt zu seinen beiden Abstellflächen gewünscht: „Parkplätze sind hier begehrt. Die Poller sehen schrecklich aus und behindern die Müllabfuhr.“

Die Poller-Posse begann, als die Anrainer sich einen Zweitparkplatz pflasterten. Laut Bonava ist das erst mal kein Problem. Aber weil die Einfahrten dafür fehlen, forderte der Bezirk das Immobilienunternehmen zum Handeln auf.

Anwohner Alexander Delvenne (36) kann seinen zweiten Parkplatz vor dem Reihenhaus in Altglienicke nicht nutzen, weil er zugepollert wurde (Foto: Sven Darmer *)
Anwohner Alexander Delvenne (36) kann seinen zweiten Parkplatz vor dem Reihenhaus in Altglienicke nicht nutzen, weil er zugepollert wurde (Foto: Sven Darmer *)

Delvenne: „Bonava wollte daraufhin von uns einen Kostenvoranschlag von 5000 Euro. Und das für ein paar Pflastersteine. So was kostet maximal 2500 Euro.“

Er und andere Anwohner der Kasperstraße weigern sich, den hohen Preis zu zahlen. Sie schlugen vor, die Zufahrten selbst zu pflastern. Der Investor stimmte nicht zu – und stellte daraufhin acht Poller vor die Reihenhäuser, um die Parkplätze abzuriegeln.

Eine Bonava-Sprecherin zu B.Z.: „Wir sind mit dieser Situation auch nicht glücklich. Wir haben den Grundstückseigentümern mehrfach Angebote für die Einrichtung einer zweiten Zufahrt gemacht. Da es von einigen ausgeschlagen wurde, haben wir nun Poller gesetzt.“