Köln – Mein Gott, Herr Pfarrer! Mit Franz Meurer (69, katholisch) und Hans Mörtter (65, evangelisch) mischen zwei bekannte Kölner Geistliche den Wahlkampf ums Oberbürgermeister-Amt auf. Dass Geistliche sich so konkret zu irdischer Parteipolitik äußern – ungewöhnlich. Die evangelische Kirche kündigte am Montag an, die Aussagen Mörtters überprüfen zu wollen.

CDU-Mitglied Meurer warb offen für SPD-Kandidat Andreas Kossiski (62). Mörtter (parteilos) erklärte in seinem „Wort zum Sonntag“: „Die Zukunft unserer Stadt ist Rot-Rot-Grün.“

Grundsätzlich ja, sagt die evangelische Kirche im Rheinland im Fall von Südstadtpfarrer Mörtter. „Allerdings müssen sie bei ihren Äußerungen und ihrem Auftreten beachten, dass sie für alle Gemeindeglieder ansprechbar sein sollen und daher durch ihre Äußerungen Menschen nicht verletzen oder durch ihre Äußerungen zurückstoßen dürfen“, so Sprecher Jens Peter Iven (54) zu BILD.

„Im Blick auf dieses Kriterium werden wir die Einlassungen von Pfarrer Mörtter zur Kölner Kommunalpolitik überprüfen.“

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Pfarrer Franz Meurer (69, CDU) wirbt offen für SPD-Kandidat Andreas Kossiski (62)

Foto: Facebook/Andreas Kossiski

Mörtter selber sieht das gelassen. Er habe viel Zuspruch bekommen, nur einige Gemeindemitglieder hätten stinksauer reagiert und gesagt, Kirche müsse sich da raushalten. Mörtter: „Über diese fundamentalistischen Äußerungen bin ich allerdings sehr erstaunt.

Und gab‘s Ärger bei Pfarrer Meurer! „Nee, hier ruht still der See. Keine Aufregung in der Gemeinde und von oben“, so Meurer. Das Erzbistum wollte sich zur Wahlwerbung des prominenten Geistlichen nicht äußern.