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"Perfide Art der Kriminalität": Faeser will Trickbetrügern das Handwerk legen

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Faeser setzt beim Kampf gegen Trickbetrüger vor allem auf Prävention.

(Foto: dpa)

Trickbetrüger betreiben einigen Aufwand, um an das Geld ihrer Opfer zu kommen - und sie passen ihr Repertoire ständig an. Bundesinnenministerin Faeser berichtet von einem massiven Anstieg der Fälle. Um das Problem in den Griff zu bekommen, setzt sie vor allem auf Aufklärungsarbeit.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser will stärker gegen Trickbetrüger und deren vielfältige Maschen vorgehen. "Ich glaube, was wichtig ist, ist die Behörden entsprechend auszustatten, dass sie auch entsprechend arbeiten können", sagte die SPD-Politikerin in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY - Spezial" zum Thema Betrug. "Aber was das Allerwichtigste ist, ist die Präventionsarbeit. Wir müssen aufklären, aufklären, aufklären, damit die Menschen nicht darauf reinfallen."

Um "mehr für die Aufklärungsarbeit zu tun", wolle man enger mit dem Bundeskriminalamt, aber auch mit den Landeskriminalämtern kooperieren, sagte Faeser. Im Kampf gegen Betrüger habe man gesehen, "dass wir auf unterschiedliche Kriminalitätsformen auch entsprechend natürlich mit Personal reagieren müssen", sagte Faeser. "Und das gilt natürlich vor allem gegenüber der organisierten Kriminalität." Es sei ihr ein persönliches Anliegen, weil in Fällen wie beispielsweise den sogenannten Schockanrufen so viel Energie dahinter stecke und so viele Menschen geschädigt würden. Die Fälle seien massiv angestiegen. "Und es trifft die Menschen in ihrem ureigensten Umfeld, bei sich zu Hause, wo sie sich eigentlich sicher fühlen, wenn sie ans Telefon gehen. Und dass damit so viel Geld erbeutet wird, so viele Menschen Opfer sind, das treibt mich um, da jetzt härter vorzugehen", sagte sie.

Kein Grund zur Scham

Faeser sagte, es mache sie wütend, wenn sie sehe, wie Betrüger emotionale Notlagen von älteren Menschen ausnutzten. "Und das treibt mich auch an, gerade gegen diese perfide Art der Kriminalität vorzugehen und vor allem aufzuklären", sagte sie im Gespräch mit Moderator Rudi Cerne.

Wer Opfer eines Schockanrufs werde, habe keinen Grund, sich zu schämen. "Das kann jedem passieren, zu jeder Tages- und Nachtzeit", sagte die Ministerin. Wenn einem vorgegaukelt werde, dass das eigene Kind in Not sei, dann "mache das emotional etwas" mit einem. "Deswegen kann ich nur jedem Opfer sagen: Bitte schämen Sie sich nicht. Es ist überhaupt nichts Schlimmes dabei, dass man dort reingefallen ist, sondern gehen Sie zu einer Polizeidienstelle, bringen Sie es zur Anzeige!"

"Schockanrufer" sind Betrüger, die am Telefon die Notlage eines Familienmitglieds vorgaukeln, für das sie einen hohen Geldbetrag benötigen. Immer wieder kommt es vor, dass Opfer hohe Summen und Schmuck aushändigen. In der ZDF-Sendung ging es auch um Finanzierungsbetrug, Faksimile-Betrug und Tinder-Trading-Scam.