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Angriffe überschatten Ukraine-Besuch von Guterres

Am Donnerstag wurde bei einem Angriff vor Sonnenaufgang eine weitere Person getötet, 18 weitere seien verletzt worden, darunter zwei Kinder. In beiden Fällen wurden bei russischen Bombardierungen Wohngebiete getroffen, so der Katastrophenschutz. Es sei „ein zynischer Angriff auf Zivilisten, für den es keine Rechtfertigung gibt und der die Ohnmacht des Angreifers zeigt“, schrieb Selenskyj nach dem Beschuss am Mittwoch in den sozialen Medien.

Strategisches Patt
Unterdessen sei es ukrainischen Soldaten im Süden gelungen, einen Vorstoß russischer Truppen nordöstlich von Cherson zu verhindern, sagte ein ukrainischer Militärexperte. Selenskyjs Berater Olexij Arestowytsch erklärte in einer Videobotschaft, derzeit herrsche eine strategische Pattsituation. Seit vergangenen Monat seien russische Truppen nur „minimal vorangekommen“, und in einigen Fällen hätten die ukrainischen Streitkräfte Boden gutgemacht.

Nach Explosionen Flugzeuge verlegt
Für Aufsehen sorgten zuletzt unter anderem mehrere Explosionen in russischen Militäreinrichtungen auf der Krim, wo Russlands Schwarzmeerflotte stationiert ist. Mehrere russische Kampfjets wurden dabei zerstört. Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes hat Russland deswegen einige Flugzeuge und Hubschrauber ins Landesinnere der Halbinsel und auf Flugplätze in Russland verlagert. Laut russischen Medienberichten wurde zudem der Kommandant der Schwarzmeerflotte ausgetauscht.

Für die Explosionen auf der Krim macht Russland in dem einen Fall einen Verstoß gegen den Brandschutz und im anderen Saboteure verantwortlich. Die Ukraine hat offiziell keine Verantwortung für die Vorfälle übernommen, aber angedeutet, dass sie dahinterstecken könnte.

Dreier-Treffen in Lemberg
Der Krieg tobt seit fast einem halben Jahr. Tausende Menschen wurden getötet, Millionen sind auf der Flucht. Die Beziehungen zwischen dem Westen und Russland stecken in einer solch tiefen Krise wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. Mit Spannung wird daher das Treffen zwischen Selenskyj, Erdogan und UN-Chef Guterres erwartet. Im Laufe des Tages sollen sie im westukrainischen Lemberg zusammenkommen. Bei dem Dreier-Treffen soll es darum gehen, wie der Krieg politisch gelöst werden kann, es könnten Verhandlungen für einen Waffenstillstand angebahnt werden.

Antonio Guterres traf am Donnerstag in Lemberg ein. (Bild: APA/AFP/Dimitar DILKOFF)

Antonio Guterres traf am Donnerstag in Lemberg ein.

(Bild: APA/AFP/Dimitar DILKOFF)

, sowie um die Wiederaufnahme der monatelang blockierten Getreide-Exporte aus den ukrainischen Schwarzmeerhäfen. Diese liefen erst kürzlich wieder an, nachdem unter Vermittlung der Vereinten Nationen und der Türkei ein seltener diplomatischer Durchbruch gelungen war. Thema wird auch die Lage rund um das Atomkraftwerk Saporischschja sein. Europas größtes AKW soll zuletzt mehrfach unter Beschuss geraten sein, Russland und die Ukraine geben sich dafür gegenseitig die Schuld.