Austria

Auch Doping-Anklage gegen Johannes Dürr

Die Staatsanwaltschaft Innsbruck brachte auch Anklage gegen Ex-Langläufer Johannes Dürr ein. Er soll weiter Blutdoping prakitiziert und andere Sportler beim Doping unterstützt haben.

Die Staatsanwaltschaft Innsbruck hat nunmehr auch gegen Johannes Dürr Anklage eingebracht. Der ehemalige Langläufer, der ja  bereits nach einem positiven Dopingtest im Jahr 2014 mit einer mehrjährigen Wettkampfsperre belegt wurde und  für die Wintersaison 18/19 sein Comeback geplant hat, hat durch seine Aussage über Dopingpraktiken die Ermittlungen im Herbst 2018 - zunächst in Deutschland - ins Rollen gebracht. Diese Ermittlungen führten in weiterer Folge zum konzertierten Einschreiten österreichischer und deutscher Ermittlungsbehörden in Seefeld und Erfurt während der Nordischen WM.

Die weiteren Ermittlungen ergaben den Verdacht, dass Dürr selbst laufend weiter Doping praktiziert und auch andere Sportler beim Doping unterstützt hat. Nach den Ergebnissen der Ermittlungen war er  auch  seit Jahren  als Komplize des deutschen Sportmediziners tätig: So überließ er bereits im Jahr 2015 einen Spezialkühlschrank zur Lagerung von Blutbeutel dem deutschen Sportmediziner, der in Erfurt bis Ende Feber 2019 in Verwendung war.

Ihm wird in der Anklage zur Last gelegt, dass er zum Doping anderer Sportler beigetragen hat, indem er Wachstumshormone vom deutschen Sportmediziner an andere Sportler weitergegeben hat und  andere Sportler zum Zwecke des Eigenblutdopings an den deutschen Mediziner vermittelt hat. Damit hat er nicht nur mehrere Vergehen nach dem Antidopingbundesgesetz zu verantworten, sondern auch zum Sportbetrug durch die gedopten Sportler beigetragen.

Dass er selbst weiterhin Doping praktiziert hat und sich unter der Vorgabe, er würde den Sport nun sauber, ohne Doping, betreiben, von Sponsoren und auch im Rahmen eines Crowdfundings von einer Vielzahl von Privatpersonen unterstützen ließ, wird ihm als Verbrechen des gewerbsmäßigen schweren Sportbetruges angelastet.

Im Fall eines Schuldspruches droht eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren. Ein Verhandlungstermin vor dem Schöffengericht des Landesgerichtes Innsbruck wurde noch nicht anberaumt.

(FIN)