Mehr als 150 Jahre nach dem Krieg zwischen den Nord- und Südstaaten (1861–1865) geht das Gespenst des Bürgerkriegs in den Auseinandersetzungen vor der amerikanischen Präsidentenwahl am 3. November um. Als Freunde aus Kalifornien vor Monaten in langen Gesprächen via Skype ihre Furcht vor bewaffneten Zusammenstößen während oder nach der Präsidentenwahl erkennen ließen, dachte ich zuerst an verständliche, aber übertriebene Reaktionen auf die Folgen der Pandemie, der Waldbrände und der Ausschreitungen nach der Ermordung von Afroamerikanern durch die Polizei. Inzwischen beschäftigen sich amerikanische Wissenschafter und Journalisten immer mehr mit düsteren Szenarien im Falle von Uneinigkeit über das Wahlresultat und dessen Gültigkeit in umkämpften Staaten.