Austria
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Ein Sommerfilm voll französischer Frauenliebe [premium]

„Der Sommer mit Anaïs“ führt von Paris in die Bretagne – und eine stürmische Studentin in die Arme einer älteren Autorin.

Wie ein Wirbelwind fegt diese Pariser Studentin durch den Film, einen Sommer lang. Saust durch Wohnungen, Stiegenhäuser oder ein Uni-Gebäude. Verdreht nicht nur der Vermieterin buchstäblich den Kopf, wenn sie gut gelaunt von Zimmer zu Zimmer jagt, während sie erklärt, warum sie immer noch nicht die Miete gezahlt hat. Sie scheint im Kopf immer schon eine Stunde weiter, und mit ihrem Körper immer zu spät. Kleineren Problemen (verschleppte Dissertation, unbefriedigende Beziehung, brennende Küche) jagt sie einfach davon. Mit großen Sorgen – der Krebs bei ihrer Mutter ist zurück – schafft sie das nicht. Aber auch wenn hier erste Schwere eindringt, bleibt Anaïs auf ihrer zuversichtlichen, willensstarken Jagd nach etwas ganz Großem. Aber was ist das? Das Schreiben, nach dem sie sich sehnt? Die große Liebe?

„Der Sommer mit Anaïs“ setzt eine Leichtigkeit in Szene, wie sie nur in bestimmten Lebensjahren existieren kann, vielleicht auch nur im Rückblick, im Blick von außen. Sie wirkt wie eine sehnsüchtige Projektion von Menschen, die dieses Alter hinter sich gelassen haben, besser: die dieses Alter hinter sich gelassen hat. Freilich, bei Anaïs hält sie sich hartnäckig: Sie ist 30.