Austria
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Haftstrafen für Überfall mit Axt auf Apothekerpaar

Die Angeklagten gingen bei dem Überfall auf das Ehepaar besonders brutal vor: Mit einer Axt bewaffnet stiegen sie in das Haus in Niederösterreich ein, fesselten und verletzten die beiden Opfer. Aus dem Tresor erbeuteten sie 800.000 Euro in Form von Schmuck, Gold und Geld. Zwei fassten dafür am Freitag, teils rechtskräftige, Haftstrafen aus.

Gefesselt, schwer verletzt und beraubt im eigenen Wohnzimmer. Das musste im Jänner ein Apothekerpaar aus Niederösterreich erleben. Drei Männer stiegen über die Terrassentür in ihr Haus ein - mit einer Axt bewaffnet. Der Mann setzte sich noch zur Wehr, kassierte dafür aber einen wuchtigen Schlag mit der stumpfen Seite der Axt auf den Kopf. Die Frau zerrten sie an den Haaren ins Arbeitszimmer und forderten: „Geld, Geld! Gold, Gold!“

800.000 Euro Beute
Nachdem die Kriminellen den Tresor geleert und andere Wertgegenstände gefunden hatten - in der Höhe von 800.000 Euro - ergriffen sie die Flucht. Es konnten von der serbischen siebenköpfigen Bande aber nur vier ausfindig gemacht werden. Die mussten sich jetzt im Landesgericht Korneuburg verantworten. Nach den drei fehlenden Verdächtigen wird europaweit gefahndet.

„Panzerknacker“ amtsbekannt
Verurteilt wurden aber nur ein 28-Jähriger, er soll das Fluchtauto besorgt und das Haus des Paares wochenlang beobachtet haben, und ein 43-Jähriger. Dieser wird von seiner deutschen Anwältin, die zusammen mit Philipp Wolm verteidigt, als „Panzerknacker“ bezeichnet. Für die Justiz ist der Serbe nämlich kein Fremder. Unter anderen Namen weist er in Deutschland bereits mehrere Vorstrafen auf und konnte schließlich in Kroatien festgenommen werden. Beide bekannten sich vor Gericht nicht schuldig.

Anwalt Philipp Wolm (Bild: Jöchl Martin)

Anwalt Philipp Wolm

(Bild: Jöchl Martin)

Ausscheidung wegen Suizidversuch
Die Rechtssache gegen den dritten Angeklagten und Vater des 28-Jährigen wurde ausgesetzt. Er soll beim Organisieren des Autos und Auskundschaften geholfen haben. Am Tag vor dem zweiten Prozesstag beging er einen Selbstmordversuch und ist nun in der Psychiatrie. Er erschien also nicht zur Verhandlung in Korneuburg.

Sechs und zehn Jahre Haft 
Sein Sohn fasste für die brutale Home Invasion rechtskräftige sechs Jahre Haft aus. Gegen die zehn Jahre Haft für den 43-jährigen „Panzerknacker“ meldeten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch Verteidiger Philipp Wolm und seine deutsche Kollegin Berufung an. Das Urteil ist also nicht rechtskräftig.