Wien/München – Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen – so lautet ein gängiger Kodex unter vielen Gefängnisinsassen. Wenn sich Gesetzesbrecher, die ihre Strafe absitzen, an dem japanischen Sprichwort orientieren, verwundert das wenig. Wenn es die Führungsetage eines Dax-Konzerns wie Wirecard macht, jedoch schon. Der Skandal rund um den insolventen Zahlungsdienstleister aus Aschheim bei München nimmt ungeahnte Ausmaße an und Hinweise auf einen gigantischen Betrug verdichten sich. Die fehlenden 1,9 Milliarden Euro in der Bilanz, an denen Wirecard stolperte, existierten wohl nie. Abseits davon floss jedoch viel echtes Geld unter dubiosen Umständen.