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Austria

Machen Sie Bratäpfel mit Nussfülle!

Ernährungs- und Sportmedizinerin Silke Kranz

© Pia Paulinec

Mandarinen enthalten Vitamin C, Histamin, Fruchtzucker – und sind nicht für alle gut verträglich. Von Silke Kranz.

Nach dem Nikolausfest stapeln sich in meinem Obstkorb zu Hause immer Mandarinen, ist es in meiner Familie doch Tradition, dass neben Nüssen, Schokolade und den klassischen dicken Socken oder Handschuhen auch Mandarinen im Nikolaussackerl zu finden sind. Das stammt im Übrigen aus einer Zeit, in der Zitrusfrüchte und Erdnüsse noch als exotisch und somit wertvoll galten.

Histaminintoleranz

Heutzutage müsste der Nikolaus wahrscheinlich Trüffelpralinen oder etwas Ähnliches bringen. Jedenfalls geht es offensichtlich nicht nur mir so, denn in diesen Tagen suchen mich auch immer wieder PatientInnen wegen Mandarinen auf. Warum um Himmels willen muss man wegen Mandarinen zum Arzt? Aus zwei Gründen: Erstens setzen Mandarinen Histamin frei und können dadurch Unverträglichkeitsreaktionen auslösen. Die Histaminintoleranz ist ein häufiges Leiden, das viele nach dem Genuss von Rotwein, Parmesan oder Tomaten kennen. Die Symptome äußern sich in Kopfschmerzen, Blähungen, laufender Nase, Juckreiz, Hautausschlägen oder auch Herzrhythmusstörungen. Sensible Personen reagieren schon in verzehrüblichen Mengen, andere erst, wenn sie größere Mengen an Mandarinen oder ihren Verwandten, den Clementinen und Satsumas, essen.

Fruchtzucker

Den zweiten Grund stellt der Zucker dar. Wie alle Zitrusfrüchte ist die Mandarine reich an Vitamin C sowie Kalium und Magnesium, sie enthält aber auch viel Zucker – immerhin zehn Gramm pro Stück. Dieser Fruchtzucker -– oder Fructose – ist für einige Menschen nicht besonders gut magenverträglich und kann zu Sodbrennen oder Magenschmerzen führen. Fructose verändert zwar den Insulinspiegel im Gegensatz zu „normalem“ Zucker nicht, erhöhter Zucker im Blut ist für Diabetiker trotzdem nicht vorteilhaft. Manche meinen es gut und tauschen Kekse gegen Mandarinen aus – prinzipiell ein lobenswerter Gedanke, weil im Gegensatz zum Obst Fett und Zucker in der Weihnachtsbäckerei einen großen Anteil ausmachen.

In Maßen

Dennoch: Zucker bleibt Zucker und sollte nur in Maßen genossen werden. Wenn Sie sich nun fragen, ob Sie Obst besser vermeiden sollten, lautet meine Antwort ganz vehement: Nein! Zuckerkranke müssen tatsächlich vorsichtig sein, sollten aber ohnehin gut in Sachen Lebensmittel geschult sein. Auch beim Obst gibt es Unterschiede in der Zusammensetzung der Kohlehydrate. Enthält die Mandarine zum Beispiel ausschließlich Zucker als Kohlehydratquelle, weist der Apfel neben der Fructose auch noch Ballaststoffe auf. Sie stecken in der Schale, sind schwer verdaulich, quellen auf und sättigen dadurch länger. Verbinden Sie mit dem Apfel zu wenig weihnachtliche Gefühle, bereiten Sie doch einmal Bratäpfel mit Nussfülle zu! Das liefert Ihnen nicht nur Eiweiß und Fettsäuren, sondern auch Kindheitserinnerungen!

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