Austria

Michorl: "Wir werden laufen, so lange die Beine uns tragen"

Als gestern kurz vor 13 Uhr die LASK-Chartermaschine vom Flughafen Hörsching in Richtung Manchester abhob, war Peter Michorl an Bord. Eigentlich hatte der Mittelfeldmotor schon vor dem heutigen Rückspiel in der Fußball-Europa-League gegen Manchester United (21 Uhr, Puls 4, Hinspiel 0:5) den Abflug vom LASK geplant gehabt. Doch Corona bremste den Take-off: Zum einen sitzt auch bei den Klubs in den größeren Ligen das Geld nicht mehr so locker, andererseits ist das Transferfenster diesmal bis 5. Oktober offen. Der 25-Jährige im Interview über sein möglicherweise letztes Spiel für den LASK.

Vor dem LASK-Gastspiel in Manchester

Für den LASK hat am Dienstag der Flieger nach Manchester abgehoben. Nach fünf Monaten Pause in der Europa League wird am Mittwoch das Rückspiel im Achtelfinale nachgeholt.

OÖNachrichten: 0:5 im Hinspiel, keine Zuschauer im Old-Trafford-Stadion – wie viel Vorfreude bleibt da noch übrig?

Peter Michorl: Es ist trotzdem Manchester United. Wir wollen uns so teuer wie möglich verkaufen. Ich glaube, dass das 0:5 im Hinspiel ein bisschen zu hoch war. Wir sind in der Vorbereitung auf die neue Saison, da ist so ein Spiel ein Gradmesser, wo man steht.

Worauf freuen Sie sich?

Auf das Old Trafford. Eine Partie dort ist immer etwas Besonderes. Das war ein Kindheitstraum, dort einmal zu spielen. Jetzt sind halt leider keine Fans dabei.

Erst seit etwas mehr als einer Woche läuft die Vorbereitung. Wie gut kann der LASK da überhaupt schon sein?

Voll im Saft stehen wir nicht, das ist ganz klar. Aber es ist ein Spiel gegen Manchester United – das kann viel Kraft geben. Wir werden laufen, so lange die Beine uns tragen.

Auf der großen Bühne können Sie Werbung in eigener Sache machen.

Meine Person ist nicht wichtig. Wir treten als Team auf. Wir wollen als LASK gegen Manchester United bestehen – und das können wir nur gemeinsam. Da wird es keine Ausreißer geben von einzelnen Spielern.

Was ist Ihr Fazit über die ersten Tage der Vorbereitung?

Top. Es ist extrem viel Feuer drinnen und extrem viel Intensität, wie man uns kennt. Da wird nicht zurückgeschraubt. Man kann sich sicher sein, dass der LASK in der neuen Saison mit alter Stärke zurückkommen wird.

Mit oder ohne Peter Michorl?

Lassen wir uns überraschen. In den kommenden Tagen werden wir etwas hören.

Eine fast unmögliche Mission

Mit Mund-Nasen-Schutz checkte die LASK-Delegation gestern in Hörsching ein, bei der Landung in Manchester merkte man schnell, dass die Corona-Maßnahmen in Großbritannien noch umfangreicher sind. In Dreiergruppen wurden die Athletiker durch das Terminal geschleust. „Da merkt man, dass die Situation hier angespannter ist“, sagte Kapitän Gernot Trauner. „Ich hoffe, dass wir unter anderen Umständen noch einmal hierher kommen können“, fügte Trainer Dominik Thalhammer hinzu.

Das gilt abseits von Corona auch für die Ausgangsposition, die nichts mit dem 0:5 im Hinspiel zu tun hat. Vom Aufstieg im „Theatre of Dreams“ wagt ohnehin niemand zu träumen. „Normal startet man in eine Vorbereitung und hat fünf oder sechs Wochen Zeit, die Mannschaft auf das erste Pflichtspiel vorzubereiten. Und jetzt nach zwölf Tagen steht Manchester United mit Weltklassespielern da. Das ist schon eine riesige Herausforderung.“

Bei seinem Pflichtspieldebüt auf der LASK-Bank will er Teilerfolge sehen. „Wie oft funktioniert unser Pressing? Wie oft funktioniert unser offensiver Plan gegen diesen Gegner?“ Mit einer solchen Herangehensweise würde man weniger ans Ergebnis denken. „Wenn diese Prozesse oft funktionieren, dann ist auch ein gutes Ergebnis die logische Folge. Es kann einen Motivationsschub geben, wenn wir es schaffen, eine sehr gute Leistung zu zeigen, und das Resultat auch ein gutes Ergebnis ist.“

Die großen Stars fehlen

Es ist davon auszugehen, dass Manchester-United-Trainer Ole Gunnar Solskjaer heute Leistungsträger wie Paul Pogba, Harry Maguire, Bruno Fernandes, Anthony Martial oder Jungstar Mason Greenwood schont. Doch auch die zweite Reihe hat viel Qualität, die der LASK bremsen muss. Trauner: „Wir haben schon an einigen Schrauben drehen können. Natürlich wird noch nicht alles funktionieren, aber ich glaube, wir kommen schön langsam wieder in Fahrt.“

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