Austria

Sierning: Streit beendet, keine Widmung für Betriebsbaugebiet

SIERNING. Bürgermeister Kalchmair und die Orts-SP sind maßlos enttäuscht, bei der Bürgerinitiative ist die Erleichterung hingegen riesengroß. Kommt es nun zum Schulterschluss in Sierning?

Ein monatelanger Streit ist beendet: Keine Widmung für Betriebsbaugebiet

Die von der Sierninger SP zur Verfügung gestellte Grafik zeigt die geplante Ausdehnung des bereits reduzierten und nun abgelehnten Betriebsbaugebietes an der Westumfahrung und die Abstände zu den Wohngebieten.

"Nach einem langen Verfahren mit vielen Gesprächen und Verhandlungen mit Abteilungen des Landes ist am Ende seitens des Landes nur ein Grund für die Untersagung übrig geblieben", informierte Bürgermeister Manfred Kalchmair nach der vergangenen Gemeinderatssitzung via Aussendung der Sierninger SP. Dem geplanten, rund 20 Hektar großen Betriebsbaugebiet entlang der Westumfahrung sei die Widmung einzig deshalb verweigert worden, da, so Kalchmair, durch die Betriebsansiedlung wertvolle Ackerflächen verloren gehen würden. Dabei sei es hier um nicht einmal ein Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche der Gemeinde gegangen. Das Nein des Landes bedeute das Aus für bis zu 500 neue Arbeitsplätze im Ort.

So spürbar der Frust seitens der Sierninger SP ist, so deutlich ist die Erleichterung bei der "Bürgerinitiative für ein lebenswertes Sierning", die zuletzt auch von FP und VP unterstützt worden war. Sie hatte 1150 Unterschriften gegen die Umwidmung und die damit verbundene Zerstörung des Naherholungsgebietes gesammelt. Zudem wurden 106 Einwendungen eingebracht.

Fehlende Professionalität

"Wir haben das nötige Durchhaltevermögen bewiesen und immer Argumente geliefert, warum dieses Projekt hier falsch ist", sagt Peter Mayrhofer, Sprecher der Bürgerinitiative. Allerdings sei es seitens der Orts-SP zu kurz gefasst, die Ablehnung einzig auf das Thema Ackerfläche zu reduzieren. "Mittlerweile hat es sich beim Betriebsbaugebiet um ein Hochpreisthema gehandelt", sagt Mayrhofer, "und der Umbau der Kreuzung an der B122 wäre doppelt so teuer geworden." Die Gemeinde hätte diese 900.000 Euro kaum stemmen können. Zudem habe es keine Lösungen in der Diskussion bezüglich Oberflächenwasser und Wasserentnahme gegeben.

"Dem Projekt hat leider von Anfang an die Professionalität gefehlt", sagt Mayrhofer. Nichts sei so detailliert geplant gewesen, wie es nötig gewesen wäre. Dies habe sich auch bei der Größe des Betriebsbaugebietes gezeigt: Dieses sei von ursprünglich 33 Hektar inklusive Abstandszone auf 26 und schließlich auf 20 Hektar geschrumpft. Auch habe es nur einen Interessenten für eine fünf bis acht Hektar große Fläche gegeben.

Die Bürgerinitiative habe nach dieser Entscheidung jedenfalls positive Rückmeldungen von vielen Seiten erhalten. Gratulationen an die Projektgegner kommen vom Pfarrkirchner FP-Nationalratsabgeordneten Gerhard Deimek: "Alle Drohungen des Bürgermeisters an Steinkellner und Strugl haben nichts genützt", sagt Deimek, "das Projekt Betriebsbaugebiet wurde nun begraben."

Trotz großer Enttäuschung über diese Entscheidung werde ein Schlussstrich unter dieses Projekt gezogen, heißt es seitens der Sierninger SP: "Wir verstehen die Entscheidung des Landes absolut nicht, müssen sie aber zur Kenntnis nehmen. Einen neuen Anlauf für eine Umwidmung in diesem Bereich wird es daher von unserer Seite nicht mehr geben", sagt SP-Vorsitzender Bernhard Bräuer.

An gemeinsame Anstrengungen für Sierning appelliert hingegen Mayrhofer. "Wir reichen der Politik die Hand. Die Verbindung Bürger-Politik-Wirtschaft hätte an sich viel Kraft", sagt Mayrhofer, der sich künftig stärker im Ort engagieren will. Er wisse von der Bereitschaft eines Grundeigentümers beim bestehenden Betriebsbaugebiet an der B122, hier eine Erweiterung zu ermöglichen. Seitens der Gemeinde sollte strategisch ein Projekt gestartet werden. Nach dem Beschluss für ein kleines Fachmarktzentrum beim eben erst eröffneten Lidl-Markt sei es nur konsequent, hier die weitere Entwicklung voranzutreiben.

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