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Austria

Welchen Platz soll Religion in unserer Gesellschaft haben?

Die Zahl der Austritte aus der katholischen Kirche ist gestiegen. Experten nennen Gründe und debattieren in der „Presse“ darüber, welchen Weg die Politik in Sachen Religion gehen sollte. Diskutieren Sie mit!

Noch ist es nicht soweit, aber geht es mit den Krichenaustritten so weiter, sind die Katholiken in Österreich bald in der Minderheit. Die Zahl der Konfessionslosen steigt dagegen beständig. Zahl der Kirchenaustritte ist im vergangenen Jahr um 14,9 Prozent gestiegen. Absolut ist die Zahl der Katholiken erstmals unter die Fünf-Millionen-Marke gefallen. Dass die Kirche dennoch beschwichtigt, kritisiert „Presse"-Chronik-Ressortleiter Dietmar Neuwirth: „Fehlt nur noch, dass jemand aus der Kirche meint: Die Richtung stimmt."

Als Gründe für die vielen Austritte vermuten Experten zum einen Missbrauchsfälle und die Vorwürfe gegen Bischof, Alois Schwarz. Aber auch, dass Religion im Leben von vielen Österreichern einfach keine Rolle mehr spielt, nennen viele als Grund.  Gerade unter den Jungen gebe es auch eine "Art von Atheismus mit einer starken religionsfeindlichen Komponente“, wie die Wiener Theologin Regina Polak im Gespräch mit der „Presse“ erklärte.

Gleichzeitig fallen immer wieder Sätze wie jenen, dass wir „die christliche Tradition nicht ablegen sollten“. Zuletzt gehört vom burgenländischen Landeshauptmann Peter Doskozil als Erklärung dafür, warum er für Kreuze im Klassenzimmer ist (und gegen Kopftücher bei Schülerinnen).

Eine andere Tendenz sieht der Religionswissenschaftler Bernhard Lauxmann. In einem „Presse"-Gastkommentar wirft er der türkis-grünen Regierung Religionsfeindlichkeit vor. Er spricht von einem „polemischen“ Regierungsprogramm, das etwa strengere Kontrollen des Religionsunterrichts vorsieht oder Religion einen „Hang zum Extremismus“ unterstellt. „Es geht bei Religionsfreiheit aber nicht zuerst oder ausschließlich um Freiheit von Religion – sondern um Freiheit zur Religion“, mahnt Lauxmann, der Vorstand an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Uni Wien ist.

Das Regierungsprogramm hat sich auch Eytan Reif, Vorstandsmitglied der Initiative Religion ist Privatsache, genauer angeschaut. Der zieht in seinem Gastbeitrag aber völlig andere Schlüsse daraus. Bedenklich findet er unter anderem die Einführung eines verpflichtenden Ethikunterricht für Religionsverweigerer. Er schreibt: „Die konfessionelle Segregation in Österreichs Schulen gerade dann, wenn über Gott und die Welt gesprochen wird, wird somit gesetzlich verankert und der wichtige integrative Beitrag eines gemeinsamen Ethikunterrichts ausgeschlossen werden."

(sk)

Diskutieren Sie mit: Warum steigt die Zahl der Austritte? Welchen Platz hat die Religion noch in Ihrem Leben? Welchen sollte Sie in der Politik und in der österreichischen Gesellschaft haben? Und: Sind eine aufgeklärte Gesellschaft und Religion vereinbar?

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