Austria

Wirecard-Skandal: Schillernde Geschäfte, fragwürdige Partner

Die Wirecard-Aktie hat am Donnerstag erneut mehr als 23 Prozent an Wert verloren 

© REUTERS/ANDREAS GEBERT

Der Konzern dürfte schon früh mit falschen Zahlen gearbeitet haben. Fünf Tochterunternehmen mussten Insolvenz beantragen.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

Der Finanzkrimi um den insolventen deutschen Zahlungsdienstleister Wirecard zieht weiter Kreise. Am Donnerstag wurde für fünf Tochterfirmen Insolvenz angemeldet, darunter ist die Wirecard Sales International Holding GmbH. Dabei handelt es sich um die Mutterfirma der in Graz angesiedelten Wirecard Central Eastern Europe GmbH, die laut Firmenkompass mit 130 Mitarbeitern das Osteuropageschäft betreut.

Ob auch die Grazer Enkelfirma in die Insolvenz geschickt wird, ist unklar. „Die Wirecard AG gibt derzeit keine weiteren Stellungnahmen ab“, hieß auf eine KURIER-Anfrage.

Streng geheimer Bericht

Während die Ermittler nach wie vor auf der Suche des angeblich flüchtigen Ex-Vorstands Jan Marsalek sind, kommen immer mehr Einzelheiten über den Milliarden schweren Skandal ans Tageslicht.

So hat der Abschlussprüfer EY nicht nur der Bilanz 2019 ihr Testat verweigert, sondern geht davon aus, dass auch die Zahlenangaben in der Bilanz zum 31. Dezember 2018 falsch sind. In einem als streng geheim eingestuften „Bericht über die unabhängige Sonderuntersuchung“ des Wirtschaftsprüfers KPMG, den der KURIER einsehen konnte, wird die Richtigkeit diverser Transaktionen, Geldtransfers und Abrechnungen mit fragwürdigen Partnerfirmen aus den Jahren 2015 bis 2018 zum Teil in Zweifel gezogen.

„Eine Überprüfung der Vertragskonformität der erhaltenen Abrechnungen (…) erfolgte im Untersuchungszeitraum nach den uns erteilten Auskünften nicht“, heißt es in dem KPMG-Bericht. „Vor diesem Hintergrund sind die eingerichteten internen Kontrollen aus Sicht von KPMG nicht vollumfänglich ausreichend, um die Höhe und Existenz der Umsatzerlöse im Untersuchungszeitraum vollumfänglich sicherzustellen.“

Wie der KURIER berichtete, geht KPMG davon aus, dass bei Wirecard zumindest eine Milliarde Euro fehlt.

Vorauszahlungen in Milliardenhöhe

So gewährten Wirecard und ihre Töchter Partnerunternehmen Millionen schwere Kredite, um die Geschäfte anzukurbeln. Wirecard betreibt u. a. in der Türkei und in Brasilien sogenannte Merchant-Cash-Advance-Geschäfte, sprich Vorauszahlungsgeschäfte. Das heißt Händler, die von ihren Kunden mit Kreditkarte bezahlt werden, erhalten von Wirecard für wenige Wochen einen Kredit als Vorschuss auf die Kartenzahlungen.

Im Gegenzug zahlen sie an Wirecard einen Prozentsatz als Provision. Alleine zwischen dem vierten Quartal 2018 und dem dritten Quartal 2019 leistete Wirecard Vorauszahlungen in Höhe von insgesamt 1,375 Milliarden Euro. Unklar ist, ob bei diesen Geschäften größere Beträge verschwunden sind.

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