Switzerland

63 Neuinfektionen innert 24 Stunden gemeldet – die neusten Entwicklungen zum Coronavirus in der Schweiz

Bisher sind in der Schweiz laut Angaben des Bundesamts für Gesundheit 32 946 Personen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, 1686 Infizierte sind gestorben.

Die neusten Entwicklungen

  • In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Montag (13. 7.) innerhalb eines Tages 63 neue Sars-CoV-2-Ansteckungen gemeldet worden. Am Sonntag waren 85 neue bestätigte Fälle gemeldet worden, am Samstag 108, am Freitag 104, am Donnerstag 88, am Mittwoch 129 und am Dienstag 54. Insgesamt gab es bisher 32 946 laborbestätigte Fälle. Bisher starben gemäss den Angaben 1686 Personen, die positiv auf das Virus getestet worden waren. In Isolation aufgrund der Kontaktrückverfolgung befanden sich beim Stand von Montagmittag 642 Personen, wie das BAG weiter mitteilte. In Quarantäne sassen 2663 weitere Menschen. 
  • Impfgegner rebellieren gegen das Covid-19-Gesetz. Wie die Bundeskanzlei gegenüber dem Nachrichtenportal «Watson» sagte, haben auffällig viele Einzelpersonen von der am Samstag (11. 7.) endenden Vernehmlassung zum neuen Covid-19-Gesetz des Bundes Gebrauch gemacht. Aufgrund von mehreren Mails an die Redaktion vermutet «Watson», dass Corona-Skeptiker und Verschwörungstheoretiker gegen den Gesetzesentwurf mobil machen. Auf verschiedenen Portalen würden vorformulierte Vernehmlassungsantworten angeboten, die Skepsis gegenüber der Corona-Strategie des Bundesrats und den Forschungsergebnissen der Wissenschaft äusserten. In WhatsApp- und Telegram-Gruppen kursiere die Behauptung, der Bundesrat plane im neuen Gesetz einen «Covid-Impfzwang». Die Fehlinformation werde mittlerweile auch ausserhalb der Szene geteilt, schreibt «Watson» und erwähnt einen Artikel auf dem Finanzblog «Inside Paradeplatz», der in den letzten zehn Tagen über 85 000 Klicks erreicht habe.
  • Der FC Zürich bestätigt weitere Corona-Fälle im Umkreis der ersten Mannschaft. Das gab der Zürcher Club am Samstagvormittag (11. 7.) bekannt. Am Freitag war Innenverteidiger Mirlind Kryeziu positiv getestet worden. Daraufhin wurden sämtliche Kaderspieler und Staffmitglieder der ersten Mannschaft sowie FCZ-Mitarbeitende im Umfeld des Fanionteams auf das Coronavirus getestet. Dabei waren weitere Resultate positiv. Sämtliche Personen befinden sich in häuslicher Isolation. Die Zürcher Kantonsärztin hatte bereits am Freitagabend entschieden, dass die Spieler der ersten Mannschaft und die Mitglieder des Trainerstabs in zehntätige Quarantäne müssen. Bei GC wurde Amel Rustemoski positiv getestet. Die Spiele FCZ - Sitten vom Samstag und Wil - GC vom Freitagabend wurden abgesagt. Zum Bericht vom Freitagabend | 
  • Touristen und Geschäftsleute aus der Schweiz und vielen anderen Ländern müssen seit Freitag (10. 7.) bei ihrer Einreise nach England nicht mehr in eine zweiwöchige Quarantäne. Das Bundesamt für Gesundheit bestätigte auf Anfrage diese Information. Die neue Regelung gilt für insgesamt mehr als 70 Staaten und Überseegebiete, die nach Auffassung der Regierung die Corona-Krise im Griff haben.
  • Nachdem ein Kind in einem Tagesferienlager in Zuoz in Graubünden positiv auf das Coronavirus getestet worden ist, sind nun eine Person in Isolation und 18 weitere in Quarantäne. Am Donnerstag sei das Gesundheitsamt Graubünden zudem über eine Neuinfektion in einem Hotel in Pontresina informiert worden, heisst es in einer Mitteilung der Bündner Behörden vom Freitagabend (10. 7.). Vier Personen befinden sich demnach in Isolation und 16 Personen in Quarantäne. Eine Person ist in Spitalpflege. Die Contact Tracer hätten die Arbeit zur Unterbindung der Infektionsketten unverzüglich aufgenommen, mögliche Kontaktpersonen eruiert und Quarantäne angeordnet, hiess es weiter. Bereits am Mittwoch war es in einem Churer Klub zum Kontakt zwischen einem Bar-Mitarbeiter und Gästen gekommen, worauf rund 120 Kontaktpersonen eruiert wurden. Davon befinden sich derzeit rund 80 Personen in Quarantäne und werden nach Angaben der Bündner Behörden durch die Contact Tracer betreut.
  • An den vergangenen Sitzungen bekamen die Zuger Kantonsräte von der Staatskanzlei Masken, um sich vor dem Coronavirus zu schützen. Am Freitagabend (10. 7.) hat die Staatskanzlei die Politiker darüber informiert, dass diese Hygienemasken potenziell von Schimmelpilzen befallen sind. Der Kanton Zug reagiert damit auf eine Rückrufaktion des Bundes. Dieser hatte am Donnerstag Schutzmaterial zurückgerufen, dass verschiedenen Grossverbrauchern und Kantonen im Rahmen der Pandemievorsorge von 2007 zur Verfügung gestellt wurden. Die Schutzmasken im Kanton Zug stammen nur zu einem kleinen Teil aus den Beständen des Bundes. Jedoch handelt es sich bei den Hygienemasken des Kantons um das gleiche Produkt. Die Politiker und alle anderen, die solche Masken erhalten haben, werden von der Staatskanzlei aufgefordert, diese Hygienemasken zu vernichten.

Alle Nachrichten zu den Entwicklungen ausserhalb der Schweiz finden Sie hier.

Die Entwicklungen in Deutschland finden Sie hier.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldet für die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein am Montag (13. 7.) 32 946 Fälle, 63 mehr als am Vortag. Am Samstag waren es 85 Neuansteckungen.

Bisher sind laut Angaben vom Montag (13. 7.) 1686 Menschen gestorben, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärztinnen und Ärzte im Rahmen der Meldepflicht übermittelt haben.

Fallzahlen in der Schweiz stiegen wieder leicht an

Täglich bestätigte Neuinfektionen in der Schweiz und Liechtenstein, 7-Tage-Schnitt bis vor 3 Tagen

Lineare Skala

Die Angaben zu infizierten und verstorbenen Coronavirus-Patienten variieren je nach Quelle. Laut offiziellen Angaben der Kantone und des Fürstentum sind bis Montag (13. 7.) 33 028 Fälle gemeldet worden. Mindestens 1969 Erkrankte sind bisher im Zusammenhang mit dem Virus verstorben.

Im Kanton Zürich sind bisher 4061 Personen positiv getestet worden. 131 infizierte Personen sind gestorben (Stand 11. 7.).

Entscheidend für die Verbreitung des Coronavirus ist die Reproduktionszahl R, also die Anzahl Personen, die eine mit dem Coronavirus infizierte Person im Durchschnitt ansteckt. Diese liegt laut Angaben der Swiss National Covid-19 Science Task Force seit Mitte Juni wieder signifikant über 1. Das heisst, dass eine infizierte Person im Durchschnitt mehr als eine weitere Person ansteckt.

Angesichts der steigenden Fallzahlen rückt seit Ende Juni die Ausgangsszene in mehreren Schweizer Städten in den Vordergrund: Am 21. Juni ist es im Kanton Zürich zum ersten sogenannten «Superspreader-Event» gekommen. Ein Mann, der im Flamingo-Klub zu Gast war, wurde vier Tage später positiv auf Covid-19 getestet. Fünf weitere Personen, die mit ihm im Klub waren, entwickelten daraufhin Symptome und wurden ebenfalls positiv getestet. Der Kantonsärztliche Dienst hat in der Folge für alle 300 damals anwesenden Gäste und Angestellten eine zehntägige Quarantäne verordnet. In den folgenden Tagen kam es zu mehreren Fällen, bei denen sich Personen in Klubs mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Nach dem «Superspreader»-Vorfall in Zürich werden Klubs stärker in die Pflicht genommen. Im Bild der Klub Hive in Zürich.

Nach dem «Superspreader»-Vorfall in Zürich werden Klubs stärker in die Pflicht genommen. Im Bild der Klub Hive in Zürich.

Karin Hofer / NZZ

Der Bundesrat hatte die Situation in der Schweiz seit Mitte März als ausserordentliche Lage gemäss Epidemiengesetz eingestuft, am 27. Mai gab er deren Ende bekannt. Nun gilt wieder die «besondere Lage». Aktuell gelten folgende Massnahmen:

  • Der vorgeschlagene Sicherheitsabstand beträgt 1,5 Meter.
  • Die Polizeistunde ist aufgehoben. Veranstaltungen und Versammlungen mit bis zu 1000 Personen sind wieder erlaubt. Der Bundesrat führt eine Maskenpflicht bei Kundgebungen ein. Ausnahmen gelten für Klubs, Bars und Restaurants in den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau und Solothurn: Dort sind nur noch 100 Personen erlaubt, sofern weder Abstandsregeln eingehalten werden können noch Schutzmassnahmen wie Masken oder Abschrankungen vorgesehen sind. Die Massnahme gilt bis zum 31. Dezember 2020.
  • Für den öffentlichen Verkehr gilt seit dem 6. Juli für die ganze Schweiz eine Maskentragpflicht. Eine generelle Maskentragpflicht für andere öffentliche Bereiche wird der Bundesrat vorerst nicht einführen. Die Kompetenz dazu liegt bei den Kantonen. Sollten diese sich für eine Maskentragpflicht entscheiden, wäre es allerdings angezeigt, wenn sie sich untereinander absprechen, erklärte Gesundheitsminister Berset am 24. Juni.
  • Seit dem 6. Juli müssen sich Reisende aus Risikoländern in eine zehntägige Quarantäne begeben. Die betroffenen Personen werden gezielt im Flugzeug, im Reisebus und an den Grenzübergängen informiert und müssen sich nach der Einreise bei den kantonalen Behörden melden. Die Flug- und Reisebusgesellschaften werden zudem angewiesen, kranke Passagiere nicht zu transportieren. Das BAG führt dazu eine Liste von Risikoländern und -gebieten, die monatlich angepasst wird. Massgebend für die Quarantänepflicht ist der Zeitpunkt der Einreise. Befindet sich eine Person in einem Land, das erst während des Aufenthalts dort zum Risikoland wird, muss diese Person nach ihrer Rückkehr trotzdem in Quarantäne. Wer sich nicht an eine Quarantäneanordnung hält, riskiert eine Busse von bis zu 10 000 Franken. Die wichtigsten Antworten zu Reisen ins Ausland
  • Seit dem 6. Juni können Bergbahnen, Campingplätze, Zoos und touristische Angebote wie Rodelbahnen oder Seilparks wieder geöffnet werden. In Bergbahnen gelten die gleichen Hygiene- und Abstandsregeln wie im öffentlichen Verkehr. 
  • In Restaurants besteht keine Sitzpflicht mehr bei der Konsumation. Weiterhin gilt aber: Die Betriebe sollen die Nachverfolgung von Kontakten sicherstellen, bei Gruppen von mehr als vier Personen sind sie verpflichtet, die Kontaktdaten eines Gastes pro Tisch aufzunehmen. 
  • Präsenzunterricht in Mittel-, Berufs- und Hochschulen ist seit dem 6. Juni wieder erlaubt. Wie der Unterricht vor Ort wieder aufgenommen wird, entscheiden die Kantone oder die Bildungsinstitutionen. Diese können den Unterricht flexibel gestalten und die Möglichkeiten von Fernunterricht weiter nutzen.
Was die Lockerungen ab dem 22. Juni im Detail für die verschiedenen Branchen und Bereiche bedeuten, können Sie hier nachlesen.

Aargau: In Klubs, Bars und Restaurants sowie an Veranstaltungen sind statt 300 nur noch 100 Personen erlaubt. Die Regelung gilt bis zum 31. Dezember, wenn weder Abstandsregeln eingehalten werden können noch Schutzmassnahmen wie Masken oder Abschrankungen vorgesehen sind. Ob die Veranstaltungen innen oder aussen stattfinden, spielt keine Rolle. Gäste in Klubs müssen sich ausweisen und ihre Kontaktdaten verifizieren.

Bern: Gäste in Klubs müssen sich seit dem 10. Juli ausweisen und ihre Kontaktdaten (Handy-Nummer und E-Mail-Adresse) angeben und verifizieren.

Basel-Landschaft: In Klubs, Bars und Restaurants sowie an Veranstaltungen sind statt 300 nur noch 100 Personen erlaubt. Die Regelung gilt bis zum 31. Dezember, wenn weder Abstandsregeln eingehalten werden können noch Schutzmassnahmen wie Masken oder Abschrankungen vorgesehen sind. Ob die Veranstaltungen innen oder aussen stattfinden, spielt keine Rolle.

Basel-Stadt: In Klubs, Bars und Restaurants sowie an Veranstaltungen sind statt 300 nur noch 100 Personen erlaubt. Die Regelung gilt bis zum 31. Dezember, wenn weder Abstandsregeln eingehalten werden können noch Schutzmassnahmen wie Masken oder Abschrankungen vorgesehen sind. Ob die Veranstaltungen innen oder aussen stattfinden, spielt keine Rolle. Gäste in Klubs müssen sich ausweisen und ihre Kontaktdaten verifizieren.

Jura: Beim Einkaufen müssen die Menschen Masken tragen. Die Regelung gilt vorerst bis 6. September und betrifft alle, die über zwölf Jahre alt sind.

Luzern: Gäste in Klubs müssen sich ausweisen und ihre Kontaktdaten verifizieren.

Schaffhausen: Gäste in Klubs müssen sich ausweisen und ihre Kontaktdaten verifizieren. Die Regelung gilt vorerst bis 16. August.

Solothurn: In Klubs, Bars und Restaurants sowie an Veranstaltungen sind statt 300 nur noch 100 Personen erlaubt. Die Regelung gilt bis zum 31. Dezember, wenn weder Abstandsregeln eingehalten werden können noch Schutzmassnahmen wie Masken oder Abschrankungen vorgesehen sind. Ob die Veranstaltungen innen oder aussen stattfinden, spielt keine Rolle. Gäste in Klubs müssen sich ausweisen und ihre Kontaktdaten verifizieren.

Tessin: Versammlungen von mehr als 30 Personen sind verboten. In Klubs, Bars und Restaurants sind maximal 100 Personen erlaubt. Alle Gäste müssen sich ausweisen und ihre Kontaktdaten verifizieren. Die Regelung gilt vorerst bis 19. Juli.

Waadt: In Läden, in denen sich mehr als 10 Personen aufhalten, gilt seit dem 8. Juli eine Maskenpflicht.

Zug: In Klubs und Bars sind ab 13. Juli im Innern nur noch 30 Gäste erlaubt. Bei Veranstaltungen ab 300 Personen sind zudem Masken oder der Sicherheitsabstand zwingend.

Zürich: Besucher von Klubs und Bars müssen ihren Ausweis vorzeigen und ihre Handynummer verifizieren.

Seit dem 15. Juni sind die Grenzen für die EU- und Efta-Staaten sowie Grossbritannien wieder offen. Zuvor waren sie bereits für Deutschland, Frankreich und Österreich geöffnet worden. Das Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) hat alle Schengen-Staaten von der Liste der Risikoländer gestrichen. Die Grenzkontrollen innerhalb des Schengen-Raums sind aufgehoben, womit wieder die volle Personenfreizügigkeit gilt. Seit dem 2. Juli veröffentlicht das Bundesamt für Gesundheit eine monatlich angepasste Liste von als Risikogebiete eingestuften Staaten – Einreisende aus diesen Ländern müssen in Quarantäne (siehe hier).

Italien hat seine Grenze zur Schweiz bereits am 3. Juni einseitig geöffnet. Im Bild: der Grenzübergang bei Chiasso.

Italien hat seine Grenze zur Schweiz bereits am 3. Juni einseitig geöffnet. Im Bild: der Grenzübergang bei Chiasso.

Alessandro Crinari / Keystone

In die Schweiz einreisen können freizügigkeitsberechtigte Personen und damit auch Bürger der sechs Staaten und ihre Familienangehörigen – egal welche Nationalität sie haben. Drittstaatenangehörige aus diesen Ländern dürfen für bis zu neunzig Tage einreisen, wenn sie von einem Unternehmen mit Sitz in den sechs Staaten entsandt werden.

Per 20. Juli werden die Einreisebestimmungen für die Einreisebeschränkung für 15 Drittstaaten aufgehoben. Auch Chinesen sollen dann wieder in die Schweiz einreisen dürfen. Serbien bleibt eine Ausnahme.

Zuvor hatte die Schweiz ihre Grenze für Risikoländer und -gebiete im März geschlossen. Dazu zählten alle Staaten mit Ausnahme des Fürstentums Liechtenstein. Die Einreise war nur noch Schweizern, Personen mit einem Aufenthaltstitel in der Schweiz sowie Grenzgängern erlaubt.

Alle Kantone sollen die Übertragungsketten wieder flächendeckend zurückverfolgen (Contact-Tracing). Alle Personen mit Symptomen sollen sich testen lassen können, nicht nur wie bisher die besonders gefährdeten oder hospitalisierten. Damit kein negativer Anreiz besteht, einen Test zu umgehen, übernimmt der Bund alle Kosten der verschiedenen Corona-Tests. Damit fallen auch keine Selbstbehalte und Franchisen für die Getesteten mehr an. Täglich sind rund 15 000 Tests durchführbar. Positiv getestete Personen werden isoliert und Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt.

Der Bevölkerung wird zudem eine App zur Verfügung gestellt, die ihre Nutzer informiert, wenn sie zu lange in der Nähe zu Infizierten gestanden sind: Die SwissCovid-App ist seit 25. Juni im Apple Store und Google Play Store verfügbar.

Was Sie zur Tracing-App wissen müssen

Seit dem 6. Juli gilt in der ganzen Schweiz eine Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr. Die Pflicht gilt für Personen ab 12 Jahren in Zügen, Trams und Bussen ebenso wie in Bergbahnen, Seilbahnen oder auf Schiffen. Die dringende Empfehlung zum Maskentragen im öV sei bisher wenig befolgt worden, stellte der Bundesrat fest. Wer gegen die Maskenpflicht verstösst, wird durch das Bahnpersonal ermahnt und kann auch aufgefordert werden auszusteigen. Falls sich jemand besonders renitent verhält, ist auch ein Bussenverfahren möglich.

Das Nachtnetz des Zürcher Verkehrverbundes (ZVV) steht auch über den 17. Juli still. Es hätte auf diesen Termin den Betrieb wieder aufnehmen sollen. Der Zürcher Regierungsrat hat sich aber aus epidemiologischen Gründen vorderhand dagegen entschieden. Eine Wiederaufnahme würde verschiedene Massnahmen gegen die Verbreitung des Virus gefährden, und zum Beispiel die Mobilität von Partygängern zwischen den Städten und den Kantonen fördern.

Seit den Grenzöffnungen von Mitte Juni fertigt der Flughafen Zürich wieder mehr Passagiere ab. Eine Maskenpflicht gibt es nicht, die Betreiber raten jedoch zum Tragen, besonders, wenn ein enger Kontakt nicht vermieden werden kann. Vor gewissen Flügen wird den Reisenden die Temperatur gemessen. Zum Höhepunkt der Pandemie war der internationale Flugverkehr beinahe zum Stillstand gekommen.

Die Wirtschaft wird schwer getroffen. Der Produktionsausfall beträgt laut Bundesrat schätzungsweise 25 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg im Mai auf auf 3,4 Prozent – der höchste Wert seit Frühling 2017. Im Februar hatte sie noch bei 2,5 Prozent gelegen. Im Juni sank die Arbeitslosenquote auf 3,2 Prozent. Die Arbeitslosigkeit könnte aber durchaus weiter steigen. Experten schätzten im April, dass die Arbeitslosigkeit noch bis auf 7 Prozent steigen könnte. Das Seco, die UBS und die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) sehen die Schweiz in einer tiefen Rezession. Die Ökonomen der Grossbank erwarten für das laufende Jahr einen Einbruch des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 4,6 Prozent, die KOF schätzt diesen auf 5,5 Prozent. Im nächsten Jahr dürfte sich die Schweizer Wirtschaft laut KOF jedoch bereits wieder um 5,4 Prozent erholen. Das Seco rechnet 2020 mit einen Rückgang des BIP von 6,7 Prozent. 2020 sei ein Rezessionsjahr mit dem stärksten Rückgang seit der Ölkrise von 1973. Betroffen seien sowohl Import- als auch Exportbranchen.

Der Bundesrat will mit gezielten Massnahmen Konkurse und den Verlust von Arbeitsplätzen verhindern. Dafür stellt er 40 Milliarden Franken für Überbrückungskredite zur Verfügung. Damit soll die Liquidität von Unternehmen, insbesondere von KMU, gesichert werden. Der Bund sichert Kredite bis 500 000 Franken zu 100 Prozent und Kredite zwischen 500 000 und 20 Millionen Franken zu 85 Prozent ab.

Bis am 15. Mai haben rund 123 000 Unternehmen in der Schweiz Covid-19-Kredite ausbezahlt erhalten. Davon besteht in 36 Fällen der Verdacht auf Missbrauch, wie Erik Jakob vom Seco erklärte. Bei 9 weiteren Fällen habe sich der Verdacht nicht erhärtet.

So gelangt ein Unternehmen an einen Kredit.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat Hygieneempfehlungen zum Schutz vor dem Coronavirus herausgegeben und ergänzt diese laufend. So sollte man unter anderem regelmässig die Hände mit Wasser und Seife oder einer alkoholbasierten Lösung reinigen. Händeschütteln oder Begrüssungsküsschen sollen vermieden werden. Dies, weil sich ansteckende Tröpfchen aufgrund von Husten oder Niesen an den Händen befinden könnten.

Muss man husten oder niesen, sollte man Mund und Nase mit einem Taschentuch oder der Armbeuge bedecken, das Taschentuch hinterher in einem geschlossenen Behälter entsorgen und die Hände waschen. Zudem darf man nur nach telefonischer Anmeldung in einer Arztpraxis oder einer Notfallstation erscheinen.

Ausserdem rät das BAG, Abstand zu halten. Dies gilt zum Beispiel für das Anstehen in einer Schlange. Um die besonders gefährdeten älteren Menschen zu schützen, soll das Abstandhalten vor allem für sie und ihnen gegenüber gelten. Auch Teilnehmende von Sitzungen sollen körperlich auf Distanz gehen.

Während es anfangs lange seitens des BAG hiess, Masken böten keinen wirklichen Schutz vor Viren, gilt ab dem 6. Juli eine Maskentragpflicht im öffentlichen Verkehr. Beim Einkaufen hält der Bundesrat Masken weiterhin für unnötig, solange der Abstand eingehalten wird.

Sehen Sie im Video, wie Sie sich und andere schützen können.

Coronavirus: Coronaviren sind eine Virusfamilie, zu der auch das derzeit weltweit grassierende Virus Sars-CoV-2 gehört. Da es anfangs keinen Namen trug, sprach man in den ersten Wochen vom «neuartigen Coronavirus».

Sars-CoV-2: Die WHO gab dem neuartigen Coronavirus den Namen Sars-CoV-2 («Severe Acute Respiratory Syndrome»-Coronavirus-2). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss.

Covid-19: Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegskrankheit wurde Covid-19 (Coronavirus Disease 2019) genannt. Covid-19-Patienten sind dementsprechend Menschen, die das Virus Sars-CoV-2 in sich tragen und Symptome zeigen.

Mitarbeit: wej., len., gam., cts., cb., ase., alg. toc., eru., ran., med., nil., ni., amü., wde., bso.; mit Agenturmaterial

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