Switzerland

Absage des Traditionsanlasses: Weiteres Coronaopfer – der Zibelemärit

Nach der BEA nun auch noch der Zibelemärit: Die Coronapandemie liess der Berner Stadtregierung keine Wahl.

Dieses Jahr wird die traditionelle Anlass in der Stadt Bern nicht über die Bühne gehen. 

Danielle Liniger

Der Gemeinderat der Stadt Bern sehe sich aufgrund der Covid-19-Pandemie gezwungen, den Zibelemärit vom 23. November 2020 abzusagen. Dies teilte die Stadt Bern am Freitagvormittag mit. Vor dem Hintergrund der jeweils immensen Besucherzahlen sei die Einhaltung von Schutzmassnahmen nicht ausreichend möglich. Der Gemeinderat bedauere, dass der Entscheid zum Schutz der Bevölkerung vor dem Coronavirus so ausfallen müsse. Gleichzeitig habe er das Polizeiinspektorat beauftragt, Möglichkeiten zum Verkauf von Zwiebeln im Rahmen der Wochenmärkte zu schaffen.

Der Gemeinderat sei überzeugt, heisst es in der Mitteliung, dass die Schutzkonzepte und Vorgaben des Bundes zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie auch dann nicht durchgesetzt werden könnten, wenn nur ein Teil der Besuchenden kommen würde oder weniger Marktstände auf dem Marktgebiet verteilt würden.

Grösstes Fest in der Stadt Bern

Der Zibelemärit ist das grösste, in der Stadt Bern stattfindende Fest des Jahres. Er
lockt jeweils über den Tag verteilt 40ʻ000 bis 80ʻ000 Personen aus der ganzen Schweiz
und sogar dem Ausland nach Bern. Da viele ähnliche, teils kleinere Veranstaltungen
oder Märkte in der Schweiz, wie etwa der Aargauer Rüeblimärit oder die Luzerner Herbstmesse bereits abgesagt wurden, wäre nicht auszuschliessen, dass viele Besu-
chende an den Berner Zibelemärit reisen würden und dadurch die Anzahl Personen sogar steigen könnte, heisst es in der Mitteliung der Stadt Bern.

Gemäss der aktuellen COVID-19-Verordnung des Bundes sind Märkte keine Veran-
staltungen. Auch für Märkte besteht aber die Pflicht zur Erarbeitung und Umsetzung ei-
nes Schutzkonzepts. Nebst den allgemeinen Abstands- und Hygienemassnahmen gel-
ten spezielle Vorgaben beim Schutzkonzept: So müssten zum Beispiel die Personen-
ströme mit Bändern oder Markierungen gesteuert werden, damit der nötige Abstand zwischen den Personen eingehalten werden kann. «Alleine dieses Beispiel zeigt, dass dies auch mit weniger Besuchenden an einem Markt wie dem Zibelemärit nicht umsetzbar ist», wird Sicherheitsdirektor Reto Nause zitiert. An die Durchführung beliebter Pro-grammpunkte wie der Konfetti-Schlacht sei unter diesen Umständen nicht zu denken.

Nach wie vor ist ungewiss, wie sich die epidemiologische Lage im November präsen-
tieren wird. Die Markthändlerinnen und Markthändler brauchten aber heute schon eine gewisse Planungssicherheit, da viele bereits dieser Tage mit den Vorbereitungen für
den Zibelemärit beginnen. So müssten die 50 Tonnen Zwiebeln gezogen und zu Zöpfen
verarbeitet werden. Auch aus diesem Grund sei es dem Gemeinderat wichtig, bereits
jetzt einen Entscheid zu fällen. Ein Zuwarten hätte womöglich einen deutlich grösseren Schaden
für die Markthändlerinnen und -händler zur Folge.

Zwiebelverkauf in erweitertem Rahmen

Trotz der Absage will der Gemeinderat den Markthändlerinnen und Markthändlern gemäss Mitteilung in
diesem Jahr die Möglichkeit des Zwiebelverkaufs bieten. In diesem Sinne habe er das Polizeiinspektorat beauftragt, gemeinsam mit den Markthändlerinnen und Markthändlern ein Konzept zu erarbeiten, welches es erlaube, den Zwiebelverkauf an den Wochenmärkten zeitlich und räumlich erweitert zu organisieren.

Der nächste Zibelemärit findet gemäss heutiger Planung am 22. November 2021 statt.

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