Switzerland

Architektur in Schweizer Städten: Für Luzerner liegt der Südpol gleich um die Ecke

Das neue Probenhaus des Luzerner Sinfonieorchesters setzt ein Zeichen in Luzern-Süd. Und die Entwicklung des Stadtteils geht weiter.

Das Herzstück des Probenhauses für das Luzerner Sinfonieorchester: Der grosse Saal, der rundum mit Eichenholz ausgekleidet ist.

Das Herzstück des Probenhauses für das Luzerner Sinfonieorchester: Der grosse Saal, der rundum mit Eichenholz ausgekleidet ist.

Foto: Annett Landsmann

Weiss, so weit das Auge reicht, Eis und Schnee und ein paar herumstolzierende Pinguine: So stellen wir uns den Südpol vor. Ganz anders die Luzernerinnen und Luzerner. Für sie besteht dieser aus einem ehemaligen Schlachthof, der vor zwölf Jahren in ein Kulturzentrum umgebaut wurde. Sie assoziieren damit Theateraufführungen und Konzerte, lange Nächte auf der Tanzfläche oder in der Bar unter freiem Himmel.

Weniger reizvoll präsentiert sich das Areal südlich der Stadt Luzern an einem Regentag. Fahrzeughändler säumen die Strasse, gefolgt von zwei zerfallenen alten Bauernhäusern. «Metzgercenter Zentralschweiz» verkündet ein Schriftzug an einer grossen Industriehalle. Davor rauscht ein Auto nach dem andern über die nasse Fahrbahn.

In dieser gesichtslosen Übergangszone zwischen dem Luzerner Industriegebiet und der Ortschaft Horw stehen seit diesem Sommer zwei markante Neubauten, die dem «Kampus Südpol» neue Strahlkraft verleihen. Zeitgleich sind die beiden Projekte für die Hochschule Luzern – Musik und das Luzerner Sinfonieorchester fertig geworden.

Der sandsteinfarbene Backsteinbau der Hochschule Luzern – Musik und der Kubus des Luzerner Sinfonieorchesters prägen den «Kampus Südpol».

Der sandsteinfarbene Backsteinbau der Hochschule Luzern – Musik und der Kubus des Luzerner Sinfonieorchesters prägen den «Kampus Südpol».

Foto: Annett Landsmann

Während aus dem sandfarbenen Backsteinbau Klaviermusik erklingt, schreiten Menschen mit Instrumentenkästen zielstrebig auf den benachbarten silbern glänzenden Kubus zu. Nach jahrelangem Proben in Kellerräumen, Kirchen und Gemeindesälen verfügt das renommierte Luzerner Sinfonieorchester nun über ein eigenes Probenhaus. Ermöglicht haben das grosszügige private Spenden.

Über das im Erdgeschoss angeordnete Parkdeck oder einen kleinen Vorplatz gelangen die Musikerinnen in die schlichte graue Eingangshalle. «Dies ist ein Arbeitsort und kein Konzerthaus», hebt der Architekt Martin Bucher hervor. Zuhörer gibt es hier keine. Doch umso genauer hören die Musiker selber hin. «Die Hauptrolle spielt in diesem Haus die Akustik.» Entsprechend viele Ressourcen flossen in konstruktive Massnahmen, die unsichtbar sind.

Dennoch gelang es den Architekten Enzmann Fischer und Büro Konstrukt, gestalterische Akzente zu setzen. So zieht die Treppe mit dem schwarzen Metallgeländer die Aufmerksamkeit auf sich, in deren Mitte lange Lichtstäbe den Weg nach oben weisen.

Lange Lichtstäbe begleiten die Musikerinnen und Musiker auf dem Weg die Treppe hoch.

Lange Lichtstäbe begleiten die Musikerinnen und Musiker auf dem Weg die Treppe hoch.

Foto: Annett Landsmann

Dort, im obersten Geschoss, liegt das Herzstück des Hauses: ein 4000 Kubikmeter grosser Saal, rundum ausgekleidet mit Eichenholz. Ein grosses Fenster erhellt den Raum und gibt den Blick auf den Pilatus frei.

Gestapelte Stühle warten darauf, in immer neuen Formationen auf dem Parkett verteilt zu werden. Die ordentlichen Stuhlreihen eines Konzertsaals fehlen – dies ist die schweizweit erste Bühne ohne Zuschauerraum. Über eine Galerie verfügt der Saal dennoch. Sie beeinflusst die Akustik, genauso wie die vielen Vor- und Rücksprünge der Holzelemente, die geometrische Muster erzeugen.

Weniger spielerisch gibt sich die Statik und die damit einhergehende räumliche Struktur. Diese folgt einer strengen Logik: zuoberst der grosse Saal, darunter die Register-Proberäume, noch ein Stockwerk tiefer die kleinteiligen Solo-Proberäume. Auf Eingangsniveau liegen die Parkplätze, auf deren Anordnung das Stützenraster basiert.

Die Akustik spielt im Orchesterhaus die Hauptrolle.

Die Akustik spielt im Orchesterhaus die Hauptrolle.

Foto: Annett Landsmann

Die innere Dreiteilung ist in der Fassade ablesbar. Auf Höhe der Geschossdecken ziehen sich Schattenfugen rund um das Gebäude. Zudem verändert sich der Rhythmus der gefalzten Bleche. Die Haut aus blankem Aluminium weist einen industriellen Charakter auf. Gleichzeitig sorgen die präzise Verarbeitung und die reflektierende Oberfläche für eine gewisse Eleganz. Kompositorisch gesetzte Fenster verleihen dem Haus einen Massstab und schaffen Bezüge zum Innenleben.

Auch draussen gibt es eine Treppe, die die Blicke auf sich zieht: Nahtlos schwingt sich die gewendelte Fluchttreppe vom Saal bis auf den Boden. «Das Haus setzt ein Zeichen auf dem Areal und an der Strasse», so Bucher. «Der neue Vorplatz bildet einen gemeinsamen Ankunftsort für Südpol und Orchesterhaus.»

Die Fassade spiegelt die Dreiteilung im Innern. Besonderer Blickfang ist die prominente Aussentreppe.

Die Fassade spiegelt die Dreiteilung im Innern. Besonderer Blickfang ist die prominente Aussentreppe.

Foto: Annett Landsmann

Nicht nur die vier Bäume auf dem Platz sind neu. Entlang der Strasse reihen sich junge Säuleneichen. Sie sind Vorboten der «Südallee», einer grünen Achse, die eines Tages von der Luzerner Allmend im Norden bis zum Horwer Seeufer im Süden führen soll.

Noch ist es aber attraktiver, auf dem östlich des Areals verlaufenden «Freigleis» zu flanieren. Der grosszügige Fussgänger- und Veloweg verläuft auf dem Trassee der alten Brünigbahn und führt ins Luzerner Stadtzentrum. Das Orchesterhaus und die Hochschule Luzern – Musik bringen nicht nur neues Leben an den Südpol. Sie sind auch wichtige Wegmarken bei der Entwicklung des neuen Stadtteils Luzern-Süd.

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