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Boris der Überflieger

Nicht viel gelingt dem britischen Permierminister Boris Johnson in Corona-Zeiten. Aber immerhin ein Ziel hat er erreicht: Sein Jet wird bunt.

Viel zu grau ist der offizielle Regierungsjet für Premier Boris Johnson, der sich eine lebhaftere und vor allem patriotischere Lackierung wünscht.

Viel zu grau ist der offizielle Regierungsjet für Premier Boris Johnson, der sich eine lebhaftere und vor allem patriotischere Lackierung wünscht.

Foto: Dylan Martinez (Getty Images)

Wenn nichts mehr dazwischenkommt, dürfte ein lang gehegter Wunsch von Boris Johnson schon bald in Erfüllung gehen. Noch in diesem Monat soll das Flugzeug, mit dem der britische Premierminister um die Welt fliegt, einen neuen Anstrich erhalten. Nach Johnsons Willen werden Teile des Royal-Air-Force-Flugzeugs namens Voyager künftig in den Farben des Union Jacks erstrahlen: Rot, Weiss und Blau. Die bisherige Lackierung empfindet Johnson schon lange als viel zu trist. Bereits in seiner Zeit als Aussenminister fragte er, warum die Maschine ausgerechnet grau sein müsse.

Nun, spätestens jetzt weiss man, dass Grau so gar nicht zum Selbstverständnis eines Boris Johnson passt. Der Premier zieht es vor, die Zukunft seines Landes in den buntesten Farben zu malen. Nach Jahrzehnten des Winterschlafs soll das Vereinigte Königreich endlich als souveräne Nation erwachen und der Welt zeigen, wie sich Freihandel gestalten lässt. Johnson schwärmt von «Global Britain» und allerlei Handelsverträgen, die das Königreich nach dem EU-Austritt schliessen werde. Mit den USA und Japan wird bereits verhandelt, am Mittwoch verkündete Johnson den Auftakt zu Gesprächen mit Australien und Neuseeland. Man kann davon ausgehen, dass der Premierminister sich dort auch vor Ort blicken lassen wird. Und dafür braucht es offenbar einen Brexit-Jet in Nationalfarben.

Faible für Statussymbole

Ob Johnson in nächster Zeit allerdings viel unterwegs sein kann, ist durchaus fraglich. Die Corona-Krise hält ihn momentan fest in London. Auch sonst hat Johnson eigentlich genug mit den Folgen des Brexit zu tun. Dass er da noch Zeit findet, sich seinen Lackfantasien zu widmen, mag so manchen erstaunen. Andererseits: Johnson ist mit seinem Faible für nationale Statussymbole nicht allein. So tat sich etwa schon Donald Trump als Chefdesigner der legendären Air Force One hervor und kümmerte sich persönlich um die Farbauswahl für die Präsidentenmaschine. Auch Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro liess einen patriotischen Anstrich seines Jets verkünden.

Anders als Trump hat Johnson jedoch nicht das erste Zugriffsrecht auf das Flugzeug. Dem Vernehmen nach steht er in der Rangfolge hinter der Queen und dem ersten Thronfolger Prinz Charles. Neben dem Premierminister dürfen auch Kabinettsmitglieder mit der Maschine fliegen. Der Airbus A330 stammt aus der Voyager-Flotte der Royal Air Force und wurde 2016 für 10 Millionen Pfund umgebaut. Den Auftrag erteilte damals Premierminister David Cameron. Johnsons Makeover soll laut Downing Street 900’000 Pfund kosten. Ein Insider sagte dem Sender Sky News, dass das ganze Unterfangen an Austin Powers erinnere. In der James-Bond-Parodie war der von Mike Myers gespielte Spion in einem Jaguar E-Type mit Union-Jack-Lackierung unterwegs.

Moral in Zeiten von Corona

Dass Johnson ähnliche Pläne für seinen Dienst-Jaguar hat, ist bislang nicht bekannt. Als Aussenminister liebäugelte er aber mit der Anschaffung einer neuen Royal Yacht Britannia. Vor zwei Wochen brachte Lord Jones of Birmingham, ein ehemaliger Handelsminister, diesen Vorschlag erneut ins Spiel. Eine neue Britannia würde die Moral der Nation in Zeiten von Corona stärken, sagte er. Es ist nicht auszuschliessen, dass Johnson das genauso sieht.

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