Switzerland

Bund und Kantone geraten unter Druck: Breite Front protestiert gegen Maskenpflicht in Läden

Trotz rasant steigenden Fallzahlen fordern Gewerbe, Gewerkschaften, Reisebranche und Politiker, die Corona-Strategie anzupassen.

In Läden wie diesem im Kanton Zürich gilt Maskenpflicht. Der Gewerbeverband wehrt sich nun gegen die Massnahme.

In Läden wie diesem im Kanton Zürich gilt Maskenpflicht. Der Gewerbeverband wehrt sich nun gegen die Massnahme.

Foto: Andrea Zahler

Ein Corona-Graben öffnet sich: Auf der einen Seite haben die Fallzahlen in Kantonen wie Waadt, Freiburg und Zürich ein bedrohliches Niveau erreicht. Weshalb sich die kantonalen Gesundheitsdirektoren besorgt zeigen und die Maskenpflicht erweitern wollen.

Auf der anderen Seite verlangen nun mehrere gewichtige Akteure, die aktuelle Corona-Strategie zu überdenken. Die Forderungen reichen von der Abschaffung der Maskenpflicht in Läden über die Zulassung von Schnelltests bis hin zur Verkürzung der Quarantäne. Dadurch entsteht eine breite Front, die Bund und Kantone kaum ignorieren können.

Der Gewerbeverbandsdirektor Hans-Ulrich Bigler prescht mit einem Brief an die kantonalen Gesundheitsdirektoren vor. Darin zielt er auf die Maskenpflicht in Läden, die in vielen Kantonen mittlerweile gilt: Es sei nicht nachvollziehbar, dass «einzelne Kantone das obligatorische Tragen von Masken in KMU-Geschäften wie Bäckereien oder im Gastgewerbe als obligatorisch erklärt haben», obwohl «die notwendigen Abstands- und Hygieneregeln bereits durch strenge Schutzkonzepte eingehalten werden können», schreibt Bigler. Dies verstärke die virulent bestehende Verunsicherung der Bevölkerung.

Gerade in Grenzgebieten, wo auf der einen Seite die Maske obligatorisch sei und auf der anderen nicht, werde ein beachtlicher Teil der Kunden aus den Schweizer Geschäften vertrieben. Dies wirkt sich laut Bigler bei den KMU mit Maskenpflicht massiv auf den Geschäftsgang der ohnehin gebeutelten Unternehmen aus.

Alle wollen Schnelltests, Bund sperrt sich dagegen

Auch Gewerkschaftsvertreter stellten die Maskenpflicht in Läden infrage. «Die Verhältnismässigkeit ist wichtig», sagt Pierre-Yves Maillard, Präsident des Gewerkschaftsbunds. Er gibt zu bedenken, dass selbst dort, wo das Obligatorium weit verbreitet sei, die Ansteckungszahlen hoch blieben.

Adrian Wüthrich, Präsident der Gewerkschafts-Dachorganisation Travailsuisse, stört sich seinerseits am Vorgehen der Kantone: «Branchen und Sozialpartner haben für die Wiedereröffnung nach dem Lockdown Schutzkonzepte erarbeitet. Nun setzen sich die Kantone einfach darüber hinweg.»

Auch bei den langen Quarantänefristen sehen Gewerbler, Politiker und Gewerkschafter Handlungsbedarf. In der Schweiz müssen Personen, die Kontakt mit einer infizierten Person hatten, zehn Tage in Quarantäne. Bigler fordert in seinem Brief Bund und Kantone auf, Corona-Selbsttests und Massen-Schnelltests anzubieten. Der nahende Herbst werde eine Situation schaffen, in der eine Vielzahl von Viren zur gleichen Zeit wie Corona verbreitet würden. «Für die gesamte Wirtschaft, insbesondere aber für die KMU, ist es undenkbar, wenn Mitarbeitende unter Quarantäne gestellt würden wegen Symptomen, die mit denjenigen von Covid-19 verwechselt werden können.» Doch: Eine klare Unterscheidung zwischen Corona und anderen Viren sei nur mithilfe von Tests möglich.

Roche ist in den kommenden Tagen bereit

CVP-Nationalrat Martin Candinas hat ähnliche Sorgen und deshalb eine Interpellation eingereicht. Darin fordert er «einfache, praxistaugliche Lösungen» sprich Schnelltests zugunsten einer verkürzten Quarantäne. «Gerade für das Gastgewerbe, den Tourismus und überall dort, wo Homeoffice keine Option ist, bedeutet dies ein faktisches Berufsausführungsverbot.» Candinas will daher vom Bundesrat wissen, was dieser unternehme, damit Covid-19-Testresultate noch am selben Tag oder spätestens am nächsten Morgen vorlägen – damit Beschäftigte ohne Symptome bei negativem Testergebnis sofort wieder an ihren Arbeitsplatz dürften.

In anderen Ländern werden Schnelltests längst angewandt, um die Quarantäne zu verkürzen oder sogar zu umgehen. Und der Schweizer Pharmakonzern Roche arbeitet mit Hochdruck an einem eigenen Schnelltest. «Er wird in den nächsten Tagen verfügbar sein», sagt Sprecher Nicolas Dunant. Der Test stelle das Virus fest, funktioniere ähnlich wie ein Schwangerschaftstest und liefere ohne Laborinfrastruktur bereits nach einer Viertelstunde das Resultat.

Doch das Bundesamt für Gesundheit und die wissenschaftliche Corona-Taskforce sperren sich bis heute gegen Schnelltests. Taskforce-Mitglied und Epidemiologe Marcel Tanner räumt zwar ein, dass es schon zahlreiche Schnelltests gebe, aber diese seien zum Teil «noch nicht zertifiziert oder genügend validiert». Es müsse auch geprüft werden, ob sie praxistauglich seien. Laut Tanner wird es noch mehrere Wochen dauern, bis ein genügend validierter Schnelltest vorliegt.

Luftfahrt will Testzentren an Flughäfen

Auch Tourismusorganisationen machen Druck. Nicolo Paganini, Präsident des Schweizer Tourismus-Verbands, ist überzeugt, dass Tests und allenfalls Schnelltests eine Erleichterung für viele Unternehmen darstellen würden. Andere Staaten liessen Corona-Tests zu, um die Quarantäne zu verkürzen, was den Reisenden mehr Planungssicherheit gebe. «Und die ist für den Schweizer Tourismus wie für die Reisebranche vital.»

Die Nöte der Reisebranche haben auch die Gewerkschaften erkannt. Für Pierre-Yves Maillard ist die aktuelle Quarantäneregel ein Problem. Lohnkürzungen und Stellenabbau drohten, sagt er. «Um das zu verhindern, brauchen wir in diesem Bereich neue Lösungen.»

Darüber hinaus hat der Bundesrat auch Post vom Dachverband der Schweizerischen Luftfahrt Aerosuisse erhalten. Diese fordert darin: «Covid-19-Testzentren sind an den Landesflughäfen für abfliegende und ankommende Passagiere einzurichten.» Die Anerkennung eines negativen Resultats müsse zur Verkürzung oder gar der Aufhebung der Quarantänepflicht führen.

Aerosuisse-Präsident Thomas Hurter spricht von «der grössten Krise der 100-jährigen Geschichte des Luftverkehrs». Nach einem «erfolgreichen Neustart» im Sommer seien wegen der uneinheitlichen Massnahmen zur Eindämmung der Epidemie die Buchungszahlen wieder stark eingebrochen. «Die sehr kurzfristigen Anpassungen, etwa bei der Liste der Risikoländer, haben massive Auswirkungen auf das Buchungsverhalten der Passagiere», sagt der SVP-Nationalrat.

Football news:

Vater Courtois: Keylor NAVAS war kein guter Mitspieler. Als er zu PSG ging, wurde es einfacher
Ter Stegen trainierte in der Gesamtgruppe Barça. Seit August ist Torwart Marc-André Ter Stegen wieder im Training beim FC Barcelona. Teilweise mit der Mannschaft trainierte Verteidiger Samuel Umtiti, der seit Juni nicht mehr auf dem Platz steht. Ter Stegen spielte seit August nicht mehr, sein letztes Spiel absolvierte er gegen den FC Barcelona (2:8) in der Champions League. Dann unterzog er sich einer Knieoperation und erholte sich
Vardy erzielte in den letzten 6 spielen 7 Tore, 5 Tore - vom Elfmeterpunkt
Zlatan erzielte 2 der 3 letzten Elfmeter nicht. Milans Stürmer traf im Spiel gegen Sparta Prag
Benzema Sprach mit Vinicius über die Worte in Der Champions-League-Spielpause. Sie haben die Frage geklärt
Barça-Verteidiger Araujo erlitt eine Verletzung des zweiköpfigen oberschenkelmuskels
Neymar fällt wegen einer Verletzung drei Wochen aus. Der Brasilianer kann erst nach der Länderspielpause im November wieder auf das Feld zurückkehren, wie der Journalist von RMC Sport, Mohamed Buhafsi, schreibt