Switzerland

Ciao, C - die CVP verabschiedet sich von ihrem «Himmelsanker des Politisierens»

85 Prozent der CVP-Delegierten haben sich für den neuen Namen ausgesprochen. CVP und BDP vereinigen sich zu «Die Mitte». Wie ähnlich sich die beiden Parteien tatsächlich sind, zeigt die Auswertung der Wählerbefragung von 2019.

Vorwärts in Richtung Mitte: CVP-Parteipräsident Gerhard Pfister an der Delegiertenversammlung.

Vorwärts in Richtung Mitte: CVP-Parteipräsident Gerhard Pfister an der Delegiertenversammlung.

Keystone

Der neue Name ist nicht wirklich sexy: «Die Mitte». Der alte war es allerdings auch nicht. Als Christlichdemokratische Volkspartei hat die CVP seit Jahrzehnten fast nur verloren. Die Notwendigkeit des Namenswechsels war deshalb nicht gross umstritten: An der Delegiertenversammlung, die am Samstag dezentral durchgeführt und per Videoschaltung übertragen worden ist, haben sich von 383 registrierten Delegierten 325 für den Namenswechsel ausgesprochen. Das sind 85 Prozent.

Junge drängt es in Richtung Mitte

Eine Rolle spielt das C vor allem in den katholischen Stammlanden der CVP. Die meisten - aber längst nicht alle - kritischen Stimmen kamen von dort. Dass es schliesslich doch eine deutliche Mehrheit in Richtung Mitte drängte, ist auch der Jungen CVP zu verdanken. Sie empfand das C zunehmend als Belastung.

Parteipräsident Gerhard Pfister ist nun genügend legitimiert, die Zusammenführung seiner Partei mit der BDP einzuleiten. Das C muss auch deshalb verschwinden, weil es ihm nicht gelungen ist, es als Alleinstellungsmerkmal seiner Partei zu positionieren. Das katholische Milieu wurde immer kleiner, und damit schwand auch die Wählerschaft dahin. Das «C als Himmelsanker des Politisierens», wie es der Politologe Antonius Liedhegener einmal formulierte, muss gelichtet werden.

Ähnliche Parteiprofile

Doch wie ähnlich stehen sich CVP und BDP eigentlich politisch? Laurent Bernhard, Politikwissenschafter am Schweizer Kompetenzzentrum für Sozialwissenschaften (FORS) in Lausanne, hat das Stimmverhalten der beiden Parteien untersucht. Die Grundlage für seine Auswertung sind die Befragungsdaten der Selects-Wahlstudie von 2019. Zum Vergleich hat er die Positionierung von FDP und GLP herangezogen. Analysiert wurden die Links-Rechts-Positionierung, Fragen zu politischen Werten und Sachfragen sowie das sozioökonomische Profil.

Laut Bernhard positionieren sich die Wählerinnen und Wähler von BDP auf der Links-Rechts-Skala (0-10) tatsächlich sehr ähnlich. Die Wählerschaft der BDP stuft sich geringfügig weiter rechts ein (6.0) als die der CVP (5.6). Die GLP-Wählerschaft tendiert nach links (4.5), während jene der FDP deutlich bürgerlicher ist (6.8).

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass sich zahlreiche Wählerinnen und Wähler der BDP und der CVP exakt in der Mitte (5) platzieren. Bei der CVP trifft dies auf 33 Prozent des Elektorats, bei der BDP auf 30 Prozent zu. Die entsprechenden Anteile betragen bei der GLP 16 Prozent und bei der FDP 14 Prozent. Der neue Parteiname «Die Mitte» passt also.

Wie Bernhard weiter untersucht hat, geht aus den Antworten auf sieben Fragen zu grundlegenden politischen Werten (Sozialausgaben, Alleingang der Schweiz, Wettbewerb, Inländerbevorzugung, Wirtschaftswachstum im Widerstreit zur Ökologie, Steuerniveau und Traditionen) hervor, dass die CVP-Wählerschaft jener der BDP am nächsten steht. Die durchschnittliche Abweichung (0.18) erweist sich als geringer als zur FDP (0.26) und zur GLP (0.42).

Ein identisches Bild präsentiert sich in Bezug auf eine Auswahl von konkreteren Sachfragen (Verzicht auf fossile Energien, Erhöhung des Rentenalters, gleichgeschlechtliche Ehe, Krankenkassen-Mindestfranchise). Die Übereinstimmung zwischen BDP und CVP erweist sich vor allem bei wirtschaftlichen Fragen als gross. Die Wähler beider Parteien äussern weniger liberale Präferenzen als die der FDP und der GLP.

Auffällig ähnlich sind auch die sozioökonomischen Merkmale der CVP- und BDP-Wähler: Zusammensetzung der Geschlechter ist ausgeglichen, wobei beide Parteien einen höheren Frauenanteil als die FDP aufweisen. Vergleichbar sind sie auch in punkto Bildung und Einkommen. Wobei beide Werte deutlich tiefer als die von FDP und GLP. Grosse Unterschiede treten dagegen sowohl bei der Religionszugehörigkeit als auch bei der Religiosität zutage. Die Wählerschaft der CVP ist nicht nur katholisch geprägt, sie praktiziert den Glauben auch viel stärker als die reformiert dominierte BDP.

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