Switzerland

«Cup-Totengräber? Im Gegenteil!»: SFV-Boss Blanc kontert CC-Angriff

BLICK: Herr Blanc, wo ist Ihre Schaufel?
Dominique Blanc: Welche Schaufel?

Christian Constantin bezeichnet Sie als Totengräber des Schweizer Cups.
Christian ist sehr stark in bildlicher Sprache. Er hat mir auch ein Whatsapp geschrieben mit diesem Inhalt, bevor wir die definitiven Termine festgelegt haben. Aber ehrlich: Das Gegenteil ist der Fall. Wir haben nicht gegraben, sondern einen neuen Baum gepflanzt.

Er sagte wörtlich, der Final Ende August sei an einem «bizarren Datum». Und ist sauer, dass es für den Cup lange keine fixe Ansetzung gab.
Schauen Sie: Wenn man im Juni gespielt hätte, wäre das nicht fair gegenüber Bavois und Rapperswil gewesen. Darum mussten wir eine Lösung für Breiten- und Spitzenfussball finden – und zudem war die Wartezeit lange, bis der Bundesrat und dann die Liga entschieden, wann man wieder spielen kann. Darum entschieden wir uns für den August. Ab diesem Moment war klar, dass der Meisterschaftsvierte in der Europa League spielt und nicht der Cupsieger, weil man die Liste zum 3. August abgeben musste.

Warum haben Sie nicht bei der Uefa interveniert?
Und wie ich das habe. Ich habe mehrfach mit Uefa-Präsident Ceferin geredet. Es war chancenlos.

Wenn CC Vierter gewesen wäre, hätte er sich kaum aufgeregt.
Genau. In Spanien und Griechenland ist es übrigens auch so, dass der Cup-Wettbewerb nicht zu Ende gespielt ist.

Bavois beklagte sich dann trotzdem über unfaire Bedingungen.
Ja, und das, obwohl wir uns seitens des SFV drei oder vier Mal mit allen Klubs, die noch im Cup vertreten waren, ausgetauscht haben Das war irritierend. Die Bedingungen seitens der Fifa waren für alle Klubs klar und bekannt..

Auch Yverdon zog vor den internationalen Sportgerichtshof.
Das ist ihr Recht. Aber schauen Sie: In Frankreich gab es 120 Klagen. Bei uns kaum welche. Bei uns ist es grundsätzlich gut gegangen. Alle Vereine haben ein grosses Dankeschön verdient für ihre grosse Flexibiltät. Auch der FC Sion und vor allem der FC Zürich, der im Notfall mit der U21 antrat.

Wie finden Sie Constantins Idee, den Cupfinal im eidgenössischen Schwingfest zu integrieren?
Das ist eine super Idee, wirklich spannend. Aber es wären zwei Top-Events an einem Ort. Und ich kann Ihnen sagen, dass der Cup bei Sponsoren begehrt ist. Auch wenn wir in diesem Jahr eine schwierige Zeit durchleben, er ist garantiert nicht tot..

Haben Sie mit CC geredet?
Ich habe ihn in Rapperswil getroffen beim Cup-Viertelfinal. Wir hatten und haben nach wie vor ein freundschaftliches Verhältnis. Wir mussten den Entscheid im Interesse des gesamten Fussballs treffen, es war nun mal so.

Der Bundesrat hat am Mittwoch entschieden, ab Oktober die 1000er Grenze fallen zu lassen. Wie sehen Sie das?
Es ist natürlich in unserem Sinne, dass bald wieder mehr als 1000 Zuschauer in die Stadien dürfen. Der Entscheid ist für den Schweizer Fussball von existenzieller Bedeutung. Deshalb ist es eine gute Nachricht. Wir hätten uns die Öffnung aber schon für früher als am 1. Oktober gewünscht. Wir werden ein sicheres und griffiges Schutzkonzept für alle Spielstätten haben. Das Ziel ist letztlich eine einheitliche Regelung und Umsetzung für alle Stadien der Schweiz.

Wie krass sind die Auswirkungen des Coronavirus auf den Breitenfussball?
Es gibt Auswirkungen, aber mehr auf sozialer Ebene. Finanziell sind die Klubs nicht gleich stark betroffen wie der Spitzenfussball. Aber wir sind sicher nicht am Ende der Auswirkungen. Lokale Sponsoren werden vielleicht in Not geraten und nicht mehr Werbung machen, das spüren die kleinen Klubs dann. Es gibt ja noch das Rettungspaket des Bundes. Die Klubs müssen 49 Fragen beantworten, um Geld zu bekommen. Einigen ist es zu kompliziert, aber wenn du Geld willst, musst du halt das auf dich nehmen und präzise nachweisen, wo finanzielle Schäden entstanden sind.

Die Uefa will bisher keine Zuschauer zulassen. Spielen wir am 6. September gegen Deutschland vor 0 Fans?
Das wird am nächsten Mittwoch mit allen Uefa-Mitgliedern definitiv entschieden. Ich hoffe, dass wir zumindest vor den in der Schweiz erlaubten 1000 Zuschauer spielen können. In den letzten sechs Wochen gab es Dutzende Super-League-Spiele vor 1000 Fans. Und keine einzige Ansteckung im Stadion! Die Fussball-Fans sind diszipliniert.

Am 3. September reist die Nati in die Ukraine, wo Krieg herrscht und Corona natürlich auch ein Thema ist. Gehen Sie mit einem guten Gefühl?
Wir kennen die Regeln heute noch nicht genau. Aber wenn wir das Schutzkonzept respektieren, dann habe ich keine Angst. Die Mannschaft und der Staff reisen alleine, dürfen das Hotel nie verlassen, Bus und Flieger werden desinfiziert. Wir Offiziellen gehen separat dann.

Können Sie sich heute vorstellen, dass man nächstes Jahr eine EM in zwölf Ländern spielt?
Das kann ich nicht beantworten. Ich habe aber grosse Hoffnung, dass diese EM stattfindet. Wir müssen mit dem Virus leben lernen.

Was bedeutet der Rücktritt von Stephan Lichtsteiner für die Mannschaft?
Er ist ein Vorbild, ein sehr wichtiger Spieler und Captain. Auch ausserhalb des Spielfelds, in der Garderobe, im Flugzeug. Er war mehr als ein Spieler.

Sie waren an Corona erkrankt. Sind Sie nun immun?
Ich hoffe. Am Montag habe ich einen Arzt-Termin.

Wie geht es Ihnen persönlich nach Ihrer Corona-Erkrankung?
Supergut, ich spüre nichts mehr und bin voller Energie.

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