Switzerland

CVP-Grossrat Harry Lütolf hängte Plakate auf – und wurde dabei verprügelt

Am Dienstagabend hängte Harry Lütolf gegen 20.15 Uhr Wahlplakate am Bahnhof Wohlen auf. «Da kam ein junger Mann aus einer Gruppe auf mich zu und fragte, was ich da mache. Ich antwortete, ich sei nur Politiker und hänge Werbung auf. Aber das Wort ‹Politiker› kam wohl nicht gut an», erinnert sich der Grossrat, Einwohnerrat und Wohler CVP-Präsident. Was folgte, waren Faustschläge in Lütolfs Gesicht sowie Tritte über die Gürtellinie. «Ich hatte Glück, denn obwohl ich keinesfalls nahkampferfahren bin, konnte ich mich reflexartig wegdrehen, sodass seine Faust mich nur an der Wange traf. Sonst hätte er mir wohl die Nase gebrochen und die Zähne ausgeschlagen», berichtet Lütolf. «Einer der Gruppe hielt ihn immer wieder zurück, was ich sehr zu schätzen weiss. Ausserdem hat sich mein Angreifer anschliessend mit meinem heruntergefallenen Wahlplakat vergnügt und versucht, es zu zerreissen. Ich konnte mich aus der Gefahrenzone begeben und die Polizei alarmieren.»

Die Kantonspolizei war nach etwa fünf Minuten mit Hund vor Ort, lobt Lütolf. «Der Angreifer flüchtete über die SBB-Gleise. Die Polizei konnte ihn aber bald ergreifen.» Mittels Handy-Foto identifizierte Lütolf den Mann, der gut verständlich, aber gebrochen Schweizerdeutsch sprach.

Nach Hause statt in Arrest gebracht

«Ich fragte die Polizisten, was man mit ihm mache. Sie sagten, sie brächten ihn nach Hause.» Das verstand der Politiker nicht, «der war so aggressiv, der kommt doch sofort wieder und verprügelt im schlimmsten Fall noch andere Leute. Er war zudem alkoholisiert. Ich wollte wissen, ob man ihn nicht in eine Ausnüchterungszelle bringen könnte. Doch so was gibt es scheinbar im Aargau gar nicht.» Das bestätigt auf Anfrage Kaposprecherin Aline Rey.

Die Polizisten hätten den Beschuldigten allerdings in Gewahrsam nehmen können, wie Artikel 31 des Polizeigesetzes zeigt: «Die Polizei kann Personen in Gewahrsam nehmen, die a) andere Personen ernsthaft und unmittelbar gefährden und die Gefahr nicht auf andere Weise abgewendet werden kann oder b) sich in einem Zustand befinden, in dem sie für sich oder andere eine ernsthafte Gefährdung darstellen oder öffentliches Ärgernis erregen.»

«Mindestens versuchte leichte Körperverletzung»

«Ich habe, während die Polizei den Mann suchte, mit Leuten am Bahnhof geredet, mit Taxifahrern, Mitarbeitern des Coop Pronto und Passanten. Sie sagten, es sei immer dieselbe Gruppe, die Ärger mache. Jemandem sei die Nase gebrochen worden, andere würden beschimpft.» Dazu sagt Mediensprecherin Rey: «Der Bahnhof Wohlen ist einer unserer Hotspots. Aber verglichen mit jenen in Aarau und Baden passiert hier wenig.» Im August und September habe die Kapo fünfmal an den Bahnhof Wohlen ausrücken müssen.

Für Lütolf steht fest: «Ich habe keine Angst am Bahnhof Wohlen. Aber der Mann muss bestraft werden. Tätlichkeit reicht nicht. Hätte ich nicht reflexartig reagiert, wäre das mindestens leichte, wenn nicht schwere Körperverletzung gewesen. Er muss mindestens für versuchte leichte Körperverletzung verurteilt werden. Bei versuchter schwerer Körperverletzung droht ihm der Landesverweis.»

Lütolf betont: «Viele Ausländer arbeiten hart, sind freundlich und hilfsbereit. Darum müssen jene, die das gute Klima vergiften, die Härte des Gesetzes spüren.» Das Strafverfahren läuft. Lütolf hat keine schweren Verletzungen davongetragen.

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