Switzerland

Das sind die neuen Corona-Regeln: Eine Ampel entscheidet im Kanton Bern über Grossveranstaltungen

Maskenpflicht an Grossveranstaltungen, aber (noch) nicht in Läden. Der Regierungsrat des Kantons Bern baut im Umgang mit der Corona-Pandemie auf ein Ampelsystem. Wie funktioniert das?

Bis auf weiteres nur mit Maske möglich: Grossveranstaltungen wie hier das Rammstein-Konzert im Sommer 2019 in Bern.

Bis auf weiteres nur mit Maske möglich: Grossveranstaltungen wie hier das Rammstein-Konzert im Sommer 2019 in Bern.

Foto: Raphael Moser

Der Kanton Bern nimmt ab Oktober ein virtuelles Ampelsystem in Betrieb. Dieses soll die Grundlage bilden für die Bewilligung von Grossanlässen. Wie funktioniert es?

Es handelt sich um eine Ampel mit vier Farben: grün, gelb, orange und rot. Grün entspricht einem Zustand ohne Krise. Im Moment steht die Ampel auf Gelb. Bleibt es so, können ab Anfang Oktober Grossanlässe mit über 1000 Besucherinnen und Besuchern durchgeführt werden. Es gilt aber eine Maskenpflicht.

Was für Veranstaltungen sind gemeint?

In der Covid-Verordnung ist mit einer Veranstaltung «ein zeitlich begrenzter, in einem definierten Raum oder Perimeter stattfindender öffentlicher oder privater Anlass» gemeint. Wichtiges Charakteristikum: Die Leute halten sich in der Regel während längerer Zeit am gleichen Ort auf.

Was bedeutet das für die grossen Eishockey- und Fussballclubs?

Beim Schlittschuhclub Bern ist am 1. Oktober ein Spiel vorgesehen, bei den Young Boys am 4. Oktober. SCB und YB haben in ihren Schutzkonzepten die Maskenpflicht vorgesehen. Beim SCB wird ausserdem Fieber gemessen: Mit einer Temperatur über 37,5 Grad gibt es keinen Zutritt. Aufgrund der Informationen des Kantons könne man das Schutzkonzept nun einreichen und einen Antrag auf Bewilligung stellen, heisst es beim SCB. YB hat das Konzept bereits eingereicht und wartet auf eine Bewilligung. YB hat ein 15-seitiges Dokument mit den Corona-Regeln veröffentlicht. Das interne Konzept ist weit umfangreicher.

Was bedeutet es für weitere Veranstaltungen?

Für Besuche im Casino Bern etwa gilt die Maskenpflicht bereits.

Was gilt für Weihnachtsmärkte?

Anlässe, die sich mit Märkten vergleichen lassen – wie etwa Messen, Gewerbeausstellungen oder Jahrmärkte –, gelten nicht als Veranstaltungen, um die es hier geht. Was etwa mit den Weihnachtsmärkten in Bern geschieht, wird die Stadt noch bestimmen. Der Zibelemärit wurde abgesagt. Das Lichtspektakel auf dem Bundesplatz dagegen findet mit Schutzkonzept und maximal 900 Personen ab dem 16. Oktober statt.

Was passiert, wenn die Ampel auf Orange springt?

Bei der Farbe Orange können Grossveranstaltungen nach wie vor durchgeführt werden, wie Raphael Ben Nescher, Leiter des Covid-Sonderstabs der bernischen Gesundheitsdirektion, sagt. Die Veranstalter müssen aber mit Zusatzauflagen rechnen – am ehesten mit einer weiteren Beschränkung der Besucherzahl. Ab Oktober ist es gemäss Vorgaben des Bundes beispielsweise möglich (sofern die Ampel weiterhin auf Gelb steht), bei einem YB-Match zwei Drittel der Plätze im Stadion zu besetzen. Schaltet die Ampel auf Orange, wäre es denkbar, dass der Kanton nur noch die Hälfte der Plätze freigibt. Bei Rot sind keine Veranstaltungen mit mehr als 1000 Leuten mehr möglich.

Was müsste passieren, damit die Ampel von Gelb auf Orange wechselt?

Folgende Kriterien sind laut dem Leiter des Covid-Sonderstabs ausschlaggebend: Wie hoch ist die Ansteckungsrate, und wie entwickeln sich die Fallzahlen? Gelingt es den Leuten vom Contact-Tracing noch, ihre Aufgaben zu bewältigen? Wie hoch ist der Auslastungsgrad der Intensivpflegebetten?

Wo wird die Ampel platziert, und wer entscheidet, wann sie die Farbe wechselt?

Die Ampel wird voraussichtlich auf der Corona-Website des Kantons Bern aufgeschaltet. Über Farbwechsel entscheidet Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg.

Wer bewilligt Grossveranstaltungen?

Die Gesuche sind an die Gemeinden zu richten. Entscheiden werden aber die Regierungsstatthalter. Veranstaltungen mit internationaler Ausstrahlung wie die Weltcup-Skirennen in Wengen und Adelboden, das Tennisturnier in Gstaad und die Radsportveranstaltung Tour de Suisse müssen vom Regierungsrat bewilligt werden.

Wie viele Leute arbeiten heute im Kanton Bern für das Contact-Tracing?

Gut 50, die sich rund 40 bis 45 Vollzeitstellen teilen. Bis Ende November soll das Contact-Tracing auf circa 80 Vollzeitstellen ausgebaut werden, wie Sonderstab-Leiter Raphael Ben Nescher sagt. Geplant ist zudem, gewisse Aufgaben wie das regelmässige Anrufen von Personen, die sich in Quarantäne befinden, einem Callcenter, also einer externen Firma, zu übertragen.

Wie funktioniert das Drive-in-Testzentrum, das ab Anfang Oktober auf dem Bernexpo-Areal wieder eingerichtet wird?

Das Testzentrum wird gleich betrieben wie jenes, das von April bis Ende Juni in Betrieb war. Wer sich testen lassen will, muss vorgängig einen Onlinefragebogen ausfüllen. Die Kosten werden vom Bund übernommen. Das Testzentrum soll auch an den Wochenenden geöffnet sein, die genauen Öffnungszeiten werden kurz vor dem Start bekannt gegeben.

Wie beurteilt der Regierungsrat die Lage im Kanton Bern?

Die Berner Bevölkerung gehe die Situation mit Disziplin, Ruhe und Würde an, sagte Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg am Donnerstag vor den Medien. Im Vergleich zu anderen Kantonen sind die vom Regierungsrat verordneten Massnahmen denn auch sehr milde. Eine Maskenpflicht in Läden etwa hält der Regierungsrat derzeit nicht für nötig.

Ist die Maskenpflicht in Läden an das Ampelsystem gekoppelt?

Nein. Die Ampel gilt nur für Grossveranstaltungen.

Vor einem Monat sagte Gesundheitsdirektor Schnegg in einem Interview, wenn bei den Ansteckungen eine gewisse Limite erreicht werde, komme die Maskenpflicht in Läden. Diese Limite ist kürzlich erreicht worden (siehe Grafik). Warum ist die Maskenpflicht trotzdem noch kein Thema?

Nebst der Entwicklung der Ansteckungszahl kommt es auch bei dieser Frage auf weitere Faktoren an: auf die Auslastung der Contact-Tracer und der Spitäler. Diesbezüglich sieht es im Moment noch gut aus. Aber die Situation kann sich gemäss Sonderstab-Leiter Raphael Ben Nescher rasch ändern.

Wo stecken sich gegenwärtig am meisten Leute mit dem Coronavirus an?

In letzter Zeit hätten sich viele Personen im Familienkreis, an privaten Festen oder bei der Arbeit angesteckt, sagte Kantonsärztin Linda Nartey an der Medienorientierung. Die Behandlungskapazitäten in den Spitälern seien gut. Man rechne aber damit, dass die Zahl der Fälle zunehmen werde und damit auch die Zahl der Patienten, die im Spital behandelt werden müssen.

Football news:

Alexander Kerzhakov hat ein Coronavirus. Er verpasste das Match Tomi (Metaratings)
Busquets über 1:3 im Clásico: der Sieg von Real Madrid war ein Elfmeter. Barça wurde zu sehr bestraft
Conte über das 2:0 gegen Genoa: Inter erkennt seine Stärke und hat dazu beigetragen, dass wir das Spiel von Anfang an kontrolliert haben, manchmal gelingt es, die Abwehr früher, manchmal später zu knacken. Die Borussia aus Gladbach hat im Champions-League-Spiel nur zwei Treffer erzielt, einer davon war ein ungenauer Pass. Heute hat der Gegner noch nie in die Partie gefunden und wir haben zu null gespielt. Die Mannschaft ist sich Ihrer Stärke bewusst und hat dazu beigetragen, selbstbewusst zu spielen
👏 Die ganze Welt spricht über Habibs Abgang und gratuliert ihm zum Sieg. Sie fordern für ihn den ersten Platz in der Rangliste und respektieren den Wunsch, bei der Familie zu sein
Klopp über das 2:1 gegen Sheffield:2:0-oder 3:0-Siege kommen, wenn man in solchen spielen heftig kämpft
Messi wiederholte seine schlechteste Serie - 6 Spiele ohne Tore von Real Madrid
Schalke gewinnt 21 Spiele in Folge nicht in der Bundesliga und steht auf dem vorletzten Platz