Switzerland

Die EU will sich mit ihrer geballten Einkaufsmacht die ersten Covid-19-Impfdosen sichern – davon profitiert auch die Schweiz

Die bisweilen arg zerstrittenen 27 EU-Mitgliedstaaten machen gemeinsame Sache, um im Kampf gegen das Coronavirus an genügend Impfstoff zu kommen. Brüssel empfiehlt ihnen zudem, sich schon jetzt für die Verteilung zu rüsten.

Die EU Brüssel bietet Pharmakonzernen an, einen Teil der Vorlaufkosten zu übernehmen. Im Gegenzug Im Gegenzug können die EU-Mitgliedstaaten den Impfstoff dann zu Vorzugskonditionen kaufen.

Die EU Brüssel bietet Pharmakonzernen an, einen Teil der Vorlaufkosten zu übernehmen. Im Gegenzug Im Gegenzug können die EU-Mitgliedstaaten den Impfstoff dann zu Vorzugskonditionen kaufen.

Marco Bello / Bloomberg

Während der ersten Welle der Coronavirus-Pandemie hat es mit der Zusammenarbeit innerhalb der EU mehr schlecht als recht geklappt. Das soll während dem zweiten Schub nicht mehr passieren und erst recht nicht bei der dauerhaften Bewältigung der Krise. Diese wird laut der EU-Kommission am ehesten mit der Entwicklung und Bereitstellung eines Impfstoffes gelingen. Doch wie will sich die EU genug Wirkstoff für 448 Mio. Einwohner sichern?

Vereinfacht gesagt tut die Kommission dafür drei Dinge: Sie schliesst, erstens, Kaufverträge mit Firmen ab, die aussichtsreiche Impfstoff-Projekte haben. Zweitens gibt sie den Mitgliedstaaten Tipps, wie sie die Impfungen erfolgreich ihrer Bevölkerung verabreichen können. Und drittens verringert sie die administrativen Bürden für die Zulassung eines solchen Stoffes in der EU.

Zunächst einmal muss man dafür aber an ausreichende Mengen eines wirksamen Mittels kommen. Obwohl nicht sicher ist, dass ein solcher Impfstoff überhaupt entwickelt werden kann, hat längst ein globales Wettrennen darum eingesetzt. Rund 170 Versuche sind bekannt, etwa ein Dutzend davon befindet sich in fortgeschrittenen, klinischen Tests. Besonders weit sind offenbar chinesische und russische Vorhaben. Während die Pharmakonzerne zusammen mit Universitäten unter Hochdruck forschen, versuchen viele Länder, sich schon vor Abschluss der entsprechenden Arbeiten ihre Ration zu sichern.

Kommission löst «Impfallianz» ab

Das ist auch in der EU der Fall. Zunächst hatten – wie oft in dieser Krise – die Mitgliedstaaten die Initiative ergriffen. Eine «inklusive Impfallianz», bestehend aus den drei grössten EU-Ländern Deutschland, Frankreich und Italien sowie den Niederlanden, setzte sich mit dem britisch-schwedischen Pharmakonzern Astra-Zeneca zusammen. Später übernahm die Kommission die Gespräche.

Brüssel bietet dabei an, einen Teil der Vorlaufkosten eines Impfstoffherstellers zu übernehmen und so dessen finanzielle Risiken zu verringern. Die Kommission setzt dafür einen «erheblichen Teil» der 2,7 Mrd. € aus dem EU-Soforthilfe-Instrument ein. Im Gegenzug können die EU-Mitgliedstaaten im Erfolgsfall für einen definierten Preis innerhalb einer bestimmten Zeit eine vereinbarte Anzahl von Impfstoffdosen kaufen.

Nach diesem Schema hat die Kommission drei Verträge abgeschlossen. Ende August sicherte sie sich die Lieferung von bis zu 400 Mio. Dosen von Astra-Zeneca, welche entsprechend der Bevölkerungsgrösse an die 27 Mitgliedstaaten verteilt würden.

Die Schweiz fährt im Seitenwagen mit

Eine Klausel des Abkommens ist für die Schweiz von besonderem Interesse. So können die Mitgliedstaaten einen Teil der Dosen auch an Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen spenden oder an «europäische Länder» weitergeben. Damit gemeint ist unter anderem die Schweiz. Mitte Oktober gab Bern bekannt, dass man auf der Grundlage dieses Vertrages ein Abkommen mit Astra-Zeneca und mit Schweden abgeschlossen habe. Stockholm würde der Schweiz 5,3 Mi0. Dosen «gewinnfrei» weiterverkaufen.

Damit kommt die Schweiz indirekt in den Genuss der deutlich grösseren Einkaufsmacht der EU, die auch für kleine Mitgliedstaaten wie Malta, Luxemburg und Zypern mit jeweils weniger als 1 Mio. Einwohnern von grosser Bedeutung ist.

Um die Erfolgschancen zu erhöhen, hat die Kommission zudem im September eine Vereinbarung mit Sanofi-GSK über maximal 300 Mio. Dosen und Anfang Oktober mit der Johnson-&-Johnson-Tochterfirma Janssen über Impfstoff für bis zu 400 Mio. Menschen abgeschlossen. Weitere Gespräche sind im Gange.

Die Schweiz könnte grundsätzlich auch beim Johnson-&-Johnson-Vertrag mitmachen. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bestätigte zwar, mit weiteren «vielversprechenden Herstellern» im Kontakt zu sein, wollte aus verhandlungstaktischen Gründen aber keine näheren Angaben machen und auch keine finanziellen Details offenlegen.

Die EU ist ferner bei der Covax-Initiative dabei. Diese soll den 172 beteiligten Ländern, koordiniert von der Weltgesundheitsorganisation, Zugang zu Impfstoff für 20% der Bevölkerung ermöglichen. Covax umfasst ein Portfolio von neun Projekten wie das von Astra-Zeneca, neun weitere könnten hinzukommen.

Auch die Schweiz ist Mitglied der Initiative. Das teilte der Bundesrat im September mit. Bern verfügt zudem über ein separates Abkommen mit der amerikanischen Biotech-Firma Moderna für 4,5 Mio. Dosen. Die EU ist mit dem Unternehmen noch im Gespräch über 160 Mio. Dosen.

Ältere Personen und Lehrer zuerst

Die Zahlen machen klar, dass in einer ersten Runde nicht die gesamte Bevölkerung geimpft werden kann. Denn bei vielen Stoffen sind wohl zwei Dosen pro Person nötig. Die Schweiz möchte laut dem BAG 60% der Bevölkerung eine Impfung ermöglichen.

Die EU empfiehlt ihren Mitgliedstaaten, eine Prioritätenliste zu definieren. Zuerst wären demnach etwa ältere Personen und andere Risikogruppen zu berücksichtigen sowie Krankenpfleger, Lehrpersonen und weitere Menschen, die für die Gesellschaft in diesen Zeiten besonders wichtige Dienste leisten. Der entsprechende Entscheid liegt aber in der Kompetenz der Mitgliedstaaten.

Brüssel regt an, umgehend mit der Rekrutierung und Schulung des entsprechenden Personals zu beginnen. Nur so wären die Länder 2021 bereit, wenn hoffentlich der erste Impfstoff die Marktzulassung erhält.

Um die dafür notwendigen, aufgrund der Pandemie verkürzten administrativen Prozesse zu erleichtern, hat die Europäische Arzneimittel-Agentur einen Spezialausschuss gebildet. Dieser steht in Kontakt mit den betreffenden Pharmakonzernen und prüft fortlaufend die Daten der verschiedenen Studien. Das soll die Zulassung beschleunigen, ohne Abstriche bei der Qualität.

Ferner will die Kommission die Konsultation der Mitgliedstaaten verkürzen und die Übersetzungen der Dokumente in alle Amtssprachen aufschieben. Damit soll der Abschluss des Verfahrens eine statt neun Wochen dauern. Dann könnte die Kommission grünes Licht für einen möglichen Impfstoff geben.

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