Switzerland

Die Innovationskraft der Schweiz wird unterschätzt – dank den Grenzgängern und der Personenfreizügigkeit ist sie höher als gedacht

Über 300 000 Beschäftigte in der Schweiz nutzen als Grenzgänger eine besondere Form der Personenfreizügigkeit. Sie sind überraschend innovativ und konkurrieren damit die Schweizer kaum, sondern ergänzen sie, wie neue Forschungsergebnisse zeigen.

Vom grenznahen Ausland zur Arbeit in die Schweiz und zurück ist nicht nur im Tessin (wie hier im Bild) für viele Alltagsroutine.

Vom grenznahen Ausland zur Arbeit in die Schweiz und zurück ist nicht nur im Tessin (wie hier im Bild) für viele Alltagsroutine.

Annick Ramp / NZZ

Wie misst man Innovationskraft? Ein gängiger Weg ist die Auswertung von Patentanmeldungen. Da Patente in der Regel Privatpersonen mitsamt deren Wohnort zugeschrieben werden, bestimmen diese üblicherweise, welchem Land eine Innovation ganz oder anteilig zugerechnet wird.

Wirtschaftswissenschafter am Lehrstuhl von Professor Rolf Weder an der Universität Basel haben nun untersucht, inwieweit Patente Personen zugeschrieben wurden, die zwar im Ausland wohnen, aber als Grenzgänger in der Schweiz arbeiten. Dazu werteten sie die Patente aus, die zwischen 1990 und 2015 beim amerikanischen und beim europäischen Patentbüro angemeldet wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Grenzgänger überraschend innovativ sind und dass sich deren Anteil an der Innovationskraft der Schweiz seit der Jahrtausendwende ungefähr verdoppelt hat. Innovationsindizes, die nur auf einen Schweizer Wohnort abstellen, unterschätzen die Innovationskraft der Schweiz um rund 10%.

Besonders ausgeprägt ist die Bedeutung innovativer Grenzgänger für die Region Nordwestschweiz und für den Genferseeraum. An Schweizer Standorten in der Pharmaindustrie sind ein Fünftel bis zeitweise sogar ein Drittel aller Erfindungen von Grenzgängern gemacht worden. Interessant ist auch, dass in stark wachsenden Sektoren wie der Medizinaltechnologie oder der digitalen Kommunikation der Innovationsbeitrag der Grenzgänger in letzter Zeit stark gestiegen ist.

Allerdings hat gleichzeitig auch die Zahl der von in der Schweiz wohnhaften Personen angemeldeten Patente über die Jahre deutlich zugenommen. Ähnlich wie die Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten KOF-Studie zur Lohnentwicklung ist das ein starker Hinweis darauf, dass die dank Personenfreizügigkeit zahlreicher in der Schweiz arbeitenden Grenzgänger und Ausländer die Schweizer weniger verdrängen als ergänzen.

Sie senken deren Löhne im Allgemeinen auch nicht, sondern stützen sie. Grenzgänger erlauben es nämlich Firmen in Grenznähe erst, ihre innovationsstarken, hochproduktiven Tätigkeiten auszuweiten. Davon profitieren alle. Bleibt zu hoffen, dass sich dies am Wochenende im Urteil der Stimmbürger über die Personenfreizügigkeit niederschlagen wird.

Matthias Niggli, Christian Nutzer und Dragan Filimonovic (2020): Cross-border commuting and inventions ‹Made in Switzerland›. https://cieb.shinyapps.io/crossborder_commuters/

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