Switzerland

Die Regionale 21 wird trotz Corona durchgeführt: «Wir hätten absagen können, aber das wollten wir nicht»

Fast 800 Künstlerinnen und Künstler haben sich im Pandemiejahr für die Regionale 21 ­beworben, ein gutes Drittel davon stellt aus – sofern es der Teil-Lockdown zulässt. Regio­nale-­Geschäftsführerin Silke Baumann schildert die Herausforderungen dieses Jahrgangs.

In Mulhouse findet zum Start der Regionalen 21 «La fête de l’insignifiance» statt: das Fest der Bedeutungs­losigkeit. Ein prophetischer Ausstellungstitel?
Silke Baumann: Ja, das könnte man so verstehen. (lacht) Der ­Titel ist dem gleichnamigen ­Roman von Milan Kundera entliehen. Für mich spielt er auf die Freiheit der Kunst an, eben ­keinen Sinn stiften zu müssen, sondern uns auch auf anderen Ebenen anzusprechen – in diesen Zeiten sehr wertvoll. Aber interessant ist diese Ausstellung auch, weil die Kuratorin rasch entschieden hat, dass sie trotz Corona-­Massnahmen stattfinden soll. Es gibt jetzt Onlineführungen, angedacht sind zudem Projektionen auf der Fassade der Kunsthalle. Auch die Galerie E-Werk in Freiburg macht ihre Ausstellung erstmals online zugänglich.

Wie bereitet man einen solchen Anlass während einer Pandemie vor?
Normalerweise gibt es fünf bis sechs Regionale-Sitzungen, bei denen der persönliche Austausch sehr wichtig ist. Das war diesmal nicht möglich, wir mussten auf Videokonferenzen ausweichen. Als das Programmheft Anfang Oktober in Druck ging, waren wir alle noch relativ optimistisch. Einzig auf die ­zeitlich getakteten Eröffnungen wollten wir verzichten. Auch die kostenlosen Shuttle-Busse haben wir schweren Herzens abgesagt, ebenso die Bustouren. Wir wussten nicht, wie durchlässig die Grenzen sein würden – und wir wollten keinen Superspreading-Event verursachen. Das ist sehr schade, weil es diese Touren schon seit 20 Jahren gibt und sie wichtig sind, um die Regionale zu «erfahren», und das im doppelten Sinne!

Wie wichtig ist die Mobilität für das Selbstverständnis der Regionale?
Freiburg und Mulhouse sind mit einer guten Zugverbindung nur eine halbe Stunde entfernt, trotzdem fährt man viel zu ­selten hin. Wer das allerdings sehr oft macht, das sind die Künstlerinnen und Künstler. Die haben ihre Ateliers beispielsweise in Hegenheim, leben selbst aber in Basel. Die Regionale versucht ein Stück weit, die Realität dieser Kunstschaffenden zu spiegeln. Deshalb auch die Bustouren, die
es dem Publikum leichter machen sollen, Grenzen zu überschreiten und die trinationale Kunstszene besser kennen zu lernen.

Dieses Jahr wird daraus nichts…
Nein, jetzt haben wir die Teil-­Lockdowns. In Deutschland und Frankreich sind die Kultureinrichtungen derzeit ­geschlossen, in Frankreich gibt es sogar Ausgangssperren. Aktuell sieht es so aus, dass die Massnahmen mindestens bis zum 20. Dezember, vielleicht sogar bis in den Januar verlängert werden. Das heisst, die deutschen und französischen Institutionen müssen jetzt prüfen, ob sie ihre Ausstellungen verschieben können. Das ist nicht einfach, da viele Häuser schon seit dem März Stau in ihren Programmen ­haben.

In Basel und Umgebung findet die Regionale aber wie geplant statt?
Ja, nur bei der Cargo Bar ist es komplizierter. Sie war von Anfang an dabei, ohne ein eigentliches Ausstellungshaus zu sein. Die Bar wird ihre Ausstellung trotz angeordneter Schliessung dennoch öffnen, selbstverständlich ohne Personal und Konsumation. In anderen Basler Häusern durften auch französische Kunstschaffende zum Aufbau kommen, weil sie berufliche Gründe für den Grenzübertritt geltend machen konnten. Jetzt ist ihre Ausstellung hier, ohne dass ihr professionelles und persönliches Umfeld sie sehen kann.

Die Regionale wird durch Corona also zur «Lokalen»?
Ja und nein. Ja, weil sich die Partnern im Dreiland in einzelnen Videomeetings absprechen müssen – so eine Trennung gab es noch nie. Bislang haben die 19 beteiligten Institutionen alles gemeinsam entschieden, alle sind gleichberechtigt. Das ist eine gewachsene Zusammenarbeit, bei der jedes Haus seinen eigenen Charakter bewahrt. Und nein, weil die trinationale Mischung der Ausstellungen durch die Zusammensetzung der Kunstschaffenden immer noch gewährleistet ist.

Wird die Regionale durch die Pandemie digitaler?
Beim ersten Lockdown im Frühjahr war es eine legitime Reaktion, dass man versucht hat, ­vieles digital anzubieten. Aber Onlineführungen können nur eine Ergänzung sein. Basel hat das grosse Glück, dass die Kulturinstitutionen noch offen sind, in Deutschland und Frankreich werden die Schliessungen stark diskutiert. In den Kultureinrichtungen wurden Schutzkonzepte erarbeitet, die einen sicheren Besuch ermöglichen. Und wenn man ehrlich ist, halten sich die Massen ja auch nicht in den Museen auf. Wir hätten die Regionale absagen können, aber das wollten wir nicht. Dieses Jahr wurden sehr viele Ausstellungen abgesagt oder verschoben. Und für Kunstschaffende ist es essenziell, sichtbar zu sein.

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