Switzerland

Ein Hoch auf die graue Maus

Beim Berner Bahnhof, gleich beim Treppenaufgang in die Neuengasse, gibt es ein Lokal. Ach was! Ein Spunten ist es viel eher. Und das meine ich nicht negativ. Wem all die hippen Pop-up-Bars zu durchgestylt sind, der ist hier goldrichtig. Schon von aussen mutet die Brésil Bar wie ein Relikt aus den 80ern an. An der Fassade wird die Plörre aus Rheinfelden mit grossen Lettern angepriesen. Was überall sonst ein Killer wäre, wird hier schamlos beworben. Respekt erst mal dafür!

Neugierig betrete ich das eigentümliche Refugium. Ein Dunst von Altherrenbesäufnissen hängt in der Luft. Im Radio läuft ein Spätwerk von Rednex. Kaum drinnen, dreht sich die gesamte Gästeschar um und mustert mich misstrauisch – ein untrügliches Zeichen für einen hohen Stammkunden­anteil. Als die eingeschworene Gemeinschaft merkt, dass ein ihnen Unbekannter ihr Territorium betritt, wendet sie sich wortlos wieder ab.

Wie es die Stammkneipen­hierarchie verlangt, nehme ich als «Freshman» erst mal hinten links in der Ecke Platz. Wer sich immer gefragt hat, wohin die Schliessung von Spelunken wie dem Braunen Mutz, der Traube oder der Bahnhof-Brasserie die knorrigen Pegeltrinker gespült hat, hier findet man die Antwort.

Die anwesenden Herren scheinen schon ewige Stammkunden zu sein. Von der Bardame werden sie überschwänglich begrüsst, die Getränke erhalten sie, ohne sie bestellen zu müssen, und bei Nachschubbedarf wird das leere Glas in die Höhe gehoben, hin und her geschwenkt und «No äs Chübeli» gerufen. Zeitweilig fühlt es sich an wie in einem Landgasthof in der tiefsten Provinz.

Ob dem ersten Schluck der Stange zieht es dem geneigten IPA- und Imperial-Stout-Trinker erst mal die Leber zusammen. Aber nach dem dritten Glas scheint auch hier drinnen die Sonne. Selbst wenn Bonnie Tyler im Radio von ihrem Kummer krächzt.

Irgendwie schön, gibt es im urbanen Bern unter all den bunten Elefanten im Gastrogewerbe noch solche grauen Mäuse.

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