Switzerland

Gott spielen im Gartenbeet

Die Schweiz ist zu einem Volk von Gärtnern und Bepflanzern arriviert. Auch unser Kolumnist konnte sich diesem Trend nicht entziehen. Mit erbärmlichem Resultat.

Er hat mit diesem Text rein gar nichts zu tun, scheint aber mit dem Broccoli mehr Glück zu erleben als unser Kolumnist: Bastien Girod.

Er hat mit diesem Text rein gar nichts zu tun, scheint aber mit dem Broccoli mehr Glück zu erleben als unser Kolumnist: Bastien Girod.

Foto: Esther Michel

Als Ende April die Baumärkte und Gartencenter wieder öffneten, ging dies als eines der meistbejubelten Ereignisse in die Geschichte des Corona-Zeitalters ein. Es bildeten sich Kolonnen tätigkeitswilliger Menschen, Fernsehteams führten Interviews in den Warteschlangen, Leute sagten, man müsse sich doch irgendwie wieder beschäftigen, es sei ja nicht auszuhalten, so untätig zu Hause zu sitzen. Und so machte auch ich mich bald auf den Weg, um der Dauerbeschäftigung mit dem schieren Selbst ein Ende zu bereiten.

Man konnte zusehen, wie glückliche Menschen ebenso glückliches Grüngewächs aus der Lokalität karrten.

Im Garten vegetierte nämlich ein bisher unbenütztes Gartenbeet vor sich hin, das wohl insgeheim schon länger darauf hoffte, von pflanzenkundiger Hand bewirtschaftet zu werden. Also nichts wie hin in die Vorstadtindustriezone, mitten hinein ins Eldorado des Gedeihens. Vor dem Gartencenter gab es zwar keine Kolonnen mehr, doch man konnte zusehen, wie glückliche Menschen ebenso glückliches Grüngewächs aus der Lokalität karrten, und die Flora anästhesierte die Kundschaft mit einem süsslich-euphorisierenden Duftgemenge.

In mir war die Überzeugung gewachsen, den Corona-bedingten Mangel an zwischenmenschlichem Austausch mit etwas Sinnvollem zu kompensieren, mit dem Anbau einer eigenen Agrarfläche, auch wenn diese bloss die Fläche eines Smart-Autoparkfeldes einnahm. Doch ich war gewillt, diesem Akt sogar ein wenig symbolisches Trara angedeihen zu lassen. Wenn die Welt um uns herum schon zugrunde geht, dachte ich mir, dann soll wenigstens mein Gärtchen mit gesundem Bewuchs prunken. So nach dem Motto: Hier der Gedeih, dort der Verderb. Nach reiflichem Studium des Angebots entschied ich mich für ein wenig originelles, aber landläufig erprobtes Samenkonglomerat aus Broccoli, Blumenkohl und Kopfsalat. Gemüse, mit dem ich bereits per Du war; mit Quitten- oder Guaven-Bäumchen hätte ich mich zuerst emotional vertraut machen müssen.

Wie sich also in meinem Gartenbeet eine Art Ursuppe des Lebens bildete, kamen in mir beängstigende Allmachtsfantasien hoch.

Also hopp nach Hause, bei der Nachbarin eine Gartenhacke ausgeliehen, Boden aufgelockert und spornstreichs drei Rinnen in das Erdwerk geritzt, dann mit leicht zittrigen Händen die Samenbriefchen aufgerissen und das Saatgut mit gutem Zuspruch in die Rinnen ausgestreut. Da ich nicht in Experimentierlaune war, entschied ich mich für eine Monokultur-Variante, eine Rinne Salat, eine Broccoli und eine Blumenkohl. Rinnen zugeschüttet, den Schlauch herbeigeschleppt, ging ich über zum Begiessen. Und wie sich der Boden so vor mir erst nässte, dann schier aufschäumte, um später in ein fröhliches Blubbern überzugehen, wie sich also in meinem Gartenbeet eine Art Ursuppe des Lebens bildete, kamen in mir beängstigende Allmachtsfantasien hoch: Ist Gärtnern nicht ein bisschen wie Gott spielen? fragte ich mich. Wird aus diesem Sumpf auf mein Geheiss tatsächlich bald vitaminträchtige Kost spriessen? Nicht bloss irgendwelcher Einzeller-Firlefanz, wie zu Urzeiten, nein, gleich eine ganze Gemüseanlage mit Nährwert und komplexen Calcium-, Eisen-, Zink- und Natrium-Verbindungen?

Ich erhöhte die Giess-Kadenz und erntete amüsierte Blicke von Nachbarn,
die sich fragten, was der sonderbare Herr da wohl mit dem kargen Beet im Sinne haben könnte.

Die nächsten Tage verbrachte ich in einem schöpferischen Wahn. Nicht im Sinne, dass ich etwas Kreatives tat, sondern im Sinne, mich quasi selbst als Schöpfer zu wähnen. Ich begoss das Beet mit einer Inbrunst, dass die restlichen Pflanzenbewohner meines Gartens vor Eifersucht schier verdorrten. Bei Hagel zog ich in Erwägung, das Beet mit Regenschirmen zu schützen, im verschwommenen Halbwissen, dass solche Hagelstürme schon ganze Ernten vernichtet und ganze Völker ausgerottet haben dürften.

Doch irgendwie hinkte meine Ernte der allgemeinen Vegetation offensichtlich ein bisschen hinterher. Mein Beet blieb braun. Als mich meine Ehefrau auf diesen Umstand aufmerksam machen wollte, reagierte ich unwirsch. Es gebe auch Kinder, die der «normalen» Entwicklung leicht hinterherhinkten, antwortete ich genervt und erinnerte meine Gemahlin daran, dass sie selbst bis ins hohe Alter von fünf Jahren von ihrer Mutter gestillt worden sei. Ich sei bereit, ebendieses für mein Gemüse zu leisten. Ich erhöhte die Giess-Kadenz und erntete amüsierte Blicke von Nachbarn, die sich fragten, was der sonderbare Herr da wohl mit dem kargen Beet im Sinne haben könnte, jedenfalls schien es nicht zu fruchten. Ich war zunehmend verstimmt.

Was mag nun das Resultat sein von all dem Aufwand, dem horrenden Schweiss- und Wasservergiessen, wird sich die neugierige Leserschaft gewiss fragen. Nun, es sind genau zwei Dinge gewachsen in meinem Gartenbeet: Eine einzige Pflanze, die aussieht, als könnte daraus tatsächlich einmal ein Broccoli werden. Und ein bohnenartiges Gewächs, das von der Pflanzenkunde vermutlich bisher zu uninteressant geblieben ist, um überhaupt bestimmt zu werden. Sagen wir es so: Das reicht allerhöchstens zum Halbgott. Aber ich kann mich steigern.

Football news:

Nuno bestätigte den Abgang von Zhota: Liverpool erhält einen großartigen Spieler und einen Freund
Hames erzielte sein Debüt-Tor für Everton im zweiten Spiel im Club
Das Talent von Bale ist einzigartig, aber er wurde nie zu einem großen in Real Madrid. Schuld sind Ronaldo, Faulheit und Peres Protektion
Zidane über Bale ' s Abgang: was er bei Real erreicht hat, ist phänomenal. Ich Wünsche ihm alles gute
Robert Lewandowski hat die Letzte Saison gewonnen und im ersten Spiel der neuen geschafft, alle zu überschatten, obwohl er nur ein Tor von acht erzielte. Und es war kein Tor, sondern ein Assist für den sechsten Ball. Es scheint, als hätte er eine solche Abstimmung vorzeitig gewonnen, wenn wir Sie gemeinsam mit dem Deutschen Fußball-Bund durchgeführt hätten
FC Barcelona-Mittelfeldspieler Rikard Puig kann den Klub verlassen. Trainer Ronald kouman habe dem 21-jährigen mitgeteilt, dass er nicht mit ihm rechne, sagt RAC1-Reporter Gerard Romero
Liverpool zahlt für Dota 4,1 Millionen Pfund von 41 Millionen im ersten Jahr. Wolverhampton - Mittelfeldspieler diogu Zhota wird demnächst beim FC Liverpool spielen. Der 23-jährige wird heute bei den merseysidern medizinisch untersucht, wie Sky Sports mitteilte. Für den Transfer zahlt der Portugiese 41 Millionen Pfund. Nach Angaben von the Independent, die Summe kann bis zu 45 Millionen je nach Auftritten Zhota und die Ergebnisse der Liverpool