Switzerland

Höhere Hürden für den Seebahnpark – Kanton und Stadt Zürich erweitern Schutzinventar für SBB-Bauten

Insgesamt 53 SBB-Bauten auf Stadtzürcher Boden sind neu im Inventar schützenswerter Objekte aufgeführt. Der Seebahneinschnitt gehört dazu. Ist damit der Traum einer Überdeckung obsolet?

Die Idee einer Überdeckung des Seebahngrabens zwischen Bahnhof Wiedikon und Hohlstrasse ist inzwischen auch im Kantonsrat ein Thema.

Die Idee einer Überdeckung des Seebahngrabens zwischen Bahnhof Wiedikon und Hohlstrasse ist inzwischen auch im Kantonsrat ein Thema.

Selina Haberland / NZZ

Auf den Stadtzürcher SBB-Arealen bahnen sich grosse bauliche Entwicklungen an. Um wichtige Zeugen der Eisenbahngeschichte zu bewahren und mehr Planungssicherheit zu bieten, haben nun Stadt und Kanton ihre Inventare in enger Zusammenarbeit ergänzt. Neu werden der Hauptbahnhof sowie die Bahnhöfe Stadelhofen, Enge, Oerlikon, Wiedikon und Wollishofen ins kommunale Inventar der kunst- und kulturhistorischen Schutzobjekte aufgenommen, wie die Stadt Zürich am Montag mitgeteilt hat.

Mit einem Park das Stadtklima kühlen

Zum kommunalen Inventar sind 30 Objekte, darunter auch Unterhaltsanlagen, Bahndämme oder Bahnwärterhäuschen, hinzugekommen. Im überkommunalen Inventar sind es 23 Objekte, darunter der Seebahneinschnitt. Die Inventarisierung dieses Bahngrabens zwischen Hohlstrasse und Bahnhof Wiedikon, der die Stadtkreise 4 und 5 seit bald 100 Jahren voneinander trennt, ist brisant: Eine Gruppe pensionierter Stadtzürcher, darunter der Hotel-Greulich-Gründer Thomas Brunner und der Architekt Peter Keller, hatten vor einigen Jahren die alte Idee eines grünen Deckels wieder aufs Tapet gebracht.

Letztes Jahr gründeten sie einen Verein, um die Idee eines 42 0oo Quadratmeter grossen Parks im dichtesten Teil von Zürich voranzubringen. Die SBB halten die Überdeckung des Seebahngrabens für technisch machbar, die Initianten schätzen das ambitiöse Projekt auf 400 Millionen Franken. Inzwischen engagieren sich GLP-Kantonsrat Cyrill von Planta sowie Mitunterzeichnende aus SVP, SP, FDP und Grünen für die Idee. Im Juni reichten sie einen politischen Vorstoss ein, in dem sie sich für den Seebahnpark starkmachen. Damit lassen sich ihres Erachtens mehr Freiraum für die wachsende Bevölkerung und mehr Grünraum zur Kühlung des Stadtklimas schaffen.

Allerdings rechneten die Parlamentarier bereits vor drei Monaten mit grösseren Widerständen – auch seitens des Stadtzürcher Heimatschutzes. Dessen einstiger Präsident Markus Fischer hatte sich schon früher sehr kritisch gegen eine allfällige Überdeckung des Bahngrabens geäussert. Die 1927 abgeschlossene Tieferlegung der Seebahn sei aus einem Guss entstanden, sagte er letztes Jahr gegenüber der NZZ. Den Erhalt des ganzen Streckenabschnitts mit seinen Stützmauern, Tunnels, Strassenbrücken und Perronabgängen verteidigte er vehement.

Noch nicht automatisch geschützt

Die kantonalen und städtischen Fachstellen geben ihm nun recht: Sie loben die gestalterische Qualität der städtebaulichen Grossform, die sich bis hin zu liebevoll gestalteten Details erstrecke. Der Seebahneinschnitt sei ein herausragender Zeuge der Verkehrsgeschichte und der Zürcher Stadtentwicklung und gehe weit über seinen eigenen Perimeter hinaus. Zwar würden einzelne spätere Interventionen wie Lärmschutzwände partiell die einheitliche Wirkung schmälern, heisst es. Gleichwohl rechtfertigt sich aus Sicht der Fachleute die Aufnahme der Gesamtanlage ins Inventar von überkommunaler Bedeutung. Diese hat zum Ziel, nicht nur die Bauten, sondern auch die Böschungen sowie den Pflanzen- und Baumbestand zu erhalten und zu pflegen.

Der Stadtzürcher GLP-Gemeinderat Sven Soberheim schrieb am Montag auf Twitter: «Habe ich das richtig verstanden? Hat der Kanton Zürich soeben die Böschungen des Seebahneinschnitts geschützt? Somit ist der im kommunalen Richtplan geplante Seebahnpark wohl tot.» GP-Gemeinderat Markus Knauss entgegnete: «Sieht so aus. Aber ein Betondeckel mit wenig Humus in zwei Metern Höhe, das Abholzen der Baumallee und Kosten von 300 bis 500 Millionen Franken liessen eine Überdeckung des Seebahneinschnitts eh nie als wünschenswert und realistisch erscheinen.»

Müssen nun die Promotoren des Seebahnparks ihren Traum tatsächlich begraben? Die Pressesprecherin des Amts für Städtebau sagt: «Nein, die Inventarisierung heisst nicht, dass der bisherige Zustand erhalten bleiben muss, die Denkmalpflege hat aber ein allfälliges Bauvorhaben nochmals genau zu prüfen.» Der Seebahneinschnitt sei also nicht automatisch geschützt, die Stadt wolle aber den Moment nicht verpassen, bei Veränderungen genau hinzuschauen.

Die städtische und die kantonale Denkmalpflege-Fachstelle haben sämtliche Anlagen und Bauten der SBB und ihrer Vorgängergesellschaften auf dem Stadtgebiet erfasst und auf ihre Schutzwürdigkeit untersucht. Eine erste Bestandsaufnahme umfasste 427 Objekte. Die Entwicklung der Stadt Zürich zu einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Schweiz begann zunächst zaghaft, wie es in der Mitteilung vom Montag heisst. Sie begann 1847 mit der Inbetriebnahme der «Spanisch-Brötli-Bahn» nach Baden. 30 Jahre später war die Stadt dann aus allen Himmelsrichtungen erreichbar.

Football news:

Müller macht das 545. Spiel für die Bayern. Mehr als nur zwei Spieler seit 1965
Manuel Pellegrini: Real erzielte 96 Punkte und erzielte 102 Tore bei mir, obwohl Ronaldo 3 Monate fehlte
Juventus und Barcelona gewannen die ersten Partien in der Gruppe. Wer gewinnt in Turin?
Andrea Pirlo: wir Müssen auf den Ronaldo-Test warten. Ich denke, wir werden heute wissen, ob er im Vorfeld des Spiels gegen den FC Barcelona in der zweiten Runde der Gruppenphase der Champions League gegen Juventus-Trainer Andrea Pirlo über den Gesundheitszustand von Stürmer Cristiano Ronaldo sprechen wird
Danilo über das Spiel mit Barcelona: Juventus auf dem richtigen Weg
Özil sicherte 1400 Schülern Kostenlose Mittagessen, unterstützt von Arsenal-Mittelfeldspieler Mesut özil unterstützte die Kampagne von Manchester United-Stürmer Marcus Rachford
Dimitri Sennikov: Lok wird Chancen haben, die Bayern zu Punkten. Seine Verteidigung ist nicht perfekt