Switzerland

In der Industrie glüht ein Funken Hoffnung

In diversen Industriebereichen hat sich die Lage jüngst zu bessern begonnen. Falls Impfstoffe nächstes Jahr wie erwartet im grossen Stil zum Einsatz gelangen werden, lockt selbst eine breite Erholung.

Beim Automobilzulieferer Autoneum (im Bild Vorproduktion von Hitzeschildern im Werk in Sevelen) laufen die Geschäfte wieder besser.

Beim Automobilzulieferer Autoneum (im Bild Vorproduktion von Hitzeschildern im Werk in Sevelen) laufen die Geschäfte wieder besser.

Gaëtan Bally / Keystone

Den Chefs vieler Schweizer Industriefirmen sitzt noch immer der Schrecken über den Geschäftsgang in der ersten Jahreshälfte in den Knochen. Einen derartigen Einbruch hatten die meisten Unternehmen selbst während der Finanzkrise 2008 nicht erlebt. Doch inzwischen glüht in vielen Firmen ein Funken Hoffnung.

Beispielhaft dafür ist die jüngste Geschäftsentwicklung bei vielen Zulieferern der Automobilindustrie. Der Autosektor war durch den Abschwung zunächst besonders hart getroffen worden, doch setzte zur Jahresmitte eine sukzessive Erholung ein. Diese spürt auch das vor kurzem noch hochdefizitäre Winterthurer Unternehmen Autoneum, dem im zweiten Halbjahr die Rückkehr in die Gewinnzone deutlich gelungen zu sein scheint. Es stellt für diese Periode eine Ebit-Marge von 4 bis 5% in Aussicht. Die Konzernführung rechnet zudem nun auch für das Gesamtjahr mit einem positiven Betriebsergebnis – nachdem auf dieser Stufe im ersten Semester noch ein Verlust von fast 32 Mio. Fr. resultiert hatte.

Bereits vor gut einer Woche hatte die Ostschweizer Industriegruppe SFS über eine deutliche Belebung des Geschäftsgangs berichtet. Der Hersteller von Präzisionsteilen aus Metall hatte in diesem Zusammenhang ebenfalls die Erholung in der Autobranche hervorgehoben. Auch im Stahlsektor präsentiert sich die Lage inzwischen deutlich weniger düster als noch vor kurzem. So erreichte die Auslastung im Oktober europaweit mit 65% den höchsten Wert seit Februar.

In der traditionell spätzyklischen Maschinenbaubranche dürften viele Anbieter erst später von einer Erholung profitieren. Doch selbst in diesem Sektor gibt es Hoffnung auf eine starke Besserung. Dank Impfstoffen sollte es nämlich, wie Analytiker der UBS erwartungsvoll in Aussicht stellen, möglich sein, ab Mitte nächsten Jahres wieder weitgehend uneingeschränkt zu reisen. Davon würden auch Techniker von Maschinenherstellern profitieren, die nach wie vor grosse Mühe bekunden, für Neuinstallationen oder Serviceaufträge ins Ausland zu reisen. Allerdings: Die Vakzine müssen alle erst auch noch verfügbar sein und im grossen Stil verabreicht werden.

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