Switzerland

Islamistische Anschläge in Frankreich: Macron warnt die Nation: «Frankreich wird angegriffen»

Während das Land um die Toten eines Attentats in Nizza trauert, ruft Premier Jean Castex die höchste Alarmstufe aus und kündigt eine «harte und unerbittliche» Reaktion an.

Nach dem Attentat gilt im ganzen Land die höchste Terrorwarnstufe: Ein Polizist in der Innenstadt in Nizza.

Nach dem Attentat gilt im ganzen Land die höchste Terrorwarnstufe: Ein Polizist in der Innenstadt in Nizza.

Foto: Eric Gaillard (Reuters)

Der Täter habe noch immer «Allahu Akbar» gerufen, als er am Boden lag, getroffen von den Schüssen der Polizisten. So berichtete es Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi. Die Beamten der Stadtpolizei waren die Ersten, die am Donnerstagmorgen zur Basilika Notre-Dame de l’Assomption kamen und den Mann stoppten, der Minuten zuvor in dieser Kirche aus weissem Stein mindestens neun Menschen mit einem Messer angegriffen hatte. Drei von ihnen sind tot, der Mesner von Notre Dame und zwei Frauen von 70 und 40 Jahren.

Die Politik in Paris reagierte ohne Zögern. In der Nationalversammlung, die eine Schweigeminute einlegte, rief Premierminister Jean Castex für ganz Frankreich die höchste Terrorwarnstufe aus, Castex kündigte ein «harte und unerbittliche» Reaktion an. Innenminister Gérald Darmanin richtete einen Krisenstab ein, die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft hat sofort die Ermittlungen übernommen.

Alle stehen an der Seite der Katholiken

Staatspräsident Emmanuel Macron traf nachmittags in der Stadt an der Côte d’Azur ein, die schon 2016 zum Ziel eines Terroristen geworden war. 86 Menschen wurden damals getötet, als ein Attentäter mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge raste. Die Kirche Notre-Dame de l’Assomption liegt keinen Kilometer davon entfernt.

«Unser Land wurde wieder von einem islamistischen Terroranschlag heimgesucht», sagte Macron in Nizza, «Frankreich wird angegriffen, das ist klar». Der Präsident versicherte, die ganze Nation stehe an der Seite der Katholiken in Frankreich und anderswo, «damit sie ihre Religion in unserem Land frei ausüben können. Damit jede Religion praktiziert werden kann.»

Alle sollen ihre Religion frei ausüben können: Präsident Macron besucht den Tatort bei der Notre-Dame de l’Assomption.

Alle sollen ihre Religion frei ausüben können: Präsident Macron besucht den Tatort bei der Notre-Dame de l’Assomption.

Foto: Reuters

Denn das Attentat in Nizza war nicht der einzige Angriff. In Jidda in Saudiarabien wurde ein Sicherheitsbeamter des französischen Konsulats angegriffen und verletzt. Aus Lyon und Sartrouville wurde von zwei vereitelten Messerangriffen berichtet. Und in der Nähe von Avignon soll ein möglicherweise ebenfalls islamistisch motivierter Mann Passanten mit einer Pistole bedroht haben, er wurde von Polizisten erschossen.

Ob all das zusammenhängt, war am Donnerstag zunächst nicht klar, aber es drängte sich ein Zusammenhang auf – dass die Tat von Nizza inspiriert war von dem Verbrechen, das Frankreich vor zwei Wochen erschüttert hatte: dem Anschlag auf Samuel Paty in Conflans-Sainte-Honorine. Ein 18-jähriger Islamist enthauptete den Lehrer auf offener Strasse. Gemäss französischen Medien starb eines der Opfer in der Kirche Notre-Dame in Nizza auf ähnliche Weise.

Wer der mutmassliche Attentäter in dem Gotteshaus ist, darüber war zunächst wenig bekannt, nur dass er 21 Jahre alt sein soll, ein nicht polizeibekannter Tunesier namens Brahim K. Ihn hatte offenbar ein Zeuge gesehen. Er schilderte der Lokalzeitung «Nice-Matin», er habe aus etwa 40 Metern Entfernungen einen Mann wie von Sinnen aus der Kirche rennen sehen, vier oder sechs Polizisten hätten ihn verfolgt. Der Mann sei in einen Garten hinter der Kirche gelaufen, von dort hat der Zeuge dann mehrere Schüsse gehört. Der Verdächtige wurde schwer verletzt und in ein Nizzaer Spital gebracht.

Der Anschlag im Januar 2015 auf die Redaktion von «Charlie Hebdo» sei «kein einmaliges Ereignis».

Dass das Land wieder unter erhöhter Bedrohung durch islamistische Extremisten steht, wusste die Politik, wusste der Sicherheitsapparat, und die meisten Franzosen ahnten es schon länger. Das Terrornetzwerk al-Qaida hatte wenige Tage nach dem Beginn des Prozesses um den Terroranschlag von 2015 auf die Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» im September neue Drohungen gegen das Magazin in Umlauf gebracht.

In einer Publikation, die am Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 erschien, riefen die Extremisten zu neuen Attacken auf. Der Anschlag im Januar 2015 auf die Redaktion, bei dem die Angreifer zwölf Menschen erschossen und elf verletzt hatten, sei «kein einmaliges Ereignis». Das Magazin hatte zum Auftakt des Prozesses in Paris erneut die umstrittenen Mohammed-Karikaturen veröffentlicht, die ursprünglich 2005 in der dänischen Zeitung «Jyllands Posten» erschienen waren.

Mindestens neun Menschen wurden in der Kirche mit einem Messer angegriffen: Sicherheitskräfte vor dem Eingang der Basilika.

Mindestens neun Menschen wurden in der Kirche mit einem Messer angegriffen: Sicherheitskräfte vor dem Eingang der Basilika.

Foto: Sebastian Nogier (EPA)

In der Al-Qaida-Publikation heisst es weiter, Präsident Emmanuel Macron habe «grünes Licht» gegeben, die Zeichnungen erneut zu veröffentlichen. Drei Attentäter waren von der Polizei in den Stunden nach dem Anschlag getötet worden. Vierzehn ihrer mutmasslichen Komplizen stehen derzeit vor Gericht. Auch andere djihadistische Gruppen haben inzwischen zu Gewalt aufgerufen; Hetzschriften finden sich auch auf Internetkanälen mit Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat.

Die Türkei und Saudiarabien verurteilen die Tat

Dass Präsident Macron kategorisch erklärte, auch die Mohammed-Karikaturen gehörten zur unabdingbaren Meinungsfreiheit, stiess in einigen muslimischen Ländern auf heftige Kritik, ebenso, dass Demonstranten auf Kundgebungen für den ermordeten Lehrer diese Karikaturen zeigten. Frankreich habe eine antimuslimische Agenda, lautete einer der Vorwürfe.

Besonders der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan attackierte Frankreich und Macron deshalb scharf. Am Donnerstag verurteilte das türkische Aussenministerium aber die Tat von Nizza, die Türkei stehe an der Seite der Franzosen gegen Gewalt und Terrorismus, hiess es. Auch Saudiarabien verurteilte den Angriff.

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