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Kalifornien rudert zurück und ordnet massive Schliessungen an, Trump verbreitet Tweet mit Vorwurf an die US-Gesundheitsbehörde – die neusten Entwicklungen zum Coronavirus weltweit

Mehr als 569 000 Personen sind bisher nach einer Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben. Über 12,9 Millionen Menschen sind seit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie positiv getestet worden.

Die neusten Entwicklungen

  • Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom verfügt umfangreiche Schliessungen wegen stark steigender Fallzahlen. Newsom hat am Montag (13. 7.) die bisherigen Lockerungen in Kalifornien zu einem grossen Teil zurückgenommen. Er schliesst im ganzen Gliedstaat Bars, Kinos, Zoos und Museen und Restaurants dürfen in geschlossenen Räumen keine Gäste mehr bewirten. Fitnessstudios, Coiffeurläden, Einkaufszentren und Kirchen müssen in den 30 am schlimmsten betroffenen Counties schliessen. 80 Prozent der Bevölkerung wohnt in diesen Counties und ist von den Massnahmen betroffen. Zudem kündeten die beiden grössten Schuldistrikte, Los Angeles und San Diego, an, dass sie das neue Schuljahr in ein paar Wochen nur mit Unterricht via Internet beginnen werden. Davon sind rund 700 000 Schüler/Studenten und 88 000 Angestellte betroffen. Kalifornien verzeichnete in den letzten zwei Wochen durchschnittlich täglich rund 8000 Neuinfektionen, Spitäler in ländlichen Gebieten sind laut Newsom am Anschlag.
  • New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo droht Personen, die aus US-Gliedstaaten mit vielen Corona-Fällen nach New York einreisen und sich nicht an die Quarantäne-Vorgaben halten, mit Strafen. Alle per Flugzeug Einreisenden müssten nun bei der Ankunft ihre Kontaktdaten hinterlassen, sagte Cuomo am Montag (13. 7.) bei einer Pressekonferenz. Wer sich nicht daran halte, müsse mit einer Strafe in Höhe von 2000 Dollar rechnen. Im von der Pandemie stark betroffenen New York sind die Infektionszahlen in den vergangenen Wochen stark gesunken - während sie in anderen Teilen der USA stark steigen. Die Millionenmetropole New York City vermeldete für Sonntag erstmals seit dem Ausbruch einen Tag ohne bestätigten oder wahrscheinlichen Todesfall.
  • US-Präsident Donald Trump hat auf Twitter einen pauschalen Vorwurf gegen die US-Gesundheitsbehörde CDC weiterverbreitet. Die «ungeheuerlichsten Lügen» seien die, die über die Erkrankung Covid-19 verbreitet würden, schrieb der Moderator Chuck Woolery am Sonntag auf Twitter. Trump teilte den Tweet am Montag (13. 7.) auf seinem Profil. «Alle lügen. Die CDC, Medien, Demokraten, unsere Ärzte, nicht alle, aber die meisten, denen wir vertrauen sollen. Ich glaube, es geht nur um die Wahl und darum, die Wirtschaft davon abzuhalten, sich zu erholen, wobei es um die Wahl geht. Ich habe es satt.» Seit Tagen befinden sich die täglichen Neuinfektionen in den USA auf sehr hohem Niveau - die Johns-Hopkins-Universität verzeichnete für Sonntag rund 59 000 neue Fälle. In Florida allein stieg die Zahl der Infizierten am Montag um über 12 000 Fälle innert 24 Stunden. Trump drängt seit Monaten auf eine umfassende Wiedereröffnung der Wirtschaft. Kritiker werfen ihm seit Beginn der Zuspitzung der Krise in den USA vor, die Tragweite des Coronavirus herunterzuspielen. 
  • In Spanien ist ein Streit über die ersten Ausgangsbeschränkungen seit der Lockerung der Corona-Massnahmen im Juni ausgebrochen. Eine Richterin stoppte am Montag (13. 7.) zunächst die für die Stadt Lleida und sieben umliegende Gemeinden angeordnete Massnahme. Sie sei trotz steigender Corona-Fälle unverhältnismässig, erklärte sie laut spanischen Medienberichten. Regionalpräsident Quim Torra wollte sich damit aber nicht abfinden und kündigte ein Dekret an, mit dem die Ausgangsbeschränkung für mehr als 150 000 Bewohner der Region durchgesetzt werden solle. «Wir sind nicht einverstanden mit der Entscheidung der Justiz und akzeptieren sie nicht. Ich werde die Konsequenzen tragen, die sich daraus ergeben, aber wir können nicht die Gesundheit der Menschen aufs Spiel setzen», sagte Torra in Barcelona laut der Zeitung «La Vanguardia».
  • Behörde in den USA genehmigt beschleunigtes Verfahren zu Corona-Impfstoff. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat dem amerikanischen Konzern Pfizer und der Firma Biontech aus Mainz ein beschleunigtes Zulassungsverfahren für zwei Impfstoffkandidaten gegen das Coronavirus genehmigt. Das teilten beide Unternehmen mit. Für die USA hatten Biontech und Pfizer zuletzt schon erste Ergebnisse zu einem Wirkstoffkandidaten vorgelegt, konkret zu «BNT 162b1». Diese nannten die Unternehmen «ermutigend», auch mehrere Experten hatten von positiven Ergebnissen gesprochen.
  • Der führende Immunologe der USA und Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, hat Donald Trump nach eigenen Angaben am 2. Juni letztmals getroffen. Er hat den Präsidenten auch seit über zwei Monaten nicht mehr persönlich über die Corona-Lage im Land informiert, erklärte er gegenüber der «Financial Times». Er treffe aber regelmässig die Task-Force des Weissen Hauses unter Führung von Vizepräsident Mike Pence. Die USA befänden sich derzeit im «perfekten Sturm», sagte Fauci angesichts der dramatischen Zuspitzung der Situation. Der amerikanische Gliedstaat Florida registrierte etwa am Sonntag (12. 7.) mit 15 299 positiven Fällen so viele neue Coronavirus-Infektionen an einem Tag wie noch kein anderer Gliedstaat zuvor. Fauci hatte kürzlich gewarnt, auch bis zu 100 000 offizielle Neuinfektionen täglich seien landesweit möglich ohne weitere Massnahmen. 
  • Ungarn führt wegen weltweit steigender Infektionszahlen Einreisebeschränkungen ein. Eine Regierungsverordnung, die am Sonntag (12. 7.) erlassen wurde, kategorisiert die verschiedenen Länder der Welt in Hinblick auf ihre Pandemielage. Reisende, die aus Ländern wie Deutschland kommen, die als «grün» eingestuft sind, können weiter uneingeschränkt in Ungarn einreisen – dazu zählt auch die Schweiz. Für Reisende, die aus einem als «gelb» eingestuften Land kommen, gilt eine 14-tägige Quarantänepflicht. Aus «rot» eingestuften Ländern können Ausländer künftig nicht mehr einreisen. Die Verordnung tritt am Mittwoch (15. Juli) in Kraft. Transitreisende sind nicht davon betroffen, sie dürfen aber die festgelegten Durchreiserouten nicht verlassen.

Die weltweit bestätigten Infektionszahlen steigen weiter an

Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle weltweit (in Millionen)

Die Entwicklungen in der Schweiz finden Sie hier.

Die Entwicklungen in Deutschland finden Sie hier.

Da die täglichen Infektionsraten vielerorts sinken, werden die Beschränkungen schrittweise gelockert. Die meisten Grenzen in der EU sind wieder offen. Reisende aus den USA und den meisten anderen Ländern dürfen aber nach einem Beschluss der EU-Staaten weiter nicht in die EU einreisen. Seit 1. Juli sind lediglich Personen aus folgenden 14 Ländern zugelassen: Algerien, Australien, Kanada, Georgien, Japan, Montenegro, Marokko, Neuseeland, Rwanda, Serbien, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay. Zusätzlich wird China genannt – das Land muss aber noch zusagen, dass auch EU-Bürger dort einreisen dürfen. Die Liste soll alle zwei Wochen überarbeitet werden.

Übersicht der Einschränkungen und Lockerungen in Europa

Nationale Regelungen

Übersicht der Einschränkungen und Lockerungen in Europa - Nationale Regelungen

Diese Länder sind in Europa am stärksten betroffen

In Russland kommen täglich 8500 bis 10 000 Neuinfizierte dazu. Derzeit sind über 726 000 Infektionsfälle und etwa 11 300 Tote gemeldet (13. 7.). In Moskau sind die Fallzahlen rückläufig; es laufen Massentests auf Antikörper.

Das Vereinigte Königreich verzeichnet rund 291 000 positiv getestete Personen und rund 44 900 Tote (13. 7.). In England dürfen Pubs, Restaurants, Hotels und viele andere Einrichtungen seit dem 4. Juli wieder öffnen. Wegen Infektionen von Gästen sind mehrere Pubs aber bereits wieder geschlossen worden. Die umstrittene Quarantänepflicht wurde für Einreisende aus 59 Staaten nach England ab dem 10. Juli aufgehoben. Die USA, Kanada und Portugal stehen nicht auf der Liste. Für Nordirland, Wales und Schottland gelten teilweise andere Regeln.

In Italien steht die Gesamtzahl der Infektionsfälle bei über 243 000. Rund 35 000 Personen sind gestorben (13. 7.). Regierungschef Giuseppe Conte muss sich den Fragen der Staatsanwaltschaft stellen, da Hinterbliebene von Todesopfern Strafanzeigen eingereicht haben. Sie werfen den Behörden Fahrlässigkeit und Inkompetenz vor. Die Landesgrenzen sowie die Flughäfen sind wieder geöffnet. Auch die Bewegungsfreiheit zwischen den Regionen ist wieder hergestellt. Die Einreise aus den folgenden 13 Ländern ist allerdings seit 9. 7. verboten: Armenien, Bahrain, Bangladesh, Brasilien, Bosnien und Herzegowina, Chile, Kuwait, Nordmazedonien, Moldau, Oman, Panama, Peru und Dominikanische Republik.

Die Situation in anderen stark betroffenen Ländern Europas

Spanien verzeichnet rund 28 400 Todesopfer – über 253 900 Personen sind infiziert (13. 7.). Am 21. Juni wurde der Notstand aufgehoben. Am 4. Juli stellte Spanien jedoch die Grossstadt Lleida in der gleichnamigen katalanischen Provinz wegen steigender Infektionszahlen wieder unter Quarantäne, am Tag darauf wurde der Landkreis A Mariña in der galicischen Provinz Lugo im Nordwesten des Landes abgeriegelt. Die Region Katalonien hat eine sehr strenge Maskenpflicht erlassen. Ebenso muss auf den Balearen ab Montag (13. 7.) in der Öffentlichkeit jederzeit ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Die spanischen Grenzen sind für Touristen aus Schengenstaaten weiterhin offen.

Ganz Frankreich gilt seit Mitte Juni als grüne Zone, womit die wirtschaftlichen Beschränkungen bald komplett fallen dürften. Restaurants und Cafés dürfen wieder öffnen, auch Touristenunterkünfte sind fast alle wieder zugänglich. Die Grenzen zur Schweiz und Deutschland sind offen, seit 1. Juli auch für Reisende ausserhalb der EU und des Schengenraums. In den öffentlichen Verkehrsmitteln gilt die Maskenpflicht. Gegenwärtig sind mehr als 208 000 Infektionsfälle bestätigt, über 30 000 Erkrankte sind verstorben (13. 7.).

In Deutschland liegt die Zahl der Fälle bei rund 199 900 (13. 7.), 9071 Personen sind im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gestorben.

Genaueres zur Situation in Deutschland erfahren Sie hier.

In Österreich liegt die Zahl der positiven Tests bei rund 18 900 (13. 7.), 708 Personen sind gestorben. Mit Lockerungen bereits ab 1. Mai war das Land Vorreiter in Europa. Die Pflicht, beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln Mund und Nase zu bedecken, fiel am 15. Juni weg. Die Grenzen zu den Nachbarstaaten sind wieder geöffnet. Das Bundesland Oberösterreich führt aufgrund steigender Infektionszahlen am 9. 7. jedoch wieder eine Maskenpflicht ein. Seit 9. 7. müssen die Bürger unter anderem beim Betreten von Läden und in Lokalen auf dem Weg zum Tisch wieder einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Bestätigte Fälle des Coronavirus in europäischen Ländern, nach Status der Patienten (in Tausend)

0200400600800RusslandGrossbritannienSpanienItalienFrankreichDeutschlandSchwedenWeissrusslandBelgienUkraineNiederlandePortugalPolenSchweizRumänienIrlandMoldauÖsterreichSerbienTschechienDänemark

Die Situation in den Benelux-Staaten und Skandinavien

In den Niederlanden dürfen seit dem 1. Juni alle Schulen und eingeschränkt auch Museen und Cafés wieder öffnen. Bisher sind in dem Land mehr als 51 200 Infektionsfälle registriert worden, über 6150 Personen sind gestorben (13. 7.).

Belgien verzeichnet über 62 600 Ansteckungen und mehr als 9780 Tote (13. 7.). Seit dem 11. Mai sind alle Geschäfte wieder offen, allerdings gelten Hygieneauflagen. Seit Juli dürfen sich Belgier wöchentlich mit bis zu 15 Personen treffen. Zudem dürfen Freizeitstätten wie Schwimmbäder, Theater und Wellnesscenter unter Auflagen wieder öffnen.

In Dänemark sind Kitas, Kindergärten und Primarschulen bereits seit Mitte April wieder offen. Seit dem 11. Mai kam es zu weiteren schrittweisen Lockerungen. Dänen haben die Möglichkeit, sich eine Corona-freie Gesundheit bescheinigen zu lassen. So sollen sie für den Fall gewappnet sein, wenn sie auf Reisen ins Ausland einen negativen Corona-Test vorweisen müssen, um zum Beispiel einer Quarantäne nach der Einreise aus dem Weg zu gehen. Das Land meldet rund 13 150 Fälle, 609 Personen sind gestorben (13. 7.).

Schweden wird wegen seiner steigenden Fallzahlen von seinen skandinavischen Nachbarn weitgehend isoliert. Auch gelten in anderen EU-Ländern trotz Öffnung der EU-Binnengrenzen Beschränkungen für Schweden. Der umstrittene Sonderweg des Landes – Schulen, Geschäfte und Restaurants blieben weitgehend offen – führte zu viermal mehr Todesfällen als im restlichen Skandinavien. Das Land weist rund 74 900 Infektionsfälle und mehr als 5500 Todesfälle auf (13. 7.).

Die Zwischenbilanz zu Schwedens Strategie im Video

Malmö, Schweden: Ein Schild erinnert die Bevölkerung daran, Abstand zu halten.

Malmö, Schweden: Ein Schild erinnert die Bevölkerung daran, Abstand zu halten.

Johan Nilsson / TT News / Reuters

In Tschechien ist der internationale Reiseverkehr weitgehend wieder zugelassen. Die Grenzen wurden am 15. Juni für Bürger fast aller EU-Staaten, der Schweiz und Liechtenstein wieder geöffnet. Ein negativer Corona-Test ist nicht nötig. Das Land verzeichnet rund 13 100 Fälle und 352 Tote (13. 7.).

In Ungarn hat der rechtsnationale Ministerpräsident Viktor Orban den Notstand per 18. Juni aufgehoben und seine umstrittenen Sondervollmachten abgegeben. In öffentlichen Verkehrsmitteln sowie Geschäften besteht weiterhin eine Maskenpflicht. Ungarn verzeichnet mehr als 4200 Infizierte und 595 Tote (13. 7.).

Die Situation in der Türkei

Die Türkei verzeichnet rund 213 000 Infektionsfälle und über 5360 Tote (13. 7.). Da die Infektionsrate gesunken war, hatte die Regierung die Beschränkungen gelockert. Seit die Zahlen wieder ansteigen, hat das Gesundheitsministerium in 42 Provinzen eine generelle Maskenpflicht eingeführt.

Die Situation auf dem Balkan

Die Länder des Balkans hatten zu Beginn der Pandemie die Situation relativ gut im Griff und reagierten mit strengen Vorgaben. Doch seit den Lockerungen werden die Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien sowie Albanien, Bulgarien und Rumänien vom Virus mit voller Wucht erwischt.

Österreich reagierte am 1. Juli mit einer Reisewarnung der höchsten Stufe für Albanien, Kosovo, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro und Nordmazedonien.

In Serbien gibt es offiziell mehr als 18 300 bestätigte Fälle und 393 Todesopfer (13. 7.), aber serbische Investigativjournalisten werfen der Regierung vor, die Zahlen zu beschönigen. Die epidemiologische Situation gilt als unübersichtlich, besonders in der südserbischen Region Sandzak. Anfang Juli wurde wieder der Notstand für die Hauptstadt Belgrad und einige weitere Städte ausgerufen. Trotz des Rückzugs einer für das Wochenende geplanten Ausgangssperre kam es seit Donnerstag (9. 7.) an mehreren Tagen in Folge zu Protesten. Zum Bericht

Rumänien verzeichnet sehr hohe Werte an Neuinfektionen. Die Medien werfen der Regierung seit Wochen vor, aus wahlkampftaktischen Gründen verfrüht Mitte Mai die Corona-Vorsichtsmassnahmen gelockert zu haben. Damals lag die Zahl der täglichen Neuinfektionen bei etwa 150. Am 8. Juli wurden 555 neue Erkrankte innerhalb von 24 Stunden gemeldet – ein Rekordwert. Seit Beginn der Pandemie sind in Rumänien mehr als 1880 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Zahl der Infizierten liegt bei über 32 500 (13. 7.).

Bulgarien nimmt wegen kontinuierlich stark steigender Infektionszahlen – etwa 240 neue Fälle pro Tag – die Lockerung der Einschränkungen wieder zurück. So dürfen Bars und Nachtclubs nur noch im Freien öffnen, Fussballspiele müssen ohne Publikum stattfinden. Bereits seit 22. Juni gilt wieder Maskenpflicht in geschlossenen, gemeinschaftlich genutzten Räumen wie Läden, Banken, Tankstellen, Behörden und Kirchen. Die Zahl der Infektionen in dem ärmsten EU-Land mit einer Bevölkerung von knapp sieben Millionen Menschen beträgt insgesamt etwa 7250 (13. 7.). Fast 270 Personen sind gestorben.

Besser als seine nördlichen Nachbarn schlägt sich indes Griechenland. Über 3800 Personen sind als infiziert gemeldet, 193 sind gestorben (13. 7.). Seit dem 15. Juni können Touristen aus Ländern, welche die Regierung als unbedenklich einstuft, wieder nach Athen und Thessaloniki fliegen. Bei den obligatorischen Tests, die Touristen bei der Einreise vornehmen lassen müssen, wurden Anfang Juli bereits mehrere positive Fälle gefunden. Dadurch steigt die Sorge vor einer zweiten Welle. Seit 6. Juli dürfen serbische Bürger vorerst nicht mehr in Griechenland einreisen. Die dramatisch überfüllten Internierungslager auf den ostägäischen Inseln sind bisher von Coronavirus-Ausbrüchen verschont geblieben.

Die Vereinigten Staaten zählen mit über 3,3 Millionen Infizierten die meisten bestätigten Fälle der Welt (13. 7.). Die Zahl der Toten liegt bei rund 135 000. Der derzeitige Anstieg ist getrieben von einer rasanten Zunahme der bestätigten Infektionen in den südlichen Gliedstaaten wie Florida, Texas, Kalifornien und Arizona. Zwar ist auch die Zahl der durchgeführten Tests gestiegen, der Anteil der positiv Getesteten aber ebenso. Seit 8. Juli liegt die Zahl der täglichen Neuinfektionen bei rund 60 000.

Die USA verzeichnen derzeit täglich über 60 000 Neuinfektionen.

Die USA verzeichnen derzeit täglich über 60 000 Neuinfektionen.

Callaghan O'hare / Reuters

Wegen der rasanten Zunahme sind die Lockerungen in einigen Staaten Ende Juni wieder rückgängig gemacht worden. Präsident Donald Trump drängt dennoch auf eine Öffnung aller Schulen im Land nach den Sommerferien. Eine grosse Kundgebung des Präsidenten in einer geschlossenen Halle am 20. Juni in Oklahoma gilt laut örtlichen Behörden als einer der Auslöser für einen örtlichen Anstieg von Coronavirus-Infektionen.

Diese Region ist derzeit am stärksten betroffen

New York ist das Zentrum der Epidemie in den USA. Rund 405 700 Menschen im Gliedstaat haben sich infiziert, mehr als 32 300 Personen sind gestorben (12. 7.). Die Infektionsrate ist rückläufig. Am 6. Juli ist die Stadt New York in Phase drei der Lockerungen übergegangen. Sie bringt allerdings nur wenige Änderungen mit sich und erlaubt beispielsweise Salons zur Nagelpflege und Massage-Anbietern den Betrieb bei maximal halber Auslastung der Räume. Ausserdem sind Treffen von 25 statt von nur von zehn Menschen erlaubt. Das Verbot von Grossveranstaltungen wurde bis Ende September verlängert.

Daten aus mehreren Gliedstaaten zeigen, dass Dunkelhäutige stärker betroffen sind. Laut Experten spiegelt dies die Ungleichheit bezüglich Gesundheitszustand und Zugang zu medizinischer Versorgung.

In Kanada ist die Zahl der Infektionsfälle auf über 109 300 gestiegen (13. 7.), rund 8830 Personen sind gestorben. Die Regierung hat ein Einreiseverbot für Ausländer erlassen. Die Grenze zu den USA soll bis zum 21. Juli für nicht notwendige Reisen geschlossen bleiben.

Diese Länder sind derzeit am stärksten betroffen

Brasilien verzeichnet mehr als 1,8 Millionen bestätigte Infektionsfälle und rund 72 100 Tote (13. 7.) und damit nach den USA die zweitmeisten der Welt. Brasilien testet sehr wenig, weshalb von einer weit höheren Dunkelziffer auszugehen ist. Wissenschaftliche Studien und Schätzungen von Organisationen legen nahe, dass sich mindestens sieben Mal so viele Menschen infiziert haben als bisher offiziell bekannt. Besonders betroffen sind indigene Volksgruppen. Am 7. 7. wurde bekannt, dass sich Präsident Jair Bolsonaro mit dem Virus infiziert hat; er spielt dessen Gefährlichkeit regelmässig herunter. Am 8. 7. stoppte Bolsonaro ein Gesetz, das die Behörden verpflichten würde, Indigenen und Afrobrasilianern den Zugang zu Trinkwasser, Desinfektionsmitteln und ärztlicher Versorgung zu garantieren.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat sich mit dem Coronavirus infiziert.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat sich mit dem Coronavirus infiziert.

Andressa Anholete / Getty

Peru und Chile stehen inzwischen weltweit auf den Plätzen 5 und 6 auf der Liste der Länder mit den meisten Infizierten. In Peru werden über 326 300 Infizierte und über 11 800 Toten gemeldet, in Chile über 315 000 Infizierte und fast 7000 Toten (13. 7.)

Mexiko liegt mit über 299 000 Infizierten weltweit auf Platz 7. Die Zahl der Toten mit über 35 000 (13. 7.) bringt das Land auf Platz 5 in dieser Rubrik. Die wahren Zahlen dürften in Mexiko allerdings noch deutlich höher liegen. Äusserst wenige Menschen werden getestet. Mexiko-Stadt, in deren Grossraum rund 22 Millionen Menschen leben, registriert die meisten Fälle. Dennoch lässt die Regierung seit Ende Juni wegen eines leichten Rückgangs der Auslastung der Kliniken Lockerungen zu.

In Coatepec, Mexiko, untersuchen Feuerwehrleute den Körper einer Person, die nach einer Corona-Infektion gestorben ist.

In Coatepec, Mexiko, untersuchen Feuerwehrleute den Körper einer Person, die nach einer Corona-Infektion gestorben ist.

Hector Adolfo Quintanar Perez / Imago

So gestaltet sich die allgemeine Situation in der Region

Lateinamerika gehört mit schnell ansteigenden Zahlen in mehreren Ländern derzeit zu den Brennpunkten der Pandemie. Nach Zahlen der Europäischen Union wurden dort bisher mehr als drei Millionen Infektionen und mehr als 140 000 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert. In Brasilien, Honduras, Venezuela und Bolivien haben sich führende Politiker infiziert.

In Kolumbien wird die Zahl der Infizierten mit über 145 000 angegeben, die Zahl der Toten liegt bei mehr als 5400 (13. 7.).

In Agentinien liegt die Zahl der Infizierten bei über 100 000 und die der Toten bei über 1800 (13. 7.)

In Venezuela gibt es laut offiziellen Zahlen rund 8800 Infizierte und 85 Tote (12. 7.). Zu den Infizierten zählen unter anderen der Chef der sozialistischen Partei, Diosdado Cabello (9. 7.), sowie der Gouverneur des Gliedstaats Zulia, Omar Prieto (7. 7.)

In China kam es Mitte Juni erstmals seit eineinhalb Monaten in Peking auf dem Grossmarkt Xinfadi zu einem grösseren Ausbruch. Über 300 Neuinfektionen wurden festgestellt. Als Reaktion darauf haben die Behörden die zweithöchste Sicherheitsstufe ausgerufen, womit die Hauptstadt wieder teilweise abgeriegelt ist. Wer Peking verlassen will, muss einen negativen Corona-Test vorweisen und darf nicht in einem der Risikogebiete leben. Flüge wurden drastisch reduziert, auch der Busverkehr in andere Provinzen wurde eingestellt. Laut Medienberichten soll auf dem Markt eine bisher unbekannte Mutation des Virus gefunden worden sein.

China galt Anfang des Jahres als das Zentrum der Pandemie. Insgesamt hat das Land etwa 85 100 Infektionen (13. 7.) und 4641 Todesfälle gemeldet.

Kommt die zweite Welle? Peking hat wieder mit Covid-19 zu kämpfen

China meldet nur wenige derzeit Erkrankte

Bestätigte Coronavirus-Fälle in China, nach Status der Patienten (in Tausend)

1 Zwischen dem 12. und dem 18. Februar wurden in der Provinz Hubei nicht nur Fälle gezählt, die durch Tests bestätigt worden waren, sondern auch solche aus klinischen Diagnosen.

2 Die Behörden korrigieren die Zahl der Toten in Wuhan um 1290 nach oben.

Diese Länder sind in Asien am stärksten betroffen

Indien liegt bei der Zahl der bekannten Coronavirus-Infektionen inzwischen weltweit auf Platz drei hinter Amerika und Brasilien. Am 12. 7. erreichte die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen einen Höchststand. Binnen 24 Stunden wurden 28 637 neue Ansteckungen gezählt. Derzeit (13. 7.) gibt es laut offiziellen Angaben kanpp 850 000 nachgewiesene Fälle und über 22 600 Tote. Trotzdem lockert das Land die Einschränkungen, da Millionen von Menschen arbeitslos geworden sind und Angst haben, zu verhungern.

Pakistans Spitäler sind Wochen nach der Lockerung der Beschränkungen zunehmend überfüllt. Pakistan verzeichnet über 248 800 bestätigte Fälle und fast 5200 Tote (13. 7.). Aussenminister Shah Mahmood Qureshi wurde am 3. Juli ebenfalls positiv auf das Virus getestet.

In Bangladesh werden derzeit (13. 7.) etwa 183 800 Infektionen und rund 2352 Tote verzeichnet.

So gestaltet sich die allgemeine Situation in der Region

Südkorea gilt wegen seiner Test- und Quarantänemassnahmen als Vorbild. Doch mittlerweile sehen die Gesundheitsbehörden das Land einer zweiten Infektionswelle mit Schwerpunkt in und um Seoul ausgesetzt. Wegen der Häufung von Infektionen in Bars und Nachtklubs sind in der Hauptstadt sämtliche nächtliche Unterhaltungseinrichtungen geschlossen. Für Fahrgäste in öffentlichen Transportmitteln inklusive Flugzeugen gilt eine Maskenpflicht. Bisher gibt es in Südkorea mehr als 13 400 Fälle, 289 Personen sind gestorben (13. 7.).

Nordkorea zählt zu den wenigen Ländern weltweit, die bisher keine Coronavirus-Infektionen bestätigt haben. Laut WHO-Angaben führt Nordkorea Tests durch; Anfang Juli verkündete Machthaber Kim Jong Un, dass man bisher über 900 Personen getestet habe und alle Ergebnisse negativ gewesen seien. Die Schulen sind laut WHO-Angaben geschlossen, im öffentlichen Leben gilt Maskenpflicht.

In Japan sind Geschäfte, Schulen, Kinos und Fitnessstudios in den meisten Landesteilen wieder geöffnet. Die Hauptstadt Tokio verzeichnete hingegen am 9. Juli mit 224 Neuansteckungen innerhalb eines Tages einen neuen Höchstwert seit Beginn der Pandemie. Anlass zur Sorge gaben zuletzt vor allem Cluster im Nachtleben und in Spitälern. Japan zählt über 21 800 Infektionen und 983 Todesfälle (13. 7.).

In Hyderabad, Pakistan, wird ein Knabe auf das Coronavirus getestet.

In Hyderabad, Pakistan, wird ein Knabe auf das Coronavirus getestet.

Pervez Masih / AP

In Singapur sind Geschäfte und Schulen wieder offen. Insgesamt sind in Singapur rund 46 000 Fälle gemeldet, 26 Personen sind verstorben (13. 7.). In Zukunft soll jeder Bewohner einen Coronavirus-Melder tragen, was die Suche nach den Kontakten Infizierter erleichtern soll.

In anderen Teilen Asiens ist die Bewegungsfreiheit nach wie vor eingeschränkt. Malaysia, Indonesien, Vietnam und Hongkong haben Einreisebeschränkungen und teilweise Ausgangssperren erlassen.

Iran hatte sich kurz nach Beginn der Pandemie nach China zu einem der am stärksten betroffenen Länder weltweit entwickelt. Schiitische Pilger trugen anfänglich das Virus auch in Nachbarländer wie den Irak, Bahrain und Kuwait, die mit starken Abschottungsmassnahmen reagierten.

Iran verzeichnet noch immer die meisten Fälle in der Region. Über 257 300 Personen sind positiv getestet worden, mehr als 12 800 Personen sind gestorben (13. 7.). Es gilt ein Reiseverbot.

In Saudiarabien ist am 23. Juni mit fast 5000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages ein neuer Höchststand an Neuerkrankungen verzeichnet worden. Seither steigen die Zahlen steil an, auch wenn die Neuinfektionen pro Tag bis 10.7. auf etwa 3400 zurückgegangen sind. So sind etwa 232 000 Infektionsfälle (13. 7.) bekannt, 2223 Erkrankte sind verstorben. Trotzdem sind am 21. Juni alle Beschränkungen gefallen.

In Iran stieg die Zahl der Infizierten für einige Zeit wieder an

Bestätigte Coronavirus-Fälle, nach Status der Patienten (in Tausend)

So gestaltet sich die allgemeine Situation in der Region

Israel hat angesichts eines Rekordwerts von Neuinfektionen neue Einschränkungen verhängt. In Festhallen, Bars und Clubs dürfen nur noch bis zu 50 Personen zusammenkommen. An anderen geschlossenen Orten, darunter auch Gebetshäuser, dürfen sich nur noch bis zu 20 Menschen versammeln. In mehreren Städten gelten Ausgangsbeschränkungen. Bei Demonstrationen in Tel Aviv am 11. 7. gegen die Finanzpolitik in der Krise kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei, Verletzungen und Festnahmen. Infiziert sind bisher mehr als 38 700 Personen, 362 sind verstorben (13. 7.). Am Montag hat der Energieminister einen neuerlichen Lockdown gefordert.

In Syrien hat Machthaber Bashar al-Asad die für Mai geplante Parlamentswahl ein zweites Mal verschoben. Neuer Termin ist der 19. Juli. Das Gesundheitsministerium hat bisher rund 394 Coronavirus-Fälle gemeldet, darunter 16 Tote (13. 7.). Die Dunkelziffer wird deutlich höher geschätzt.

In Afrika ist die Todesrate bisher insgesamt relativ niedrig, was mit den frühen Beschränkungen zu tun haben könnte sowie mit der mehrheitlich jungen Bevölkerung (60 Prozent sind jünger als 25 Jahre alt).

Dieses Land ist derzeit am stärksten betroffen

Zurzeit melden Südafrika (über 276 200 Fälle) und Ägypten (rund 82 000 Fälle) die höchsten offiziellen Zahlen in Afrika (13. 7.). In Südafrika steigt die Zahl der Corona-Infektionen rasant an, deswegen wurden erneut starke Restriktionen eingeführt. Nach der Westkap-Provinz mit Kapstadt als Zentrum entwickelt sich nun das Wirtschaftszentrum rund um Johannesburg zur Schwerpunktregion. In Südafrika sind 4079, in Ägypten über 3858 Personen verstorben. Ägypten lässt seit 1. Juli wieder ausländische Reisende ins Land. Der Tourismus bleibt allerdings auf drei Küstenprovinzen beschränkt.

So gestaltet sich die allgemeine Situation auf dem Kontinent

Zahlreiche Länder haben Reisebeschränkungen oder Ausgangssperren erlassen. Viele Regierungen in Afrika sind autoritär. Beschränkungen werden unreflektiert verhängt, obwohl viele Menschen von der Hand in den Mund leben. Auch Versicherungen gibt es kaum und die versprochenen Staatshilfen kommen – falls überhaupt – zu spät an. Dies führt zu Revolten wie in Kamerun, Simbabwe oder Niger. Die Sicherheitskräfte haben diese bisher gewalttätig niedergeschlagen.

Australien meldet 9980 Fälle. 108 Personen sind bisher nach einer Infektion gestorben (13. 7.). Wegen wieder zunehmender Corona-Fälle im Gliedstaat Victoria wurden dort in mehreren Regionen am 8. 7. erneut Ausgangsbeschränkungen für mehrere Millionen Menschen erlassen, darunter auch für die Metropole Melbourne. Die Grenzen zwischen Victoria und den anderen Gliedstaaten wurden geschlossen. Mit weiter steigenden Infektionszahlen sollen nun über 1300 Soldaten bei den Grenzkontrollen zu anderen Gliedstaaten helfen. Die Corona Massnahmen sind in den verschiedenen Gliedstaaten unterschiedlich. Schulen und die Wirtschaft im Land sind weitgehend wieder geöffnet. Internationaler Tourismus soll erst wieder ab 2021 möglich sein. Ankommende Flugpassagiere müssen zwei Wochen in Hotel-Quarantäne. Australier dürfen nur mit Sondergenehmigung ausreisen.

Angestellte im Gesundheitswesen in Melbourne, Australien.

Angestellte im Gesundheitswesen in Melbourne, Australien.

James Ross / EPA

So gestaltet sich die allgemeine Situation in der Region

Nachdem Neuseeland während drei Wochen keine aktiven Coronavirus-Fälle mehr vermeldet hatte, gab es Mitte Juni vier neue Infizierte, allesamt Reisende aus dem Ausland. Kurz zuvor hatte Neuseeland die Corona-Krise für beendet erklärt und Sportveranstaltungen ohne Einschränkungen wieder erlaubt. Neuseeland registrierte zuletzt 1544 Fälle seit Beginn der Pandemie und 22 Tote (13. 7.). Neuseeland ist eines der wenigen Länder, in dem es zu keinem signifikanten Ausbruch gekommen ist. Die Regierung hatte das öffentliche Leben frühzeitig beschränkt.

Fidschi und andere Inselstaaten im Südpazifik haben internationale Flüge gestrichen und weisen Kreuzfahrtschiffe ab. Dort gibt es vereinzelte Fälle.

Bis Ende des Jahres könnten nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein oder zwei Impfstoffe gegen das Coronavirus vorliegen. Wenn alles glatt laufe mit den derzeitigen Studien, könnten dann auch schon einige Hundert Millionen Impfdosen hergestellt sein, hiess es Mitte Juni vonseiten der WHO. An rund 200 möglichen Impfstoffen wird zur Zeit geforscht, ein knappes Dutzend wird bereits am Menschen getestet. Bis Ende 2021 könnten laut WHO zwei Milliarden Impfdosen vorliegen.

Neue Untersuchungen von genesenen Covid-19-Patienten dämpfen die Hoffnung auf eine lang anhaltende Immunität und damit auch auf eine lange Wirksamkeit einer möglichen Impfung. Bluttests bei Patienten in Deutschland zeigten ein deutliches Absinken der Anzahl von sogenannten neutralisierenden Antikörpern im Blut.

Die WHO hat die vorläufigen Ergebnisse einer britischen Studie zum Entzündungshemmer Dexamethason als Durchbruch bezeichnet. Federführende Wissenschafter der Universität Oxford haben nachgewiesen, dass die Sterberate mit Dexamethason um einen Drittel sank. Die Ergebnisse der «Recovery»-Studie sind bisher allerdings noch nicht von anderen Experten begutachtet worden. Das ist ein wesentlicher Schritt für die allgemeine Akzeptanz der Ergebnisse.

Tests mit anderen bereits vorhandenen Medikamenten laufen oder liefen. Dazu zählen das antivirale, gegen Ebola entwickelte Medikament Remdesivir, das Anfang Juli in Europa nun erste Zulassungen erhielt.

Seit Anfang Juli werden Corona-Patienten im Rahmen der WHO-Studie nicht mehr mit der Kombination der zwei HIV-Medikamente Lopinavir/Ritonavir behandelt. Auch die Studien mit dem zunächst als Wundermittel gefeierten Malaria-Medikament Hydroxychloroquin wurden eingestellt. Nach Einschätzung der WHO reduzieren die Mittel die Sterblichkeit von schwer erkrankten Patienten nicht.

In Deutschland hat das Mainzer Unternehmen Biotech, das zusammen mit dem Pharma-Riesen Pfizer an einem Impfstoff arbeitet, als erstes die Zulassung für Tests an Menschen bekommen. Die EU hat Biontech für die Impfstoff-Entwicklung bis zu 100 Millionen Euro als Kredit von der Europäischen Investitionsbank zur Verfügung gestellt. Die deutsche Regierung stieg Mitte Juni mit 300 Millionen Euro bei der Firma CureVac ein, die an einem Impfstoff forscht.

Die USA wollen mit ihrem Projekt «Operation Warp Speed» bis zum Jahresende einen Impfstoff entwickeln. Amerikanische Spitäler dürfen seit Mai das Ebola-Medikament Remdesivir einsetzen. Eine klinische Studie hatte gezeigt, dass der Wirkstoff bei Covid-19-Patienten die Genesungszeit um mehrere Tage verkürzen kann.

Am 1. Juli wurde bekannt, dass sich die Trump-Regierung fast alle Dosen des Medikaments Remdesivir bis September gesichert hat. Das amerikanische Biotech-Unternehmen Gilead Sciences hatte am Montag den Preis für den amerikanischen Markt festgelegt: Eine fünftägige Behandlung werde bei Bestellung durch die amerikanische Regierung 2340 Dollar pro Patient kosten, schrieb Gilead-Chef Daniel O'Day in einem offenen Brief. Für private Krankenversicherungen sei der Preis etwa ein Drittel höher. Bei diesem Preis hätten seiner Einschätzung nach alle Menschen Zugang zu dem Wirkstoff, schrieb O'Day.

Der Arzneimittelhersteller Gilead führt laut eigener Aussage Gespräche mit Chemikalien- und Arzneimittelherstellern, um das experimentelle Medikament für Europa, Asien und Entwicklungsländer bis spätestens 2022 herzustellen. Für bedürftigere Länder werde es generische Versionen des Medikaments mit geringerem Preis geben.

Die Beschränkungen haben ganze Wirtschaftszweige lahmgelegt. Entsprechend erwartet der Internationale Währungsfonds (IMF) die schlimmste Rezession seit der Grossen Depression. Unter der Annahme, dass die Pandemie im zweiten Quartal 2020 ihren Höhepunkt erreicht, erwartet der IMF einen Rückgang der realen Weltwirtschaftsleistung (BIP) um 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Falls die Pandemie in der zweiten Jahreshälfte abklingt, ist 2021 jedoch ein Wiederaufschwung mit einem globalen Wirtschaftswachstum von 5,4 Prozent zu erwarten. Für Asien prognostizierte der IMF im April zum ersten Mal seit 60 Jahren ein Nullwachstum. Die neuesten Prognose der EU-Kommission gehen davon aus, dass die Wirtschaftsleistung in der Eurozone 2020 um 8,7 Prozent einbrechen könnte, in der Europäischen Union als Ganzes um 8,3 Prozent (Stand: 7. 7.).

Laut der Internationalen Arbeitsorganisation sind fast die Hälfte der 3,3 Milliarden Arbeitskräfte weltweit wegen der Massnahmen gegen das Virus in ihrer Existenz bedroht. Betroffen seien vor allem 1,6 der zwei Milliarden Menschen, die irregulärer Arbeit nachgehen. Ihr Einkommen sei im weltweiten Durchschnitt um 60 Prozent eingebrochen, in Afrika und Lateinamerika sogar um mehr als 80 Prozent.

Viele Notenbanken haben ihre Leitzinsen reduziert und auch die übrigen geldpolitischen Instrumente praktisch ausgeschöpft, um Kredite zu verbilligen sowie Investitionen und Konsum anzukurbeln. Die Regierungen helfen betroffenen Unternehmen mit Sofortzahlungen.

Nach langen Verhandlungen haben sich die Mitgliedstaaten der EU auf ein Hilfspaket für die europäische Wirtschaft in der Höhe von 540 Milliarden Euro einigen können. Der EU-Gipfel hat das vereinbarte Paket am 23. April gebilligt. Zudem soll es laut Deutschland und Frankreich einen Wiederaufbaufonds in der Höhe von 500 Milliarden Euro geben. Österreich, Schweden, Dänemark und die Niederlande haben einen Gegenvorschlag zu dem deutsch-französischen Vorstoss für einen Corona-Wiederaufbauplan vorgelegt. Darin sprechen sich die vier Länder für einen einmaligen Notfall-Fonds zur Stärkung der EU-Wirtschaft aus. Sie machten deutlich, dass sie einer Vergemeinschaftung von Schulden und einer Erhöhung des EU-Budgets nicht zustimmen werden. Die EU-Kommission ihrerseits schlug am 27. Mai Wiederaufbau-Hilfen in der Höhe von 1850 Milliarden Euro vor.

Der Uno-Sicherheitsrat hat am 1. Juli nach dreimonatigen Verhandlungen eine umstrittene Corona-Resolution verabschiedet. Alle 15 Mitglieder des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen stimmten einem französisch-tunesischen Entwurf zu. Der Text unterstützt vor allem die Aufforderung von Uno-Generalsekretär António Guterres zu einer globalen Waffenruhe während der Pandemie.

Weltweit wurden zahlreiche Grossveranstaltungen abgesagt oder verschoben. Dazu gehören das Oktoberfest in München, die Olympischen Sommerspiele, die Fussball-Europameisterschaft, der Eurovision Song Contest, die Expo 2020 in Dubai sowie zahlreiche andere Veranstaltungen im Sport- und Kulturbereich.

So geht der Sport mit der Corona-Krise um

Anfang Januar 2020 teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit, dass eine mysteriöse Lungenerkrankung in der zentralchinesischen Metropole Wuhan durch ein neuartiges Coronavirus verursacht werde. Nach verschiedenen Studien sind die ersten Fälle von Covid-19 in Wuhan, China, Ende November oder Anfang Dezember aufgetreten. Gleichzeitig gibt es aber auch Hinweise darauf, dass das neue Coronavirus schon Wochen oder Monate früher in Südchina zirkuliert haben könnte, möglicherweise sogar im August. Der Stammbaum des Virus lässt sich über die Veränderungen in seinem Genom nachvollziehen (Details hier).

Seinen Ursprung soll das Virus auf einem Tiermarkt in Wuhan haben. Dort soll es von einer noch nicht identifizierten Tierart auf den Menschen übergesprungen sein. Die am engsten mit ihm verwandten Viren sind Fledermausviren, was darauf hindeuten könnte, dass Fledermäuse an der Infektionskette beteiligt sein könnten.

Es kursieren Verschwörungstheorien, wonach das Virus in einem Labor in Wuhan gezüchtet worden sei. Auch der amerikanische Präsident Donald Trump äusserte sich derart. Diese Vorwürfe wies Yuan Zhiming, Chef des Instituts für Virologie in Wuhan, zurück. Auch die WHO ist der Ansicht, das Virus sei tierischen Ursprungs.

Anfang Mai hat die WHO alle Länder dazu aufgefordert, Fälle von Lungenentzündungen Ende 2019 zu überprüfen. Damit reagierte die WHO auf einen Bericht aus Frankreich, wonach Covid-19 bereits am 27. Dezember bei einem Mann in einem französischen Spital behandelt worden sei, fast einen Monat bevor die französische Regierung die ersten Fälle bestätigte. Die später als Covid-19 identifizierte Krankheit wurde der WHO von den chinesischen Behörden zum ersten Mal am 31. Dezember gemeldet. Zum Bericht

Wie sich das Coronavirus weltweit ausgebreitet hat

Zum Zeitpunkt Erkrankte (ohne Geheilte/Tote) pro Land oder chinesische Provinz

Coronavirus: Coronaviren sind eine Virusfamilie, zu der auch das derzeit weltweit grassierende Virus Sars-CoV-2 gehört. Da es anfangs keinen Namen trug, sprach man in den ersten Wochen vom «neuartigen Coronavirus».

Sars-CoV-2: Die WHO gab dem neuartigen Coronavirus den Namen «Sars-CoV-2» (severe acute respiratory syndrome coronavirus 2). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss.

Covid-19: Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegskrankheit wurde «Covid-19» (coronavirus disease 2019) genannt. Covid-19-Patienten sind dementsprechend Menschen, die das Virus Sars-CoV-2 in sich tragen und Symptome zeigen.

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