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Kolumne von Markus Somm: Trump, der unmögliche Pazifist

Der US-Präsident erzielte einen Durchbruch im Nahen Osten: ein Abkommen zwischen Arabern und Israelis. Es gibt einen Grund dafür, dass dies ausgerechnet Trump gelang,

Ein historisches Dokument: Bahrains Aussenminister Scheich Khalid bin Ahmed Al Khalifa, Israels Premier Benjamin Netanyahu, US-Präsident Donald Trump und Scheich Abdullah bin Zayed bin Sultan Al Nahyan, der Aussenminister der Vereinigten Arabischen Emirate (v.l.), mit dem Abkommen, das die Beziehungen der Nahoststaaten normalisiert (15. September 2020).

Ein historisches Dokument: Bahrains Aussenminister Scheich Khalid bin Ahmed Al Khalifa, Israels Premier Benjamin Netanyahu, US-Präsident Donald Trump und Scheich Abdullah bin Zayed bin Sultan Al Nahyan, der Aussenminister der Vereinigten Arabischen Emirate (v.l.), mit dem Abkommen, das die Beziehungen der Nahoststaaten normalisiert (15. September 2020).

Foto: Jim Lo Scalzo (EPA, Keystone)

Was haben die Experten und Diplomaten gelacht, als Donald Trump, Präsident der USA, seinen Schwiegersohn Jared Kushner zum Chef-Retter des Nahen Ostens ernannt hatte. Ausgerechnet das Herrensöhnchen, das 39-jährige Milchgesicht, der schlaksige Anfänger, der nichts, aber auch gar nichts von der Welt verstand, dessen Horizont nicht weiter reichte als der nächste Wolkenkratzer seiner Familie. Wusste er überhaupt, wo der Orient lag? Sie lachen nicht mehr.

Kushner hat in den vergangenen Monaten wohl einen der grössten Durchbrüche im Nahostkonflikt ausgehandelt, seit Israel 1979 mit Ägypten Frieden schloss. Diese Woche unterzeichneten Vertreter von Israel, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) unter den Augen von Trump in Washington ein Abkommen mit dem Ziel, ihre Beziehungen zu normalisieren, was vor allem heisst, dass die beiden arabischen Länder den Staat der Juden anerkennen. Bisher haben nur Ägypten und Jordanien das getan. Es steht zu vermuten, dass bald weitere arabische Staaten es ihnen gleichtun, man denkt an Oman, den Sudan und Marokko, vielleicht wagt sogar Saudiarabien diesen Schritt. Symbolisch wäre es eine Sensation: Das saudische Königshaus bezieht einen beträchtlichen Teil seines Prestiges daraus, dass es die beiden heiligsten Stätten des Islam in Mekka und Medina bewacht. Die dritte, der Felsendom, steht in Jerusalem – und wird von den Israelis beschützt.

Die Araber an der Macht, sofern sie Sunniten sind, haben andere Sorgen als das Schicksal der Westbank.

Kushner, ein intelligenter Mensch, der offenbar gut zuhören kann, ging in den Orient und hörte zu. Im Gegensatz zu den vielen Schreibtischbeobachtern in New York oder Washington muss ihm dabei aufgefallen sein, wie sehr sich die Meinung vieler Araber, besonders der massgeblichen, hinsichtlich der Palästinenser geändert hatte. In Amerika machte man sich noch lustig, als Kushner der palästinensischen Führung Versagen vorgeworfen hatte. Wie dumm, wie aufreizend, wie weltfremd. Tatsächlich gab Kushner wieder, was die Spatzen längst von den Dächern pfiffen: Die Araber an der Macht, sofern sie Sunniten sind, haben andere Sorgen als das Schicksal der Westbank.

Der Iran, ein imperiales, schiitisches Regime, macht ihnen Angst. Ebenso haben sie jede Illusion verloren, was die Fähigkeiten der zerstrittenen, korrupten Chefs der Palästinenser anbelangt. Früher, in den guten alten, wenn auch nicht weniger korrupten Zeiten von Arafat, besassen die Palästinenser faktisch ein Vetorecht. Keine arabische Regierung konnte es sich leisten, mit Israel ins Geschäft zu kommen, solange kein Frieden zwischen Israelis und Palästinensern herrschte. Heute wirkt dieses Veto kraftlos. Als die Palästinenser die VAE für ihre Avancen gegenüber Israel von der Arabischen Liga verurteilen lassen wollten, drangen sie nicht durch. Ihr Protest, früher ein Löwengebrüll, ist zum Krächzen verkommen. Niemand hört mehr zu.

Trump hat für Israel – und den Frieden – wohl mehr getan als alle seine Vorgänger im Weissen Haus zusammen.

Kushner, der diplomatische Dilettant, hat allen Diplomaten die Schau gestohlen, die seit Jahrzehnten im Nahen Osten folgenlos herumgeturnt sind. Das wäre schlimm genug für das recht arrogante aussenpolitische Establishment in den USA, schlimmer jedoch ist die Tatsache, dass Kushner ohne seinen Schwiegervater nie in der Lage gewesen wäre, so erfolgreich zu vermitteln. Es ist Trump, der Zerstörer des Status quo, der den Nahen Osten erschüttert hat.

Indem er die amerikanische Botschaft nach Jerusalem verlegte, machte er allen klar, wie weit er zu gehen bereit war. Es brauchte Mut, dies zu tun, auch wenn es richtig war. Kein Präsident vor ihm hatte sich das getraut, obgleich der amerikanische Kongress schon 1995 diese Verschiebung beschlossen hatte. Weil Trump auf keine Berater aus der Diplomatie zu hören scheint, war er dazu wohl überhaupt imstande. Aus dem gleichen Grund ist Trump auch der erste amerikanische Präsident seit langem, der wirklich keinen Krieg mehr will – weil er es wagt, den Rat seiner Militärs zurückzuweisen.

Trump, der unmögliche Pazifist. Erst jetzt ist den Bewohnern des Nahen Ostens klar geworden, dass die Amerikaner sich tatsächlich zurückziehen, nur einem Trump nehmen sie das ab. Das hat alles verändert. Wenn nicht die Amerikaner, wer soll dann die Araber vor dem Iran oder der immer bedrohlicheren Türkei bewahren? Es bleibt nur Israel, das modernste, wirtschaftlich und militärisch fähigste Land der Region. Das ist der tiefere – ironische Grund für Trumps Triumph. Er will nichts mehr vom Nahen Osten wissen. Deshalb versteht er ihn.

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