Switzerland

Kommentar zur Maskenpflicht: Masken sind manchmal ein bequeme Alibimassnahme

Natürlich schützen sie uns gegen Übertragungen. Aber oft gäbe es bessere, wenn auch schmerzhaftere Massnahmen. Doch da klemmt meist eine starke Lobby.

Eine Kundin beim Einkaufen im Geschenkladen dreaDIVA in Basel, am Montag, 24. August 2020. Der Kanton Basel-Stadt führte als erster Deutschschweizer Kanton wegen der steigenden Corona-Fallzahlen eine Maskenpflicht in Läden ein.

Eine Kundin beim Einkaufen im Geschenkladen dreaDIVA in Basel, am Montag, 24. August 2020. Der Kanton Basel-Stadt führte als erster Deutschschweizer Kanton wegen der steigenden Corona-Fallzahlen eine Maskenpflicht in Läden ein.

Foto: Georgios Kefalas (Keystone)

Man glaubt es kaum, es ist erst ein halbes Jahr her, seit die Schweiz und mit ihr halb Europa in den Lockdown gingen und über knapp drei Monate das Leben und die Wirtschaft weitgehend lahm legten. Viel wurde seither geschrieben, unter anderem ein Buch von unserem Rechercheteam. Darin lassen sich eindrückliche Einzelschicksale nachlesen, auch Daniel Koch wird entzaubert, unser Mister Corona, dem über Wochen fast die ganze Schweiz an den Lippen hing.

Einer der grössten Fehler - oder war’s doch eine Notlüge? - war sein Statement zu den Masken. Er behauptete immer wieder, diese taugten nicht, um Ansteckungen zu verhindern – obwohl rasch klar war, dass sich das Virus vor allem über Tröpfchen überträgt. Und da hilft die Maske sowohl zum Selbstschutz wie auch zum Schutz der Anderen. Mittlerweile ist das Allgemeingut, und wenn man im öffentlichen Verkehr sitzt, halten sich die meisten anstandslos daran. Bei vollen Zügen ist der Sinn der Massnahme auch für die meisten klar.

Sitzt man allein im Zug, kann man sich allerdings schon fragen, warum es kein intelligenteres System gibt als generelle Verbote. In den Läden ist es wohl ähnlich. Da muss es schon sehr voll sein, damit die Maskenpflicht einleuchtet. Vor allem dann, wenn man sich vor Augen hält, dass in den Bars und Diskotheken die Leute vielerorts maskenlos praktisch aufeinander sitzen. Doch da scheuen sich die Verantwortungsträger viel mehr durchzugreifen als bei den Masken.

Wenn schon Maskenpflicht, dann am Arbeitsplatz, wo man lange beisammen sitzt.

Zu Unrecht: Laut dem Epidemiologen Marcel Salathé sind die Läden keine Hot-Spots der Übertragung, «ob es ein Kanton richtig macht bei der Seuchenbekämpfung, entscheidet sich nicht an der Maskenpflicht in den Läden, sondern beim Testen und Tracen der Übertragungen», sagte er in einem Interview. Darum kann man durchaus darüber nachdenken, ob es nicht Sinn macht, mehr und systematisch zu testen, statt mit Maskenpflicht und Quarantäne den Konsum und den Tourismus abzuwürgen. Und wenn schon Maskenpflicht, dann am Arbeitsplatz, wo man lange beisammen sitzt. Doch das will natürlich niemand, der im Büro arbeitet.

Wir sind nicht allein mit der Masken-Heilslehre. In Frankreich, wo die Zahlen vor allem in den Grossstädten immer höher gehen, muss man mittlerweile die Maske auch draussen in den Strassen tragen. Eine Massnahme für die Galerie: «Die generelle Maskenpflicht draussen ergibt keinen Sinn, denn draussen finden praktisch keine Übertragungen statt», sagte Salathé im gleichen Interview. Wer in Paris oder am Strand war diesen Sommer kann sich aber sicher an die knallvollen Restaurants erinnern, wo man stundenlang nebeneinander sitzt, mit einer Abstandsvorschrift von gerade mal einem Meter, also de facto keiner. Dafür braucht es für den Gang zur Toilette eine Maske.

Wohin die Absurdität führen kann, das zeigte sich gestern in Zürich. Da versuchte die Polizei bei einer Demo von ein paar hundert Corona-Müden eine Maskenpflicht durchzusetzen. Im Frühsommer war man da noch klüger, da liess man eine verbotene Anti-Rassismusdemo mit 10 000 Teilnehmern und durchaus mit Dichtestress zu, ohne einzugreifen und eine Maskenpflicht durchzusetzen. Einfach, weil es das Ventil der Freiheit brauchte. Daran sollte man sich vielleicht im linken, weltoffenen Zürich bei nächster Gelegenheit wieder erinnern.

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